Das Reinheitsgebot feiert im Jahr 2016 seinen 500. Geburtstag

Serie Geschichte: Wer hat das erfunden? 500 Jahre bayerisches Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot zur Bierherstellung, am 23. April 1516 in Ingolstadt von den bayerischen Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. erlassen, feiert im Jahr 2016 seinen 500. Geburtstag. Die vorgelegte Vorschrift, wonach nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen, wurde für ganz Bayern verbindlich und ist das älteste, noch gültige Lebensmittelgesetz der Welt.

Schon lange gilt das Reinheitsgebot nicht nur in Bayern, sondern deutschlandweit: Es wurde bei der Gründung des Deutschen Reiches 1871 in den juristischen Kanon aufgenommen, ebenso in der Weimarer Republik und auch von der Bundesrepublik Deutschland.

Wer hat das Reinheitsgebot für Bier erfunden?

Pünktlich zum Jubiläum ist ein Streit zwischen Altbayern und Franken um die Frage ausgebrochen, wer das Reinheitsgebot erfunden hat.

Schon 27 Jahre vor dem Erlass des Reinheitsgebotes durch bayerische Herzöge habe der Bamberger Fürstbischof Heinrich III. „für Bamberg und das Umland“ eine Reinheitsvorschrift für den Gerstensaft erlassen.

Nun die Fakten

In seiner ursprünglichen Version von 1516 spricht das Reinheitsgebot nur von Gerste, Hopfen und Wasser – die Hefe war noch unbekannt. Nach der Erfindung des Mikroskops im 17. Jahrhundert wurde sie „entdeckt“; Louis Pasteur (1822–1895) erkannte im 19. Jahrhundert ihre Bedeutung für den Gärungsprozess. Danach wurde die Hefe als vierte erlaubte Zutat ins Reinheitsgebot aufgenommen. Eine weitere Veränderung gab es hinsichtlich des Rohstoffs „Gerste“:  Aus Gerste wurde Gerstenmalz, später Malz. 

Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken.

Losgelöst von der historischen Streitfrage um das früheste Reinheitsgebot bleibt Bayern das Bundesland mit der höchsten Bierproduktion. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden wurde 2015 jedes vierte deutsche Bier im Freistaat gebraut, gefolgt von Nordrhein-Westfalen.

Bamberg, die Bier-Hauptstadt

Die weltweit höchste Brauereidichte findet der Bierliebhaber im fränkischen Bamberg und im Landkreis. Weit mehr als 200 Brauereien sind in Oberfranken beheimatet und jede Brauerei braut nach eigenem Rezept. 

Ob Jever, Düsseldorfer Alt, Radeberger, Warsteiner, Kölsch oder Paulaner, die deutsche Bierkultur ist vielfältig und immer dem Reinheitsgebot verpflichtet. 

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