Autobahnen als Einnahmequellen

Infrastruktur als Anlagemöglichkeit Autobahnen im Visier

Angesichts anhaltend niedriger Anleiherenditen suchen Versicherungen und andere institutionelle Anleger händeringend nach lohnenderen Anlagealternativen. Das ist nicht einfach, denn aufsichtsrechtliche Regelungen setzen Investments in riskanteren, aber risikoträchtigeren Bereichen enge Grenzen. Infrastruktur-Investitionen könnten einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten.

Der Bedarf an Infrastruktur-Maßnahmen ist nicht nur in Deutschland riesengroß. Sind es hierzulande vor allem die Autobahnen, erneuerbare Energien und Stromtrassen, die Milliardeninvestitionen benötigen, gibt es auch in anderen Ländern gewaltige Potentiale. Infrastruktur umfasst ein breites Spektrum - von Verkehrswegen, Flug- und Seehäfen, über Kommunikations- und Informationsnetze, Energieerzeugung und -versorgung bis hin zu Einrichtungen des Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesens.

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Riesiger Bedarf angesichts leerer Kassen

Normalerweise ist die Bereitstellung eine öffentliche Aufgabe, doch angesichts hoher Staatsschulden und leerer öffentlicher Kassen werden solche Maßnahmen zunehmend privatisiert. 

Bundeswirtschaftsminister Gabriel liegt zum Beispiel aktuell ein Vorschlag zur Schaffung einer Verkehrsinfrastrukturgesellschaft für die Bundesautobahnen vor, die zum Teil auch privat finanziert werden sollen. In Junckers 315 Milliarden-Investitionsprogramm für Europa spielt private Finanzierung ebenfalls eine tragende Rolle. Von den angestrebten 315 Milliarden Euro Investitionsvolumen sollen nur 42 Milliarden aus öffentlichen Mitteln mobilisiert werden.

Vorschläge für mehr private Finanzierung

Außerdem macht sich die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa dafür stark, die Eigenkapitalanforderungen für Infrastruktur-Investitionen von Versicherungen abzuschwächen. Damit würde den Versicherungsunternehmen ein interessantes, neues Investment-Feld eröffnet, für das sie weniger teures Eigenkapital einsetzen müssten. 

Besonderheiten des Infrastruktur-Investments 

Im Unterschied zu herkömmlichen Investitionen lassen sich Investments in Autobahnen, Flughäfen usw. vergleichsweise gut kalkulieren. Die Einnahmen aus solchen Projekten sind nämlich relativ sicher und verlässlich zu prognostizieren. Sie speisen sich aus Nutzungsgebühren, Mauteinnahmen, Netzentgelten, Einspeisevergütungen und ähnlichen Einnahmen - also Erträgen, die quasi den Charakter einer öffentlichen Abgabe haben und nicht selten auf einer monopolartigen Stellung beruhen.

Das Investitionsrisiko entsteht vor allem aus der Planung und Umsetzung eines Projektes. Hier kommt es häufig zu deutlichen Zeitverzögerungen und dramatischen Überschreitungen des ursprünglichen Kostenrahmens. Markante Beispiele sind der Berliner BER-Flughafen oder die Hamburger Elbphilharmonie. 

Der Bedarf an Infrastruktur-Maßnahmen ist nicht nur in Deutschland riesengroß."

Interessant für Groß-Engagements 

Ganz ohne Risiko sind also auch Infrastruktur-Investitionen nicht. Wenn der Staat hier verstärkt Versicherungen als Investoren gewinnen will, wird es daher darauf ankommen, das private Kapital entsprechend abzusichern. Dann dürften solche Investments für viele Versicherungen interessant werden. Bei den größeren Unternehmen der Branche befasst man sich längst intensiver mit dem Thema.

Hier tut man sich auch mit der Kapitalunterlegung leichter, denn dafür gelten in der Regel unternehmensindividuelle Modelle. Kleinere Versicherungen sind dagegen skeptischer. Hier kann man sich nur Engagements in begrenztem Umfang vorstellen. Die Projekte erfordern allerdings oft hohe Beteiligungssummen.

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