Fonds-Ranglisten Ausschüttungsstarke Fonds

Ausschüttende Fonds überweisen Dividenden oder Zinserträge regelmäßig auf das Verrechnungskonto. Das kann für Anleger interessant sein, die laufende Einnahmen wünschen.

Eine hohe Ausschüttungsrendite ist jedoch nicht mit einer hohen Gesamtrendite gleichzusetzen: Sinkt gleichzeitig der Fondskurs, kann das Anlageergebnis trotz hoher Zahlungen enttäuschen. Die folgende Auswahl umfasst vier Gruppen mit jeweils drei ausschüttungsstarken ETFs. Maßstab ist die auf Eurobasis berechnete Ausschüttungsrendite. Sie ergibt sich aus den Ausschüttungen der vergangenen zwölf Monate im Verhältnis zum aktuellen Fondspreis und kann sich daher fortlaufend verändern.

Globale Dividendenfonds

  • 1. Global X SuperDividend UCITS ETF Distributing - 9,37 Prozent
    Der ETF investiert weltweit in Unternehmen mit besonders hohen Dividendenrenditen. Die Ausschüttungsrendite liegt deutlich über jener der anderen globalen Dividendenfonds. Anleger sollten allerdings beachten, dass eine sehr hohe Dividende auch auf gefallene Aktienkurse oder wirtschaftliche Probleme einzelner Unternehmen zurückgehen kann.
  • 2. Xtrackers STOXX Global Select Dividend 100 Swap UCITS ETF 1D - 3,87 Prozent
    Der Fonds bildet 100 dividendenstarke Unternehmen aus verschiedenen Weltregionen ab. Die Indexentwicklung wird synthetisch über Tauschgeschäfte nachvollzogen. In den vergangenen zwölf Monaten lag die Ausschüttungsrendite bei knapp vier Prozent.
  • 3. iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) - 3,83 Prozent
    Dieser ETF folgt einem ähnlichen globalen Dividendenkonzept, bildet den Index aber physisch ab. Seine Ausschüttungsrendite liegt nur geringfügig unter der des Xtrackers-Produkts.

Der große Abstand zum erstplatzierten ETF zeigt, dass besonders hohe Ausschüttungen häufig mit einer spezielleren und riskanteren Aktienauswahl verbunden sind.

Europäische Dividendenfonds

  • 1. Amundi STOXX Europe Select Dividend 30 UCITS ETF Dist - 5,38 Prozent
    Der ETF investiert in 30 dividendenstarke europäische Unternehmen. Die über zwölf Monate gemessene Ausschüttungsrendite lag zuletzt bei mehr als fünf Prozent. Gleichzeitig erzielte das Produkt innerhalb eines Jahres auch einen deutlichen Kurs- und Gesamtertrag.
  • 2. iShares STOXX Europe Select Dividend 30 UCITS ETF (DE) - 4,79 Prozent
    Auch dieser Fonds konzentriert sich auf 30 europäische Dividendenwerte. Die Ausschüttungsrendite fällt etwas niedriger aus als beim Amundi-ETF, bleibt mit knapp fünf Prozent aber vergleichsweise hoch.
  • 3. WisdomTree Europe High Dividend UCITS ETF Dist - 4,36 Prozent
    WisdomTree wählt europäische Unternehmen nach Dividenden- und weiteren fundamentalen Kriterien aus. Der ETF schüttet aus und erreichte zuletzt eine Rendite von rund 4,4 Prozent auf den aktuellen Fondspreis.

Europäische Dividendenfonds enthalten häufig viele Banken, Versicherungen, Energie- und Versorgungsunternehmen. Dadurch können einzelne Branchen wesentlich stärker vertreten sein als in einem breiten europäischen Aktienindex.

Ausschüttungsstarke Anleihenfonds

  • 1. iShares Global High Yield Corporate Bond UCITS ETF EUR Hedged (Dist) - rund 7,0 Prozent
    Der Fonds investiert weltweit in Unternehmensanleihen mit unterdurchschnittlicher Kreditwürdigkeit. Die Währung wird gegenüber dem Euro abgesichert. Die hohe Ausschüttung ist eine Entschädigung für das erhöhte Risiko von Zahlungsausfällen und Kursverlusten.
  • 2. State Street SPDR Bloomberg U.S. High Yield Corporate Scored UCITS ETF - rund 7,0 Prozent
    Der ETF konzentriert sich auf hochverzinsliche US-Unternehmensanleihen. Die Ausschüttungsrendite liegt ähnlich hoch wie beim erstplatzierten Fonds. Da die Anteilklasse nicht gegenüber dem Euro abgesichert ist, beeinflusst zusätzlich der Wechselkurs das Ergebnis deutscher Anleger.
  • 3. Invesco AT1 Capital Bond UCITS ETF EUR Hedged Dist - rund 6,1 Prozent
    Der Fonds investiert in sogenannte AT1-Anleihen von Banken. Diese nachrangigen Wertpapiere bieten hohe Zinsen, können in einer Bankenkrise aber Verluste erleiden oder abgeschrieben werden. Die Euro-gesicherte Anteilklasse schüttet regelmäßig aus.

Hohe Ausschüttungen bei Anleihenfonds entstehen meist nicht ohne zusätzliches Risiko. Besonders Hochzins-, Schwellenländer- und nachrangige Bankanleihen können erheblich schwanken.

Immobilien- und REIT-Fonds

  • 1. iShares MSCI Target UK Real Estate UCITS ETF - 6,50 Prozent
    Der ETF verbindet britische Immobilienaktien und REITs mit einem Anteil britischer Staatsanleihen. Die aktuelle Ausschüttungsrendite liegt bei 6,5 Prozent. Das Produkt bleibt stark vom britischen Immobilienmarkt und vom Pfund abhängig.
  • 2. BNP Paribas Easy FTSE EPRA/NAREIT Eurozone Capped UCITS ETF QD - 4,50 Prozent
    Der Fonds investiert in börsennotierte Immobilienunternehmen aus der Eurozone. Die Ausschüttungsrendite lag zuletzt bei 4,5 Prozent. Steigende Zinsen können Immobiliengesellschaften belasten, weil Finanzierungen teurer werden und Immobilienbewertungen unter Druck geraten.
  • 3. iShares UK Property UCITS ETF - 3,84 Prozent
    Der ETF bildet britische Immobilienunternehmen und REITs ab und schüttet quartalsweise aus. Er verwaltet rund 513 Millionen Euro und existiert bereits seit 2007.

Bei diesen Produkten handelt es sich um börsengehandelte Immobilienaktienfonds. Sie besitzen nicht dieselben Eigenschaften wie offene Immobilienfonds, die Gebäude direkt halten, und können entsprechend stark an der Börse schwanken.

Ausschüttungen richtig einordnen

Die Ausschüttungsrendite darf nicht isoliert betrachtet werden. Eine Auszahlung von sechs Prozent ist wenig hilfreich, wenn der Fondspreis gleichzeitig um zehn Prozent fällt. Maßgeblich bleibt die Gesamtrendite aus Kursentwicklung und Ausschüttungen.

Außerdem sind Ausschüttungen nicht garantiert. Unternehmen können Dividenden kürzen, Anleihezinsen können sich mit dem Fondsbestand verändern und Immobiliengesellschaften können ihre Zahlungen reduzieren.

Fazit

Die höchsten Ausschüttungsrenditen dieser Auswahl erreichen globale Hochdividendenstrategien und Hochzinsanleihenfonds mit rund sieben bis neun Prozent. Europäische Dividenden- und Immobilienfonds liegen überwiegend zwischen vier und sechs Prozent.

Hohe Ausschüttungen können regelmäßige Einnahmen ermöglichen, gehen aber häufig mit größeren Branchen-, Bonitäts- oder Kursrisiken einher. Anleger sollten deshalb nicht nur auf die Auszahlung, sondern immer auch auf die langfristige Gesamtrendite und die Zusammensetzung des Fonds achten.

Datenstand: 30. Juli 2026. Ausschüttungsrenditen auf Eurobasis für die vergangenen zwölf Monate. Die Werte verändern sich mit Ausschüttungen, Fondspreisen und Wechselkursen. Frühere Ausschüttungen und Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.