Risikosimulation ähnlich wie in einem flugsimulator

Serie Gastartikel: Das persönliche Risiko in der Geldanlage Prof. Weber: Risikosimulator

Kennen Sie schon den neuen Risikosimulator, der von Professor Weber an der Universität Mannheim entwickelt wurde? Das für Berater und private Anleger kostenlose Onlinetool erlaubt die bessere Einschätzung von gegebenen Risiken am Aktienmarkt.

Der Risikosimulator wurde aufgrund der Tatsache entwickelt, dass viele Anleger ihren Beratern gegenüber meist deutlich ihre Risikobereitschaft überschätzen. Spätestens, wenn das gemeinsam erarbeitete Portfolio erstmals negative Performance aufweist, zeigt sich der wirkliche Wagemut des Mandanten. Die Fehleinschätzung beruht oft auf der völligen Unkenntnis der möglichen Volatilität am Aktienmarkt in der Vergangenheit. Professor Weber, der einen Lehrstuhl für Finanzwirtschaft an der Mannheimer Universität innehat, stellt den Simulator Anlegern und Beratern auf der Webseite www.behavioral-finance.de zur Verfügung. Nutzer können dort anhand historischer Daten die Risiken bei Aktienengagements simulieren.

Ideen und Annahmen hinter dem Risikosimulator 

Nachfolgend versuchen wir, Ihre wichtigsten Fragen zum Onlinetool von Professor Weber zu beantworten. 

Welche Daten dienen als Grundlage?

Autor: Markus Jordan, Geschäftsführer Isarvest GmbH, mail: redaktion@extra-funds.de

Der Deutsche Aktienindex DAX ist die Basis, auf welcher die riskante Anlagemöglichkeit unter Einbeziehung willkürlich gewählter Monatsrenditen zwischen 1988 und 2015 simuliert wird. Die Berechnung berücksichtigt zudem die gezahlten Dividenden und findet auf der Grundlage von Überrenditen statt. Der Begriff steht für die Differenz zwischen einem vergleichsweise riskanten Investment in Aktien (Rendite gleich relativer Wertveränderung) und einer bei Tagesgeld gegebenen risikofreien Rendite.

Hierzu ein Beispiel:

Angenommen, die zufällig ausgewählte Monatsrendite einer Aktienanlage beträgt ein Prozent und der im gleichen Zeitraum ermittelte Tagesgeld-Ertrag liegt bei 0,2 Prozent, beläuft sich die Überrendite auf 0,8 Prozent.

Diese Überrendite ist also die meist positive Risikorendite aus einem diversifizierten Aktieninvestment. Sie kompensiert das nicht eliminierbare Restrisiko des Anlegers. Der Risikosimulator nutzt historische Überrenditen beim DAX im Vergleich zum EURIBOR, welcher als Berechnungsgrundlage für den risikofreien Zins dient.

Reinvestierte Dividenden

Damit der Simulator die Wertentwicklung des als Grundlage dienenden Portfolios vollständig reflektieren kann, wird der DAX Performance-Index genutzt. Bei dieser Indexberechnung werden die ausgeschütteten Dividenden automatisch reinvestiert und in die Indexentwicklung eingerechnet.

Der Risikosimulator baut auf eine der Kernideen des CPAM (Capital Asset Pricing Modell) auf, für dessen Entwicklung William F. Sharpe 1990 den Wirtschaftsnobelpreis erhielt." 

Die dahinter steckende Idee

Der Risikosimulator baut auf eine der Kernideen des CPAM (Capital Asset Pricing Modell) auf. Für dessen Entwicklung erhielt William F. Sharpe 1990 den Wirtschaftsnobelpreis. Die Anlageentscheidung wird dabei auf die Frage reduziert, welcher Portfolioanteil risikobehaftet ist und welcher risikofrei angelegt werden kann.

Anlagedauer und generelle Aussagen

Da statistisch verwertbare historische Renditedaten nur begrenzt verfügbar sind, ist der Risikosimulator nur auf eine Anlagedauer von maximal zehn Jahren ausgerichtet. Seriöse Aussagen über längere Zeiträume sind daher leider nicht möglich.

Der Simulator stützt sich auf DAX-Renditen, weil hier eine ausreichende Diversifikation sichergestellt ist und damit das Risiko-Ertrags-Profil tendenziell verbessert wird. Die Simulation erfolgt ausschließlich auf der Basis von Aktienrenditen, da andere Assetklassen unterschiedliche Charakteristiken hinsichtlich Ertrag und Risiko aufweisen.

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