Zinsanlagen heute Asset Backed Securities – Kreditpakete als Anlage
Viele Einzelkredite werden gebündelt und als Wertpapier handelbar gemacht.
Die Finanzwelt entwickelt ständig neue Wege, Kredite zu finanzieren und handelbar zu machen. Eine dieser Entwicklungen trägt den etwas sperrigen Namen Asset Backed Securities, kurz ABS. Gemeint sind Wertpapiere, die durch eine Vielzahl von Krediten oder anderen Forderungen abgesichert werden. Obwohl die Anlageform bereits seit Jahrzehnten existiert, gewinnt sie in Zeiten steigender Zinsen und wachsender Kreditmärkte wieder an Bedeutung. Für Privatanleger bleibt das Thema allerdings anspruchsvoll.
Viele Einzelkredite werden zu einem Wertpapier
box
Das Grundprinzip von Asset Backed Securities ist vergleichsweise einfach. Zahlreiche Einzelkredite werden in einem gemeinsamen Pool gebündelt und anschließend in Form eines Wertpapiers an Investoren verkauft.
Dabei kann es sich beispielsweise um folgende Forderungen handeln:
- Immobilienkredite
- Autokredite
- Kreditkartenforderungen
- Leasingverträge
- Studienkredite
Die Kreditnehmer zahlen weiterhin ihre monatlichen Raten. Diese Zahlungen fließen über die Struktur letztlich an die Investoren weiter.
Der Begriff Asset Backed bedeutet übersetzt „durch Vermögenswerte besichert". Die zugrunde liegenden Kredite bilden also die wirtschaftliche Grundlage der Anlage.
Risikostreuung als zentrales Merkmal
Ein einzelner Kredit kann ausfallen. Werden jedoch Tausende Kredite zusammengefasst, verteilt sich dieses Risiko auf viele Schuldner.
Genau darin liegt eine der wesentlichen Ideen von ABS. Statt vom Erfolg eines einzelnen Unternehmens oder Kreditnehmers abhängig zu sein, basiert die Anlage auf einer Vielzahl unterschiedlicher Forderungen.
Häufig werden die Wertpapiere zusätzlich in verschiedene Tranchen (Risikostufen innerhalb einer Finanzierung) aufgeteilt. Anleger können dadurch zwischen höherer Sicherheit und höheren Renditechancen wählen.
Typische Tranchierungen umfassen:
- Senior-Tranchen (vorrangige und meist sicherere Stufe)
- Mezzanine-Tranchen (mittlere Risikostufe)
- Equity-Tranchen (höchstes Risiko, aber höhere Ertragschancen)
Je höher das Risiko einer Tranche, desto höher fällt in der Regel die erwartete Verzinsung aus.
Die Finanzkrise hat das Bild geprägt
Asset Backed Securities können gegenüber klassischen Unternehmensanleihen zusätzliche Diversifikation bieten. Gleichzeitig handelt es sich um eine vergleichsweise komplexe Anlageform, deren Risiken nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind."
Asset Backed Securities gerieten während der Finanzkrise 2007/2008 massiv in die Kritik. Insbesondere in den USA wurden damals problematische Immobilienkredite gebündelt und weltweit verkauft.
Viele Anleger verstanden die Risiken nicht vollständig. Als zahlreiche Kreditnehmer ihre Raten nicht mehr bedienen konnten, verloren viele dieser Produkte drastisch an Wert.
Seitdem wurden die regulatorischen Anforderungen deutlich verschärft. Heute gelten insbesondere in Europa strengere Vorgaben hinsichtlich Transparenz, Eigenkapitalunterlegung und Risikokontrolle.
Trotzdem bleibt die Erfahrung aus der Finanzkrise ein wichtiger Hinweis darauf, wie komplex solche Strukturen sein können.
Institutionelle Investoren dominieren den Markt
Asset Backed Securities werden heute vor allem von professionellen Investoren genutzt. Dazu zählen:
- Versicherungen
- Banken
- Pensionskassen
- Vermögensverwalter
- spezialisierte Investmentfonds
Für Privatanleger erfolgt der Zugang meist indirekt über Rentenfonds oder spezialisierte Mischfonds.
Ein direkter Kauf einzelner ABS-Papiere ist zwar grundsätzlich möglich, setzt jedoch erhebliche Fachkenntnisse voraus. Anleger müssen die Qualität der zugrunde liegenden Kredite ebenso beurteilen wie die Struktur der jeweiligen Tranche.
Interessante Ergänzung mit erhöhten Anforderungen
Asset Backed Securities können gegenüber klassischen Unternehmensanleihen zusätzliche Diversifikation bieten. Gleichzeitig handelt es sich um eine vergleichsweise komplexe Anlageform, deren Risiken nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind.
Für die meisten Privatanleger dürfte deshalb ein indirekter Zugang über breit gestreute Fonds der sinnvollste Weg sein. Wer in ABS investieren möchte, sollte sich intensiv mit den zugrunde liegenden Strukturen beschäftigen und die Anlage eher als Beimischung betrachten.
Transparente, faire, nachhaltige und unabhängige Finanzberatung seit 1998












