Welt der Aktien Dividenden und Ausschüttungen
Gewinnbeteiligung, Dividendenrendite und Bedeutung regelmäßiger Zahlungen.
Wer eine Aktie besitzt, kann auf zwei Arten von einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung profitieren: durch steigende Kurse und durch Ausschüttungen. Viele Aktiengesellschaften geben einen Teil ihres erwirtschafteten Gewinns an ihre Eigentümer weiter. Diese Zahlung wird als Dividende (Gewinnausschüttung an Aktionäre) bezeichnet.
Für Anleger können Dividenden einen wichtigen Bestandteil der langfristigen Rendite darstellen. Sie sind jedoch keineswegs garantiert. Ob ein Unternehmen ausschüttet, wie hoch die Zahlung ausfällt und ob sie regelmäßig steigt, hängt von Geschäftsentwicklung, Finanzlage und Unternehmensstrategie ab.
Gewinn kann ausgeschüttet oder investiert werden
Erwirtschaftet ein Unternehmen einen Gewinn, stehen grundsätzlich verschiedene Verwendungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das Geld kann beispielsweise in neue Fabriken, Forschung, Übernahmen oder die Rückzahlung von Schulden fließen. Ein Teil kann aber auch an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
Gerade etablierte Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen zahlen häufig regelmäßig Dividenden. Junge Wachstumsunternehmen verzichten dagegen teilweise vollständig darauf. Sie investieren ihre Gewinne lieber in weiteres Wachstum.
Eine fehlende Dividende ist deshalb nicht automatisch negativ. Entscheidend ist, ob das Unternehmen das einbehaltene Kapital sinnvoll einsetzen kann.
Hauptversammlung entscheidet über die Dividende
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Bei deutschen Aktiengesellschaften schlägt der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat normalerweise vor, wie hoch die Dividende ausfallen soll. Die Aktionäre stimmen anschließend auf der Hauptversammlung darüber ab.
Die Höhe wird meist als Betrag je Aktie angegeben. Beschließt ein Unternehmen beispielsweise eine Dividende von drei Euro je Aktie und besitzt ein Anleger 200 Aktien, erhält er grundsätzlich 600 Euro vor Steuern.
Für viele Anleger ist daneben die Dividendenrendite (Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs) interessant.
Zahlt ein Unternehmen bei einem Aktienkurs von 100 Euro vier Euro Dividende, entspricht dies einer Dividendenrendite von vier Prozent.
Diese Kennzahl erleichtert Vergleiche, darf aber nicht isoliert betrachtet werden.
Hohe Dividendenrendite kann ein Warnsignal sein
Eine besonders hohe Dividendenrendite wirkt zunächst attraktiv. Sie kann jedoch auch dadurch entstehen, dass der Aktienkurs stark gefallen ist.
Ein Beispiel: Eine Aktie kostet zunächst 100 Euro und zahlt fünf Euro Dividende. Die Dividendenrendite beträgt fünf Prozent. Fällt der Kurs anschließend auf 50 Euro und bleibt die zuletzt gezahlte Dividende rechnerisch unverändert, erscheinen plötzlich zehn Prozent Dividendenrendite.
Das bedeutet nicht automatisch, dass das Unternehmen attraktiver geworden ist. Der Kursrückgang kann vielmehr darauf hindeuten, dass Anleger mit sinkenden Gewinnen oder einer späteren Dividendenkürzung rechnen.
Bei Dividendenaktien lohnt deshalb der Blick auf mehrere Punkte:
- Gewinne und Zahlungsfähigkeit des Unternehmens,
- Entwicklung der Ausschüttungen über mehrere Jahre,
- Verhältnis zwischen ausgeschüttetem Gewinn und verbleibenden Mitteln.
Die Ausschüttungsquote (Anteil des Gewinns, der als Dividende ausgezahlt wird) kann dabei zusätzliche Hinweise liefern. Eine dauerhaft sehr hohe Quote lässt weniger Spielraum für Investitionen oder schwierige Geschäftsjahre.
Dividenden sind kein zusätzliches Geschenk
Eine hohe Dividende allein macht eine Aktie jedoch noch nicht attraktiv. Entscheidend bleibt, ob das Unternehmen nachhaltig Gewinne erwirtschaftet, genügend Kapital für seine weitere Entwicklung behält und die Ausschüttung aus eigener wirtschaftlicher Stärke finanzieren kann."
Ein verbreitetes Missverständnis besteht darin, Dividenden als eine Art Bonus neben dem Unternehmenswert zu betrachten. Tatsächlich verlässt mit der Ausschüttung Geld das Unternehmen.
Am sogenannten Ex-Dividenden-Tag (erster Börsentag nach Abtrennung des Dividendenanspruchs) wird die Aktie deshalb rechnerisch um den Dividendenbetrag niedriger gehandelt. Bei einer Dividende von vier Euro fällt der Kurs theoretisch ebenfalls um etwa vier Euro, sofern andere Markteinflüsse außen vor bleiben.
Der Anleger besitzt anschließend also eine etwas weniger wertvolle Unternehmensbeteiligung und dafür zusätzlich Bargeld auf seinem Konto.
Eine Dividende schafft damit nicht unmittelbar neues Vermögen. Langfristig kann sie dennoch einen erheblichen Beitrag zur Gesamtrendite leisten.
Wiederanlage verstärkt langfristigen Effekt
Besonders interessant wird die Dividende bei langen Anlagezeiträumen. Werden Ausschüttungen nicht verbraucht, sondern wieder in Aktien oder Fonds investiert, können auch diese zusätzlichen Anteile künftig Erträge erwirtschaften.
Hier wirkt der Zinseszinseffekt (Erträge erzeugen weitere Erträge). Deshalb unterscheiden Anleger zwischen der reinen Kursentwicklung und der Gesamtrendite (Kursentwicklung einschließlich Ausschüttungen).
Über mehrere Jahrzehnte kann dieser Unterschied beträchtlich sein. Ein Kurschart, der Dividenden nicht berücksichtigt, bildet den tatsächlichen Anlageerfolg daher nur teilweise ab.
Regelmäßige Ausschüttungen können psychologisch helfen
Dividenden haben neben ihrer finanziellen auch eine psychologische Wirkung. Regelmäßige Zahlungen vermitteln vielen Anlegern das Gefühl, unmittelbar am Unternehmenserfolg beteiligt zu sein.
Für Menschen, die aus ihrem Vermögen laufende Einnahmen erzielen möchten, können Ausschüttungen ebenfalls interessant sein. Dennoch sollte ein Depot nicht allein danach zusammengestellt werden, welche Aktien aktuell die höchste Dividende zahlen.
Eine breite Streuung, solide Unternehmen und die Gesamtentwicklung des Vermögens bleiben wichtiger als eine möglichst hohe einzelne Ausschüttung.
Fazit
Dividenden sind ein sichtbarer Ausdruck des Eigentums an einem Unternehmen. Sie können laufende Einnahmen schaffen und bei Wiederanlage langfristig erheblich zum Vermögensaufbau beitragen.
Eine hohe Dividende allein macht eine Aktie jedoch noch nicht attraktiv. Entscheidend bleibt, ob das Unternehmen nachhaltig Gewinne erwirtschaftet, genügend Kapital für seine weitere Entwicklung behält und die Ausschüttung aus eigener wirtschaftlicher Stärke finanzieren kann.
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