Fonds-Ranglisten Erfolgreiche Schwellenländerfonds

Schwellenländer bieten höhere Wachstumschancen, gehen aber auch mit politischen Risiken, Währungsschwankungen und teilweise geringeren Standards beim Anlegerschutz einher.

Die Ergebnisse unterscheiden sich stark danach, welche Länder und Regionen ein Fonds abdeckt. Die folgende Auswahl zeigt vier Gruppen mit jeweils drei Produkten. Maßstab ist die Wertentwicklung über fünf Jahre in Euro. Angegeben werden die durchschnittliche Rendite pro Jahr, der Gesamtzuwachs sowie der rechnerische Wert einer einmaligen Anlage von 10.000 Euro.

Asienfonds

Asien besitzt in globalen Schwellenländerindizes das mit Abstand größte Gewicht. Besonders wichtig sind China, Taiwan, Indien und Südkorea.

  • 1. iShares MSCI EM Asia UCITS ETF - 8,6 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 50,8 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 15.080 Euro
    Der ETF investiert in große und mittelgroße Unternehmen asiatischer Schwellenländer. Seine Entwicklung hängt stark von Technologie-, Halbleiter- und Finanzunternehmen aus Taiwan, China und Indien ab.
  • 2. Amundi MSCI Emerging Markets Asia UCITS ETF USD - 8,4 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 49,8 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 14.980 Euro
    Das Produkt bildet denselben regionalen Aktienmarkt synthetisch ab. Der geringe Abstand zum Erstplatzierten erklärt sich vor allem durch Kosten und Unterschiede bei der Indexabbildung.
  • 3. Amundi MSCI Emerging Markets Asia UCITS ETF EUR - 8,3 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 49,0 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 14.900 Euro
    Auch dieser ETF folgt dem MSCI Emerging Markets Asia. Die drei Produkte liegen deshalb bei der langfristigen Wertentwicklung sehr dicht beieinander.

Die Ergebnisse zeigen zugleich, wie stark Schwellenländeranlagen von Asien geprägt werden. Wer bereits einen breiten Emerging-Markets-Fonds besitzt, hält meist schon einen erheblichen Anteil dieser Unternehmen.

Lateinamerikafonds

Lateinamerikafonds investieren vor allem in Brasilien, Mexiko, Chile, Peru und Kolumbien. Rohstoffpreise, Zinsen und politische Entwicklungen beeinflussen die Kurse besonders stark.

  • 1. iShares MSCI EM Latin America UCITS ETF - 9,7 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 58,8 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 15.880 Euro
    Der ETF folgt einem Index, der das Gewicht einzelner Unternehmen begrenzt. Brasilianische Aktien bleiben dennoch besonders stark vertreten.
  • 2. Amundi MSCI Emerging Markets Latin America UCITS ETF USD - 9,7 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 58,8 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 15.880 Euro
    Der synthetisch abgebildete Fonds lag nur wenige Euro hinter dem iShares-Produkt. Die fast identischen Ergebnisse zeigen, dass beide weitgehend denselben Markt erfassen.
  • 3. Amundi MSCI Emerging Markets Latin America UCITS ETF EUR - 9,6 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 57,9 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 15.790 Euro
    Auch diese Anteilklasse erreichte über fünf Jahre einen deutlichen Zuwachs. Die Unterschiede zwischen den ersten drei Plätzen sind gering.

Lateinamerika entwickelte sich im betrachteten Zeitraum erfolgreicher als breite Schwellenländerindizes. Gleichzeitig ist die Region stark von Banken, Energieunternehmen und Rohstoffproduzenten abhängig.

Afrikafonds

Das Angebot europäisch zugelassener Afrikafonds ist sehr klein. Aktuell stehen nur zwei breit aufgestellte Afrika-ETFs zur Verfügung. Für den dritten Platz wird deshalb ein Südafrika-ETF ergänzt.

  • 1. Amundi Pan Africa UCITS ETF - 9,5 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 57,3 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 15.730 Euro
    Der Fonds investiert in 30 größere Unternehmen aus Südafrika, Nordafrika und weiteren Ländern südlich der Sahara. Die Gewichtung der Regionen ist vergleichsweise ausgewogen.
  • 2. Xtrackers MSCI EFM Africa Top 50 Capped UCITS ETF - 6,2 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 35,1 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 13.510 Euro
    Der ETF bildet 50 größere Unternehmen aus afrikanischen Schwellen- und Grenzmärkten ab. Einzelne Länder und Unternehmen dürfen bestimmte Gewichtsgrenzen nicht überschreiten.
  • 3. HSBC MSCI South Africa Capped UCITS ETF - 2,5 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 13,0 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 11.300 Euro
    Der Fonds investiert ausschließlich in Südafrika und ist deshalb kein breit gestreuter Afrikafonds. Er ergänzt die Gruppe, weil kein dritter europaweit verfügbarer ETF auf den gesamten Kontinent existiert.

Afrikafonds können stark schwanken und sind teilweise klein. Politische Unsicherheit, Rohstoffabhängigkeit, geringe Marktliquidität und Währungen spielen eine besonders große Rolle.

Globale Schwellenländerfonds

Breite Schwellenländerfonds verteilen das Kapital über verschiedene Regionen. Asien bleibt dennoch dominant, während Lateinamerika, Afrika und der Nahe Osten meist geringere Anteile besitzen.

  • 1. Emerging-Markets-ETF ohne China - rund 14,0 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 92,9 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 19.290 Euro
    Fonds ohne China profitierten davon, dass andere Schwellenländer - insbesondere Indien, Taiwan und Südkorea - zeitweise besser abschnitten. Die hohe Rendite beruht allerdings auf einer gezielten Länderabweichung.
  • 2. UBS Core MSCI Emerging Markets UCITS ETF - 8,1 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 47,8 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 14.780 Euro
    Der ETF bildet den klassischen MSCI Emerging Markets ab und streut über große und mittelgroße Unternehmen verschiedener Schwellenländer.
  • 3. iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF - 8,1 Prozent pro Jahr
    Gesamtzuwachs: 47,7 Prozent
    Aus 10.000 Euro wurden: rund 14.770 Euro
    Zusätzlich zu großen und mittleren Unternehmen enthält der Fonds auch kleinere Aktien. Die breitere Streuung führte im betrachteten Zeitraum jedoch nicht zu einer höheren Rendite.

Fazit

Lateinamerika- und Asienfonds erzielten über fünf Jahre überwiegend Renditen zwischen acht und zehn Prozent pro Jahr. Afrikafonds entwickelten sich uneinheitlicher, während ein globaler Schwellenländerindex ohne China besonders stark abschnitt.

Regionale Spitzenrenditen sollten dennoch nicht zum alleinigen Auswahlkriterium werden. Länder- und Regionenfonds schwanken meist stärker als breit gestreute Emerging-Markets-Produkte. Für viele Anleger eignen sie sich daher eher als begrenzte Ergänzung.

Datenstand: 30. Juni 2026. Wertentwicklungen in Euro, einschließlich wiederangelegter Ausschüttungen und nach laufenden Fondskosten. In der Gruppe Afrika wurde mangels eines dritten breit gestreuten Afrika-ETFs ein Südafrika-ETF ergänzt. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.