Dem Tulpenzwiebel-Crash ging eine jahrelang anhaltende Überbewertung der Blumenzwiebel voraus

Serie Geschichte: Schon damals gab es Preisblasen Tulpenzwiebel-Crash

Der vor 380 Jahren die Niederlande heimsuchende Tulpenzwiebel-Crash fand im Jahr 1637 mit dem "Schwarzen Freitag von Alkmaar" sein Ende. Bei rückwirkender Betrachtung der Finanzkrise wird eines klar: Preisblasen sind keine Erfindung der Gegenwart.

Dem Tulpenzwiebel-Crash ging eine jahrelang anhaltende Überbewertung der Blumenzwiebel voraus, durch welche alle Gruppen der niederländischen Bevölkerung zum Spekulieren animiert wurden. Die Preise trieben vor allem Leute in die Höhe, denen ausschließlich am Geschäft, aber kaum etwas an der Aufzucht lag. In der Folge stiegen die Preisforderungen für rare Tulpenzwiebeln auf das Niveau von in besten Lagen Amsterdams gelegenen Grachtenhäusern.

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Lange vor dem Tulpenzwiebel-Crash...

In den Niederlanden waren Tulpen im 16. Jahrhundert weitgehend unbekannt, sie wurden von Abenteurern und Gesandten des Hauses Habsburg aus Armenien und der Türkei als Heilpflanzen eingeführt. In den Niederlanden herrschte seinerzeit solider Wohlstand, welcher von Kaufleuten im Ostindiengeschäft ermöglicht wurde. Diese demonstrierten ihren Reichtum durch den Erwerb luxuriöser Anwesen mit riesigen Gärten, in denen vor allem prachtvolle Tulpen dominierten. 

Die Tulpe begeisterte die Niederländer aufgrund ihrer intensiven Farbgebung, sie löste Begierden aus und wurde schnell zum Statussymbol. Die Zwiebeln wurden von Frauen aus der Oberschicht pfundweise gekauft, die ausgereiften Tulpen schmückten die Trägerinnen bei allen gesellschaftlichen Anlässen. Problematisch waren die geringe Reproduktionsrate und schädliche Viren, beides führte zu einer Verknappung des Angebots. Damit entstand lange vor dem Tulpenzwiebel-Crash eine Preisblase.

Wie der Tulpenzwiebel-Crash begann

Wiederholte Versorgungsengpässe und anhaltende Begehrlichkeiten wurden von neuen Zwischenhändlern genutzt. Diese deckten sich mit Tulpenzwiebeln ein und erwirtschafteten lukrative Gewinne im Weiterverkauf. In der nächsten Eskalationsstufe ersetzte der Verkauf von Rechten den Handel mit Blumen, die Spekulation mit Tulpenzwiebeln wurde zum Volkssport. Die Tulpe wurde zu völlig überzogenen Preisen gehandelt, insbesondere für rare Zwiebeln riefen die Händler auf heutiges Niveau umgerechnete Summen von mehreren Tausend Euro auf. Der Handel fand nicht an der Börse, sondern auf Straßen, Plätzen und in Kneipen statt. Die Preise stiegen kontinuierlich, bis ein Ereignis den Beginn des Crashs andeutete.

Preisblasen sind keine Errungenschaften der Neuzeit."

Der Tulpenzwiebel-Crash und seine Folgen

Über Jahre funktionierte der Handel mit Tulpenzwiebeln einwandfrei, weil jeder Spekulant mühelos einen Abnehmer zu höheren Preisen fand. Bei einer 1637 abgehaltenen Auktion in Haarlem konnte ein Händler erstmals keinen Käufer für Tulpenzwiebel-Rechte finden. Dies sprach sich in Windeseile herum und führte zu einem totalen Zusammenbruch des Marktes. Angesichts rapide verfallender Preise riefen die Spekulanten nach staatlicher Hilfe. Die Regierung reagierte mit einem rigorosen Verbot des Terminhandels und untersagte Züchtern ebenso wie Händlern die Lösung ihrer Streitigkeiten vor Gericht. 

Wie aus zuverlässigen Quellen zu entnehmen ist, hat der Tulpenzwiebel-Crash zu einer Verdopplung der Pleiten geführt. Es wäre noch weitaus schlimmer gekommen, wenn die Niederlande damals weniger Erfolg beim Handel gehabt hätten. Eines beweist der Crash jedoch deutlich: Preisblasen sind keine Errungenschaften der Neuzeit.

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