Fonds-Ranglisten Schwankungsarme Fonds

Schwankungsarme Fonds sollen Kursbewegungen begrenzen und größere Verluste abfedern. Vollständig sicher sind sie trotzdem nicht. Auch defensive Aktien-, Anleihen- oder Mischfonds können zeitweise deutlich an Wert verlieren.

Die folgende Auswahl umfasst vier Gruppen mit jeweils drei Produkten. Maßstab ist soweit verfügbar die annualisierte Volatilität. Sie zeigt, wie stark der Fondspreis in der Vergangenheit schwankte. Die Zahlen sind nur innerhalb derselben Gruppe sinnvoll vergleichbar, weil sich Anlageklassen, Währungen und Messzeiträume unterscheiden.

Minimum-Volatility-Aktienfonds

Diese ETFs wählen Aktien so aus und gewichten sie so, dass das Gesamtportfolio historisch weniger schwankt als ein gewöhnlicher Marktindex. Das Verlustrisiko von Aktien bleibt jedoch bestehen.

  • 1. iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF - 8,16 Prozent Volatilität
    ISIN: IE00B8FHGS14
    Der ETF investiert in rund 280 Unternehmen aus Industrieländern. Im Vergleich zu einem klassischen MSCI-World-ETF werden schwankungsärmere Aktien stärker gewichtet. Die Volatilität über ein Jahr lag zuletzt bei 8,16 Prozent.
  • 2. Xtrackers MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF - 8,26 Prozent Volatilität
    ISIN: IE00BL25JN58
    Auch dieser ETF bildet den MSCI World Minimum Volatility ab. Zu den größeren Positionen gehörten zuletzt unter anderem Cisco, Duke Energy und Johnson & Johnson. Die Einjahresvolatilität betrug 8,26 Prozent.
  • 3. iShares Edge S&P 500 Minimum Volatility UCITS ETF - 9,25 Prozent Volatilität
    ISIN: IE00B6SPMN59
    Der Fonds beschränkt sich auf schwankungsärmere Unternehmen aus dem S&P 500. Damit bleibt er vollständig vom US-Aktienmarkt abhängig. Über ein Jahr lag die Volatilität bei 9,25 Prozent.

Minimum-Volatility-ETFs können in fallenden Märkten geringere Verluste verzeichnen. Bei kräftigen Kursanstiegen bleiben sie jedoch häufig hinter gewöhnlichen Aktienindizes zurück. Im Marktrückgang vom April 2025 verlor das defensive globale Aktiensegment laut einer justETF-Auswertung weniger als zehn Prozent, während der breite Markt zeitweise rund 20 Prozent nachgab.

Defensive Mischfonds

Defensive Mischfonds verteilen das Kapital überwiegend auf Anleihen und ergänzen Aktien oder andere Anlagen. Ihre Schwankungen liegen meist über denen kurzfristiger Anleihenfonds, aber unter denen reiner Aktienfonds.

  • 1. DWS Strategic Defensive LC - 3,86 Prozent Volatilität über drei Jahre
    ISIN: LU1740985228
    Der Fonds strebt über einen rollierenden Fünfjahreszeitraum eine jährliche Schwankungsbreite zwischen zwei und fünf Prozent an. Zuletzt lag die Dreijahresvolatilität bei 3,86 Prozent.
  • 2. Berenberg Multi Asset Defensive M A - 4,76 Prozent Volatilität über drei Jahre
    ISIN: DE000A2QK506
    Der Fonds kombiniert verschiedene Anlageklassen und verfolgt einen defensiven Ansatz. Die Dreijahresvolatilität betrug zuletzt 4,76 Prozent.
  • 3. Metzler Multi Asset Defensive B - 5,48 Prozent Volatilität über drei Jahre
    Der Fonds investiert vorwiegend in Anleihen und ergänzt unter anderem Gold und weitere Anlageklassen. Die Dreijahresvolatilität lag bei 5,48 Prozent, der maximale Rückgang über diesen Zeitraum bei 7,76 Prozent.

Die Bezeichnung "defensiv" ist nicht einheitlich geschützt. Aktienquoten, Absicherungen und Risikobudgets können sich daher erheblich unterscheiden.

Kurzlaufende Anleihenfonds

Kurze Restlaufzeiten verringern die Empfindlichkeit gegenüber Zinsänderungen. Bei Unternehmensanleihen bleibt zusätzlich das Risiko bestehen, dass sich die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners verschlechtert.

  • 1. iShares EUR Ultrashort Bond ESG SRI UCITS ETF - 0,86 Prozent Volatilität
    ISIN: IE00BJP26D89
    Der ETF investiert in sehr kurz laufende Euro-Unternehmensanleihen guter Bonität. Seine Einjahresvolatilität lag zuletzt bei lediglich 0,86 Prozent.
  • 2. Xtrackers Eurozone Government Bond 1-3 UCITS ETF - 1,20 Prozent Volatilität
    ISIN: LU0614173549
    Der Fonds enthält kurzlaufende Staatsanleihen aus der Eurozone. Mit 1,20 Prozent schwankte er zuletzt deutlich weniger als Fonds mit längeren Anleihelaufzeiten.
  • 3. iShares Core Euro Government Bond UCITS ETF - 4,21 Prozent Volatilität
    ISIN: IE00B4WXJJ64
    Dieser ETF deckt ein wesentlich breiteres Laufzeitspektrum ab. Seine Einjahresvolatilität von 4,21 Prozent zeigt, wie stark längere Laufzeiten die Kursschwankungen erhöhen können.

Für besonders schwankungsarme Anlagen sind ultrakurze Anleihen daher meist geeigneter als Fonds, die auch lang laufende Papiere enthalten.

Marktneutrale Fonds

Marktneutrale Fonds versuchen, von der Auswahl einzelner Wertpapiere zu profitieren, ohne dauerhaft stark auf steigende oder fallende Aktienmärkte angewiesen zu sein. Dafür verbinden sie Kaufpositionen mit gegenläufigen Verkaufs- oder Absicherungspositionen.

  • 1. UniInstitutional Equities Market Neutral - 1,52 Prozent Volatilität über drei Jahre
    Der Fonds zeigte zuletzt eine Dreijahresvolatilität von 1,52 Prozent. Über ein Jahr waren es 1,97 Prozent. Diese Werte lagen deutlich unter dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe.
  • 2. Lumyna - MW TOPS Market Neutral UCITS Fund - Zielvolatilität von 3 bis 5 Prozent
    ISIN: LU2367663650
    Das Management strebt eine Schwankungsbreite zwischen drei und fünf Prozent an. Die prognostizierte Volatilität lag im Februar 2026 vorübergehend bei 5,29 Prozent und damit leicht oberhalb des Zielbereichs.
  • 3. Columbia Threadneedle Market Neutral Fund
    ISIN: IE00B7WC3B40
    Der Fonds kombiniert steigende und fallende Positionen, um Erträge möglichst unabhängig von der allgemeinen Marktrichtung zu erzielen. Trotz der marktneutralen Ausrichtung weist der Anbieter ausdrücklich darauf hin, dass erhebliche Preisschwankungen möglich sind.

Marktneutral bedeutet somit nicht risikofrei. Die Ergebnisse hängen stark von den Modellen, der Auswahl des Managements und der Wirksamkeit der Absicherungen ab.

Fazit

Die niedrigsten Schwankungen dieser Auswahl zeigten sehr kurz laufende Anleihen- und einzelne marktneutrale Fonds. Minimum-Volatility-Aktienfonds schwankten mit rund acht bis neun Prozent deutlich stärker, aber weniger als viele gewöhnliche Aktienfonds.

Anleger sollten neben der Volatilität auch den maximalen Rückgang, die Rendite und die Kosten prüfen. Ein Fonds kann sehr ruhig verlaufen, aber langfristig nur geringe Erträge erzielen. Entscheidend ist daher nicht die niedrigste Schwankung allein, sondern das Verhältnis zwischen Risiko und erwarteter Rendite.

Datenstand: überwiegend 29. Mai bis 31. Juli 2026. Die Volatilitäten beziehen sich je nach Datenverfügbarkeit auf ein oder drei Jahre. Zielvolatilitäten sind keine Garantie. Frühere Schwankungen und Wertentwicklungen erlauben keine verlässliche Prognose zukünftiger Ergebnisse.