Serie Meinung: Kritische Meinung gegen den ETF-Trend ETF=Schmarotzer-Pflanze ?

In der Pflanzenwelt kennen wir parasitäre Pflanzen – Pflanzen, die ihre autotrophe Lebensweise mehr oder weniger verloren haben und ihre organische Nahrung ganz oder teilweise auf Kosten lebender Pflanzen oder auch Tiere (Wirte) beziehen.

Nichts anderes sind dem Grundsatz nach „Exchange Traded Funds, kurz ETF – börsengehandelte Indexfonds. Für die ETF-Käufer zählt an erster Stelle die niedrige Gebührenstruktur nach der Maxime „Geiz ist geil“. Doch wem nutzen die geringen Gebühren, wenn der Index abschmiert und aktives Fondsmanagement gefragt wäre! Ohne aktives Fondsmanagement funktionieren die Kapitalmärkte nicht mehr.

Bei ETF’s fließt immer mehr Geld in die gleichen Aktien

Denn mit ETF’s fließt immer mehr Geld in die gleichen Aktien. Das treibt deren Börsenwert in immer neue Höhen. Somit ergeben sich astronomische Bewertungen. Und damit sieht es schlecht für die „ETF-Schmarotzerpflanze“ aus – das systemische Risiko steigt steil an! Und die Folgen eines systemischen Risikos kennen wir seit der Finanzkrise.

In der Natur haben sich die Schmarotzerpflanzen soweit angepasst, dass beide (Wirte und parasitäre Pflanzen) ihr Auskommen haben."

Verhalten schädigt aktives Fondsmanagement

Die Verwerfungen an den Märkten waren und sind immer noch massiv. Und noch schlimmer wird es dadurch, dass immer mehr Fintec-Vermögensverwaltungen den ETF-Boom anheizen – über die niedrige Vermögensverwaltungsgebühr mit Hilfe von Kollege Computer.

Dieses disruptive Verhalten schädigt aktives Fondsmanagement. Ohne aktives Fondsmanagement gäbe es auch keine ETF’s.

Zurück zur Natur

In der Natur haben sich die Schmarotzerpflanzen soweit angepasst, dass beide (Wirte und parasitäre Pflanzen) ihr Auskommen haben. Dies sollte die Branche immer im Fokus haben. Es ist seinen Preis wert.

Meinung von: Jürgen E. Nentwig

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