Ein Franzose wagt die Wiedergeburt Tupperware vor einem Comeback
Kaum eine Marke ist so eng mit der Nachkriegsküche und dem modernen Haushaltsleben verknüpft wie Tupperware. In Deutschland avancierte das Unternehmen mit seinen ikonischen Frischhaltedosen zum Symbol funktionaler Ordnung und smarter Aufbewahrung. Jahrzehntelang waren die legendären Tupperpartys fester Bestandteil des Alltags – meist von Frauen organisiert, gesellig und verkaufsstark.
Doch in den letzten Jahren bröckelte der Glanz. Das Geschäftsmodell alterte, der Vertrieb kam ins Straucheln, neue Anbieter drängten auf den Markt – flexibler, digitaler, günstiger. Schließlich wurde es still um die Marke, die einst für unverwüstliche Qualität und ein fast kultisches Produkterlebnis stand. Noch im Januar 2024 verkündete der deutsche Ableger das Ende des Vertriebs. Tupperware schien Geschichte.
Doch jetzt keimt neue Hoffnung. Ein französischer Unternehmer hat sich der Marke angenommen – und plant nichts weniger als ein Comeback, auch auf dem deutschen Markt.
Ein Traditionsunternehmen in der Krise
Der Niedergang von Tupperware kam nicht über Nacht, sondern war das Ergebnis mehrerer struktureller Fehlentscheidungen. Das Unternehmen hielt zu lange am klassischen Direktvertriebsmodell fest, ignorierte digitale Verkaufskanäle und verpasste den Anschluss an veränderte Lebensstile und Konsumgewohnheiten.
Gleichzeitig drängten immer mehr Anbieter in das Segment der Frischhaltedosen – Discounter, Designmarken, nachhaltige Start-ups. Die einstige Innovationsführerschaft der Marke verblasste.
Hinzu kamen finanzielle Turbulenzen: In den USA geriet der Mutterkonzern unter Druck, Restrukturierungsmaßnahmen griffen zu spät, Investoren zogen sich zurück. Der Marktwert sank, das Image litt – und das Vertrauen der Kunden gleich mit.
Neustart mit französischem Akzent
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Der Mann, der Tupperware nun zu neuem Leben verhelfen will, ist der französische Unternehmer Laurent de la Clergerie.
Er ist kein Unbekannter in der europäischen Handelswelt – als Gründer der Elektronikkette LDLC bewies er Gespür für Markenführung, E-Commerce und Kundenbindung.
Nun will er diese Erfahrung auf Tupperware übertragen – mit einem Mix aus Respekt vor der Tradition und radikalem Neudenken.
Seine Vision: Tupperware bleibt Tupperware, aber wird neu erzählt. Keine bloße Nostalgie, sondern eine Transformation zu einer zeitgemäßen, nachhaltigen und digital erreichbaren Lifestyle-Marke.
De la Clergerie plant:
- Ein modernes Vertriebskonzept mit stationärem Handel, E-Commerce und Influencer-Marketing.
- Frische Designs und neue Materialien, ohne die bewährte Produktqualität aufzugeben.
- Ein Relaunch in mehreren europäischen Märkten, darunter auch Deutschland – das einst wichtigste Pflaster der Marke.
- Partnerschaften mit nachhaltigen und regionalen Anbietern, um dem Zeitgeist gerecht zu werden.
Tupperware in Deutschland: Mehr als ein Produkt, ein Lebensgefühl
Der französische Neustart bringt frischen Wind – und eine realistische Chance auf Wiederbelebung. Ob es gelingt, hängt davon ab, ob Tupperware sich neu erfinden kann, ohne sich selbst zu verlieren. Wenn das gelingt, könnte aus dem Stillstand tatsächlich ein neues Kapitel werden – für die Marke, für den Handel, und vielleicht auch für das ein oder andere gut gefüllte Vorratsregal."
Kaum ein Markt war für Tupperware so bedeutend wie Deutschland. Die hier entstandene Vertriebskultur mit unzähligen Tupperberaterinnen prägte ganze Generationen. Produkte wie der „Wunderkneter“, der „Schneebesen mit Clip“ oder die stapelbaren Behältersysteme wurden zu Haushaltsikonen – oft über Jahrzehnte hinweg in Gebrauch.
Doch gerade diese emotionale Bindung birgt auch Herausforderungen. Ein bloßes Rebranding würde nicht ausreichen. Es geht darum, das Markenerbe klug zu nutzen, ohne in der Vergangenheit stecken zu bleiben. Junge Zielgruppen erwarten mehr als funktionale Produkte – sie wollen Design, Nachhaltigkeit, Sinn. Und: Sie kaufen anders – online, spontan, visuell getrieben und oft mit Wertekompass.
Der neue Tupperware-Ansatz muss diesen Wandel nicht nur mitgehen, sondern glaubwürdig verkörpern.
Risiken und Chancen der Wiedergeburt
Ein Comeback einer Traditionsmarke ist nie einfach. Viele große Namen scheiterten daran, die Balance zwischen Wiedererkennbarkeit und Modernität zu finden. Auch Tupperware wird mit typischen Reanimationsproblemen zu kämpfen haben:
- Markensättigung im Segment: Die Konkurrenz ist groß, günstig und kreativ.
- Vertriebskosten: Ein hybrides Modell aus stationärem Handel und Online-Vertrieb erfordert hohe Investitionen.
- Kundengewinnung: Die alten Kundinnen sind zum Teil nicht mehr aktiv – und die jungen kennen Tupperware oft nur vom Hörensagen.
- Markenimage: Die Marke muss den Sprung von „Hausfrauen-Nostalgie“ zur „progressiven Haushaltslösung“ schaffen.
Doch es gibt auch Chancen:
- Markenbekanntheit ist vorhanden – und das ist in einem gesättigten Markt Gold wert.
- Retro-Trends und Sehnsucht nach Langlebigkeit und Qualität könnten Tupperware zum richtigen Zeitpunkt zurückbringen.
- Nachhaltigkeit als Trumpf: Wiederverwendbare Behälter passen ideal zum Zeitgeist – wenn die Erzählung stimmt.
Fazit: Das Comeback der Frische?
Tupperware ist mehr als nur ein Kunststoffprodukt. Es ist ein Stück Nachkriegsgeschichte, ein Symbol für Aufbruch und Selbstorganisation – vor allem für Frauen. Doch um in der Gegenwart relevant zu bleiben, braucht die Marke mehr als Sentimentalität.

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