Ohne die Stahlkisten ist ein weltumspannender Transport kaum denkbar

Serie Geschichte: 50-jähriger Geburtstag Die Container-Revolution

Container sind die größte Revolution im globalen Güterverkehr und feierten 2015 den 50. Geburtstag in Deutschland. Ihnen mag die Erfolgsgeschichte kaum bekannt sein, denn den Medien war das Ereignis damals keine Schlagzeile wert. Lesen Sie im folgenden Beitrag, wie seit einem halben Jahrhundert der Seecontainer die Branche revolutioniert.

Vor dem Siegeszug der Container mussten sämtliche Frachtgüter mühevoll und personalintensiv auf Schiffe verladen werden. Bei der schweren Arbeit konnte schon aus Zeitmangel keine Rücksicht auf sensible Güter genommen werden, dementsprechend hoch waren die Transportverluste. Dass solide Verpackungen helfen könnten, war bereits den Kaufleuten des 18. Jahrhunderts bekannt. Doch sollten bis zur endgültigen Containererfindung nach ISO lange Jahre vergehen. Eine Zeitreise.

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Von der Holzkiste zum ISO-Container

Bereits im 18. Jahrhundert setzten englische Kaufleute Umverpackungskisten aus Holz ein. Sie erreichten mit diesen Containervorläufern die einfachere Verlagerung des Gütertransports von Eisenbahnwaggons auf Pferdewagen. Einhundert Jahre später übernahmen auch andere europäische Länder die hölzerne Containervariante als Standard beim Frachttransport per Bahn.

Im 20. Jahrhundert traten die Niederlande mit einem Eisenbahncontainer in den internationalen Güterverkehr ein, die erste Norm für Bahncontainer wurde 1920 in Großbritannien festgelegt. Die Deutsche Bahn nutzt Eisenbahncontainer seit den späten 1940er-Jahren.

Die eigentliche Containerrevolution begann 1956, als der US-Bürger Malcolm McLean erstmals 58 genormte Behälter per Schiff von Newark nach Houston/Texas verschiffte. Es sollten weitere fünf Jahre vergehen, bevor eine internationale Organisation die endgültige Normung für den ISO-Container beschloss.

Hamburg - der global wichtigste Umschlagplatz für Container

Im Mai vor 50 Jahren legte der erste Containerfrachter in einem deutschen Hafen an. Damals kam dem Hafen von Bremen weltweite Aufmerksamkeit bei, in Hamburg wurden die ersten Seecontainer erst zwei Jahre später umgeladen. Der Zeitgewinn war enorm und leitete eine Revolution im Segment Seefracht ein:

  • Vor der Erfindung benötigten 18 Hafenarbeiter acht Stunden, um 80 Tonnen Seefracht zu bewegen.
  • Der Seecontainer ermöglichte die Verladung von 2.000 Tonnen in der gleichen Zeit bei Halbierung des Personals. 

Dass es nicht zu von vielen befürchteten Arbeitsplatzverlusten kam, war dem jahrzehntelangen Aufschwung zu verdanken. Der ist jedoch in jüngster Zeit ins Stocken geraten. 

Bereits im 18. Jahrhundert setzten englische Kaufleute Umverpackungskisten aus Holz ein."

Mehr Wachstum in Asien erwartet

Hamburg schlug im vergangenen Jahr 9.3 Prozent weniger Container um als 2014 und weist aktuell 8.8 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) aus. Auch in Bremerhaven ging der Containerumschlag 2015 um 4.3 Prozent zurück und liegt derzeit bei 5.5 Millionen TEU. Die Logistikexperten des Hamburger Fraunhofer-Centers erwarten, dass der weltweite Güterverkehr mit dem Container weiter wächst.

Allerdings könnte das Wachstum in Asien stärker hervortreten als in Europa, da dort auch die Wirtschaft größere Wachstumsraten zeigt.

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