Neobanken setzen auf Einfachheit und Tempo

Zwei Bankmodelle Direktbanken und Neobanken

Wo die wichtigsten Unterschiede für Anleger liegen.

Wer heute ein neues Girokonto eröffnet, stößt häufig auf Direktbanken und Neobanken. Beide verzichten weitgehend auf Filialen und bieten ihre Dienstleistungen hauptsächlich über das Internet oder per App an. Deshalb werden die Begriffe oft gleichgesetzt. Tatsächlich gibt es jedoch Unterschiede. Direktbanken sind bereits seit vielen Jahren am Markt und bieten meist ein vollständiges Bankangebot. Neobanken sind deutlich jünger und setzen konsequent auf digitale Prozesse sowie eine besonders einfache Bedienung per Smartphone.

Für Anleger und Sparer lohnt es sich deshalb, die jeweiligen Stärken und Schwächen zu kennen.

Direktbanken bieten häufig das Komplettpaket

Direktbanken entstanden lange vor dem Smartphone-Zeitalter. Sie verzichteten früh auf teure Filialnetze und konnten dadurch oft günstigere Konditionen anbieten.

Zum Angebot gehören häufig:

  • Girokonten
  • Tages- und Festgeld
  • Wertpapierdepots
  • Kredite und Baufinanzierungen
  • Sparpläne

Viele Direktbanken verfügen über eine eigene Banklizenz und unterliegen den gleichen gesetzlichen Anforderungen wie klassische Filialbanken. Bekannte Beispiele sind die ING, DKB oder Comdirect.

Für langfristige Anleger bieten sie häufig ein sehr breites Leistungsspektrum.

Neobanken setzen auf Einfachheit und Tempo

Neobanken wurden von Beginn an für die mobile Nutzung entwickelt. Kontoeröffnung, Überweisungen oder Kartensperrungen lassen sich meist vollständig über eine App erledigen.

Viele bieten zusätzlich moderne Funktionen wie:

  • Ausgabenanalyse in Echtzeit
  • virtuelle Karten
  • Unterkonten für Sparziele
  • einfache Auslandszahlungen
  • günstigen Währungsumtausch

Bekannte Anbieter sind Revolut, N26 oder bunq.

Allerdings unterscheiden sich die Geschäftsmodelle teilweise deutlich. Manche Neobanken besitzen eine eigene Banklizenz, andere arbeiten mit Partnerbanken zusammen. Daher lohnt sich ein Blick auf Einlagensicherung, Gebühren und Leistungsumfang.

Nicht nur die App entscheidet

Welche Bank die bessere Wahl ist, hängt vor allem vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. Wer hauptsächlich ein modernes Girokonto mit schneller App und internationalen Zahlungsfunktionen sucht, findet bei vielen Neobanken attraktive Angebote. Wer dagegen langfristig sparen, investieren oder finanzieren möchte, ist bei einer Direktbank häufig besser aufgehoben, weil dort mehr Finanzprodukte aus einer Hand angeboten werden."

Viele Verbraucher wählen eine Bank nach dem Design der App. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind jedoch andere Kriterien oft wichtiger.

Vor einer Entscheidung sollten Anleger unter anderem auf Folgendes achten:

  • Höhe und Umfang der Einlagensicherung
  • Kosten für Konto, Karten und Wertpapierdepot
  • Angebot an Sparplänen und Geldanlagen
  • Qualität des Kundenservices
  • Möglichkeiten für Kredite oder Baufinanzierungen

Gerade wenn später Vermögen aufgebaut werden soll, spielt das Gesamtangebot häufig eine größere Rolle als einzelne Zusatzfunktionen.

Die passende Bank hängt von den eigenen Zielen ab

Direktbanken und Neobanken haben den Wettbewerb im Bankensektor deutlich belebt. Davon profitieren Kunden durch bessere Apps, niedrigere Gebühren und innovative Dienstleistungen.

Welche Bank die bessere Wahl ist, hängt vor allem vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. Wer hauptsächlich ein modernes Girokonto mit schneller App und internationalen Zahlungsfunktionen sucht, findet bei vielen Neobanken attraktive Angebote. Wer dagegen langfristig sparen, investieren oder finanzieren möchte, ist bei einer Direktbank häufig besser aufgehoben, weil dort mehr Finanzprodukte aus einer Hand angeboten werden.

Für viele Menschen muss es dabei kein Entweder-oder sein. Ein Girokonto bei einer Neobank und ein Wertpapierdepot bei einer Direktbank können sich sinnvoll ergänzen. Entscheidend ist letztlich, dass die gewählte Bank zu den eigenen finanziellen Zielen passt - nicht nur zu den aktuellen Trends.