Wirtschaft im Zitat - Gedanken, Märkte, Haltungen

Aphorismen: George Bernard Shaw Psychologische Mechanik

Warum Menschen Gefühle ordnen und dann nachträglich begründen.

George Bernard Shaws Satz beschreibt eine fundamentale Beobachtung des menschlichen Entscheidungsverhaltens: "Die Menschen sind nicht logisch, sondern psychologisch. Sie sind emotional - und suchen dann Gründe." Der Gedanke entlarvt die Reihenfolge, in der Urteile oft entstehen: erst Regung, dann Rationalisierung. Shaw öffnet damit den Blick auf eine Struktur, die im Privaten ebenso wirkt wie in Organisationen, Märkten und politischen Entscheidungen. Der Aphorismus ist präzise, aber nicht zynisch. Er beschreibt kein Defizit, sondern ein Grundmuster menschlicher Orientierung.

a) Charakterisierung der Person

George Bernard Shaw war ein Autor, der menschliche Verhaltensmuster mit scharfem Blick und ironischer Distanz beschrieb. Seine Stücke und Essays zeigen Figuren, deren Motive weniger aus Logik als aus emotionalen Impulsen entstehen.

Die Menschen sind nicht logisch, sondern psychologisch. Sie sind emotional - und suchen dann Gründe."

Aus dieser Haltung heraus formulierte er den Satz: "Die Menschen sind nicht logisch, sondern psychologisch. Sie sind emotional - und suchen dann Gründe." Shaw beobachtete, wie oft Argumente nachträglich konstruiert werden, um Gefühle zu rechtfertigen. Sein Interesse galt nicht der Verurteilung, sondern der Diagnose: Er wollte sichtbar machen, wie Entscheidungen tatsächlich entstehen.

b) Erklärung des Zitats

Shaws Satz legt eine Abfolge frei: Emotion → Handlung → Begründung. Die Logik dient oft als spätere Ordnung, nicht als Ausgangspunkt. Menschen suchen Gründe, um Unsicherheiten zu reduzieren und ihre Entscheidungen stabil wirken zu lassen. Diese Struktur zeigt sich nicht nur in persönlichen Beziehungen, sondern auch in kollektiven Prozessen.

  • Emotionen initiieren Bewegungen.
  • Gründe folgen, um Kohärenz zu erzeugen.
  • Logik wirkt nachträglich, nicht ursächlich.

Der Aphorismus macht damit eine unsichtbare Architektur sichtbar: Die Rationalisierung kommt zu spät, um den Impuls zu ersetzen, aber früh genug, um ihm eine Form zu geben.

c) Bedeutung in der heutigen Finanzwelt

In Finanzmärkten erscheint Rationalität oft als Ideal, doch die Realität bestätigt Shaws Beobachtung.

Marktbewegungen entstehen selten nur aus Daten, sondern aus Stimmungen, Erwartungen und Erzählungen.

Menschen interpretieren Zahlen emotional und greifen dann auf Argumente zurück, die ihre Sicht stützen.

So entstehen Trends, Übertreibungen und narrative Muster, die erst später anhand von Fakten überprüfbar werden.

Der Aphorismus hilft, diese Dynamiken zu erkennen und Entscheidungen bewusst auf Distanz zur eigenen Emotionalität zu treffen.

d) Fazit 

Shaw zeigt, dass Logik häufig der zweite Schritt ist. Der Satz macht deutlich, dass Entscheidungen ohne das Verständnis psychologischer Prozesse unvollständig bleiben. Wer diese Mechanik erkennt, sieht klarer: Nicht Argumente steuern Verhalten, sondern die Gründe, die Menschen brauchen, um ihre Gefühle zu ordnen.

Merksätze:

  1. Emotionen kommen vor Argumenten.
  2. Begründungen entstehen oft nach Entscheidungen.
  3. Psychologie prägt Verhalten stärker als Logik.

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