Die Haspa hat seit 2023 ein eigenes internes Recruiting-Team aufgebaut

Haspa krempelt Recruiting komplett um Kampf um Talente

Aktive Ansprache, spezialisierte Teams und die Öffnung für neue Zielgruppen ersetzen passive Anzeigenmodelle.

Der Fachkräftemangel verändert die Personalstrategien in der Bankenbranche grundlegend. Klassische Stellenanzeigen verlieren an Wirkung, während der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende intensiver wird. Die Hamburger Sparkasse reagiert darauf mit einem umfassenden Umbau ihres Recruitings. Der Fokus liegt nicht mehr auf passivem Warten, sondern auf aktiver Ansprache potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten.

Mit einer Bilanzsumme von rund 57 Milliarden Euro ist die Haspa die größte deutsche Sparkasse. Entsprechend hoch ist der Personalbedarf in Beratung, IT, Vertrieb und internen Funktionen. Um diesen langfristig zu sichern, wurden Prozesse, Rollen und Zuständigkeiten im Recruiting neu definiert.


Aktive Suche statt klassischer Anzeigenlogik

Kern der neuen Strategie ist der Abschied von der reinen Anzeigenlogik.

Statt Stellen auszuschreiben und auf Bewerbungen zu warten, sucht die Haspa gezielt nach passenden Profilen.

Die Bank nutzt dazu Netzwerke, soziale Medien und direkte Ansprache.

Dieser Ansatz verändert nicht nur die Reichweite, sondern auch die Qualität des Bewerberpools.

Laut Dennis Chan, Bereichsleiter People & Culture, hat sich die Zahl der Kandidaten für einzelne Positionen spürbar erhöht.

Gleichzeitig erreicht die Haspa Menschen, die sich nicht aktiv auf Jobsuche befinden, aber offen für neue Perspektiven sind.


Aufbau eines eigenen Recruiting-Teams

Um diesen Ansatz umzusetzen, hat die Haspa seit 2023 ein eigenes internes Recruiting-Team aufgebaut. Heute arbeiten dort rund zehn spezialisierte Mitarbeitende, deren ausschließliche Aufgabe die aktive Kandidatensuche ist.

Zentrale Elemente des neuen Recruitings sind:

  • gezielte Direktansprache über Netzwerke und Social Media
  • klare Trennung zwischen Recruiting und klassischen HR-Aufgaben
  • kontinuierlicher Aufbau und Pflege eines Kandidatenpools

Zuvor war Recruiting bei Personalreferenten angesiedelt, die diese Aufgabe zusätzlich zu anderen Tätigkeiten übernommen hatten. Die aktive Suche fand kaum statt. Mit dem neuen Modell professionalisiert die Haspa diesen Bereich deutlich.


Öffnung für Quereinsteiger und neue Zielgruppen

Der Umbau des Recruitings zeigt, wie stark sich auch traditionelle Institute an veränderte Arbeitsmärkte anpassen müssen. Geschwindigkeit, Sichtbarkeit und persönliche Ansprache werden zu entscheidenden Faktoren."

Parallel zur Prozessänderung öffnet sich die Haspa stärker für Quereinsteiger. Gesucht werden nicht nur klassische Bankprofile, sondern auch Kandidaten mit anderen beruflichen Hintergründen, die fachlich oder kulturell passen.

Diese Öffnung erweitert den Talentpool und trägt der Realität eines ausgedünnten Arbeitsmarktes Rechnung. Qualifikation wird stärker als entwickelbar betrachtet, Motivation und Lernfähigkeit gewinnen an Gewicht. Ergänzend investiert die Haspa in Ausbildung und Nachwuchsförderung.

Ein sichtbares Zeichen dafür sind sogenannte Azubi-Apartments, mit denen die Bank jungen Menschen den Einstieg in Hamburg erleichtert. Wohnraum wird damit Teil der Personalstrategie.


Recruiting als strategische Funktion

Der Umbau zeigt, dass Recruiting nicht mehr als administrative Aufgabe verstanden wird, sondern als strategische Funktion. Die Gewinnung von Mitarbeitenden entscheidet zunehmend über Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Wettbewerbsposition.

Die neue Rolle des Recruitings umfasst:

  • frühzeitige Identifikation künftiger Kompetenzbedarfe
  • aktive Positionierung der Bank als Arbeitgeber
  • enge Verzahnung mit Kultur- und Personalentwicklung

Damit rückt People & Culture stärker ins Zentrum der Unternehmenssteuerung. Personalgewinnung wird planbar, messbar und langfristig ausgerichtet.


Signalwirkung für die Bankenbranche

Die Haspa steht mit diesem Ansatz nicht allein, setzt aber ein klares Signal. Der Fachkräftemangel zwingt Institute dazu, eingefahrene Strukturen zu verlassen. Wer weiterhin auf passive Prozesse setzt, riskiert, im Wettbewerb um Talente zurückzufallen.


Fazit

Die Haspa reagiert auf den Fachkräftemangel mit einem grundlegenden Strategiewechsel im Recruiting. Aktive Ansprache, spezialisierte Teams und die Öffnung für neue Zielgruppen ersetzen passive Anzeigenmodelle. Recruiting wird damit zu einer zentralen Stellschraube der Zukunftssicherung. Der Ansatz verdeutlicht, dass erfolgreiche Personalgewinnung heute Planung, Investitionen und einen klaren kulturellen Wandel erfordert.

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