Schwellenländer spielen für die Weltwirtschaft eine immer größere Rolle

Schwellenländer Die KI eröffnet neue Chancen

Künstliche Intelligenz verändert auch die Emerging Markets.

Wenn von künstlicher Intelligenz an der Börse die Rede ist, denken viele Anleger zuerst an große US-Technologiekonzerne. Tatsächlich profitieren aber auch zahlreiche Unternehmen in den Schwellenländern (Emerging Markets) vom weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur. Nach Einschätzung von Lazard Asset Management könnte sich dieser Trend in den kommenden Jahren sogar ausweiten. Bisher standen vor allem Unternehmen aus Taiwan und Südkorea im Mittelpunkt. Künftig könnten auch andere Länder stärker von der Entwicklung profitieren.

Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass sich Chancen nicht nur in den USA ergeben.

Warum Taiwan und Südkorea so wichtig sind

Moderne KI-Anwendungen benötigen leistungsfähige Halbleiter und Speicherchips. Genau hier gehören Unternehmen aus Taiwan und Südkorea zu den Weltmarktführern.

Sie liefern unter anderem:

  • Hochleistungschips für Rechenzentren
  • Speicherchips für KI-Anwendungen
  • moderne Fertigungstechnologien
  • wichtige Komponenten für Server und Netzwerke

Ohne diese Unternehmen könnten viele KI-Systeme gar nicht betrieben werden. Deshalb sind ihre Geschäfte in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Weitere Länder rücken in den Fokus

Nach Ansicht von Lazard könnte sich der wirtschaftliche Aufschwung innerhalb der Schwellenländer künftig verbreitern. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Zum einen gelten viele Aktien aus den Emerging Markets im Vergleich zu Unternehmen aus den USA als günstiger bewertet. Zum anderen könnte ein schwächerer US-Dollar den Kapitalzufluss in diese Länder fördern.

Interessant erscheinen derzeit unter anderem:

  • Indien mit seiner wachsenden Wirtschaft
  • Brasilien als Rohstoff- und Industriestandort
  • Saudi-Arabien mit umfangreichen Investitionsprogrammen
  • die Vereinigten Arabischen Emirate als Technologie- und Finanzstandort

Diese Länder profitieren teilweise von ganz unterschiedlichen Entwicklungen. Deshalb sollten Schwellenländer nicht als einheitlicher Markt betrachtet werden.

Chancen und Risiken gehören zusammen

Schwellenländer spielen für die Weltwirtschaft eine immer größere Rolle. Ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung lebt dort, und viele Länder wachsen wirtschaftlich schneller als die klassischen Industriestaaten. Gleichzeitig entstehen dort wichtige Unternehmen in den Bereichen Technologie, Industrie, Rohstoffe und Dienstleistungen."

Emerging Markets bieten langfristig oft höhere Wachstumschancen als entwickelte Volkswirtschaften. Gleichzeitig sind sie aber auch stärkeren Schwankungen ausgesetzt.

Zu den wichtigsten Risiken zählen:

  • politische Unsicherheiten
  • Währungsschwankungen
  • geopolitische Konflikte
  • steigende Rohstoffpreise
  • unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen

Deshalb investieren viele Anleger nicht direkt in einzelne Länder, sondern nutzen breit gestreute Schwellenländerfonds oder ETFs. So verteilen sich die Risiken auf zahlreiche Unternehmen und Regionen.

Schwellenländer gehören langfristig dazu

Schwellenländer spielen für die Weltwirtschaft eine immer größere Rolle. Ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung lebt dort, und viele Länder wachsen wirtschaftlich schneller als die klassischen Industriestaaten. Gleichzeitig entstehen dort wichtige Unternehmen in den Bereichen Technologie, Industrie, Rohstoffe und Dienstleistungen.

Für langfristig orientierte Anleger können Emerging Markets deshalb eine sinnvolle Ergänzung eines weltweit gestreuten Depots sein. Dabei sollte der Fokus nicht auf kurzfristigen Trends oder einzelnen KI-Gewinnern liegen. Entscheidend ist eine breite Streuung über verschiedene Länder und Branchen.

Der KI-Boom könnte den Schwellenländern zusätzlichen Rückenwind geben. Langfristig spricht jedoch vor allem ihre zunehmende wirtschaftliche Bedeutung dafür, sie als festen Bestandteil einer ausgewogenen Anlagestrategie zu betrachten.