Templeton Growth (Euro) Fund Von KI zu Value: Anleger werden wählerischer
Im ersten Quartal 2026 zeigte sich ein auffälliger Wandel. Die Dominanz der großen US-Technologiewerte nimmt ab. Stattdessen gewinnen Value-Titel, zyklische Unternehmen sowie Small und Mid Caps an Gewicht.
Die globalen Aktienmärkte wirken auf den ersten Blick robust. Die großen Indizes halten sich stabil, Rückschläge bleiben begrenzt, und viele Anleger sehen weiterhin ausreichend Unterstützung durch Wachstum, Liquidität und Unternehmensgewinne. Unter dieser ruhigen Oberfläche verschiebt sich das Marktbild jedoch spürbar. Genau darauf weist Peter Sartori, Portfoliomanager des Templeton Growth (Euro) Fund, hin. Nicht mehr die breite Marktbewegung allein ist entscheidend, sondern die Frage, welche Segmente noch tragen und welche an Überzeugungskraft verlieren.
Der Text folgt dabei einer klaren Linie. Zunächst geht es um die veränderte Marktführung und die Rotation innerhalb der Aktienmärkte. Danach steht die Rolle von künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt. Anschließend folgen geopolitische Risiken und ihre Folgen für Inflation und Marktstimmung. Zum Schluss wird erläutert, wie sich diese veränderte Lage in der Portfoliosteuerung niederschlägt.
Marktstärke bleibt, doch die Führung wechselt
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Im ersten Quartal 2026 zeigte sich ein auffälliger Wandel. Die Dominanz der großen US-Technologiewerte nimmt ab. Stattdessen gewinnen Value-Titel, zyklische Unternehmen sowie Small und Mid Caps an Gewicht.
Parallel dazu schneiden Regionen außerhalb der USA besser ab. Vor allem Europa und Teile Asiens rücken stärker in den Vordergrund.
Das ist mehr als eine bloße Stilrotation. Anleger beginnen, die hohe Konzentration in wenigen KI-getriebenen Technologiewerten kritischer zu sehen. Die Bereitschaft wächst, Kapital breiter über Regionen und Branchen zu verteilen.
Genau darin liegt eine wichtige Veränderung. Der Markt bleibt aufnahmefähig, aber die innere Ordnung verschiebt sich.
Diese Entwicklung spricht für mehr Disziplin in der Anlageentscheidung. Breite Marktteilnahme allein reicht nicht mehr aus. Entscheidend wird, welche Titel und Regionen tatsächlich noch überzeugende Chancen bieten.
KI bleibt wichtig, aber nicht mehr unangreifbar
Künstliche Intelligenz bleibt ein zentrales Investmentthema. Der Blick darauf ist jedoch nüchterner geworden. Während Infrastruktur- und Halbleiterunternehmen weiterhin profitieren, geraten Softwareanbieter und dienstleistungsnahe Geschäftsmodelle stärker unter Druck. Die Erwartungen an die Monetarisierung werden kritischer geprüft.
Dafür gibt es gute Gründe. Die Kapitalintensität steigt, die Investitionen in Rechenleistung und Infrastruktur bleiben hoch, und bei vielen Geschäftsmodellen ist noch nicht klar, wie schnell sich daraus belastbare Erträge ableiten lassen. Hinzu kommt eine zweite Sorge: KI schafft nicht nur neue Chancen, sondern erhöht zugleich das Risiko, bestehende Geschäftsmodelle schneller zu verdrängen.
Das führt zu einer deutlich stärkeren Streuung auf Einzeltitelebene. Quartalsergebnisse und Ausblicke lösen teils heftige Kursreaktionen aus. Der Markt unterscheidet schärfer zwischen tragfähigen und anfälligen Geschäftsmodellen.
Geopolitik rückt wieder stärker ins Zentrum
Das Investmentumfeld wird komplexer. KI, geopolitische Spannungen, Währungsbewegungen und makroökonomische Unsicherheiten überlagern sich zunehmend. Gerade diese Verdichtung macht breite, indexgetriebene Marktgewinne weniger selbstverständlich. Der Markt wird selektiver, und Anleger werden es ebenfalls."
Ein weiterer Belastungsfaktor liegt in der geopolitischen Lage. Die Eskalation des Konflikts mit Iran führte im ersten Quartal zu einem deutlichen Anstieg der Ölpreise. Davon profitierten Energieaktien unmittelbar. Unternehmen wie BP oder ConocoPhillips gehörten zu den klaren Gewinnern dieser Bewegung.
Wichtiger ist jedoch der größere Zusammenhang. Energie erscheint nicht mehr nur als konjunkturelles Thema, sondern wieder stärker als geopolitischer Faktor. Auch wenn sich die Lage zuletzt etwas entspannt hat, bleibt das Risiko erhöht. Höhere Ölpreise können Inflation länger hoch halten und zugleich das Wachstum belasten.
Damit rückt ein Szenario stärker in den Vordergrund, das lange als weniger wahrscheinlich galt: Stagflation. Also eine Phase mit schwächerem Wachstum und zugleich anhaltendem Preisdruck. Für Anleger ist das ein schwieriges Umfeld, weil es klassische Marktannahmen belastet und die Anforderungen an die Titelauswahl erhöht.
Das Portfolio folgt einer neuen Wirklichkeit
Vor diesem Hintergrund gewinnt aktives Management an Bedeutung. Das Fondsmanagement reagiert mit klaren Anpassungen. Positionen mit schwächer gewordenem Risiko-Ertrags-Profil wurden reduziert oder verkauft, insbesondere in Bereichen, in denen KI-Unsicherheit und Disruptionsdruck besonders hoch erscheinen.
Im Gegenzug wurde Kapital in robustere Geschäftsmodelle umgeschichtet. Im Fokus stehen Unternehmen mit soliden Bilanzen, Preissetzungsmacht und greifbaren Vermögenswerten. Dazu zählen Industriegase wie Linde, ausgewählte Halbleiterwerte wie Infineon und Broadcom sowie defensive Konsumtitel wie Unilever.
Auch regional zeigen sich neue Akzente. Asien, insbesondere Hongkong und Indien, gewinnt an Gewicht. Europa profitiert von seiner sektoralen Struktur mit stärkerer Präsenz von Industrie- und Finanzwerten. US-Technologiewerte werden selektiver betrachtet als zuvor.
Zu den Neuaufnahmen zählen HSBC, JD.com, Linde, Netflix, Rio Tinto, Sun Hung Kai Properties und Toyota. Auf der Verkaufsseite standen unter anderem SAP, Intuit und Universal Music. Der vollständige Ausstieg aus ICON nach Bilanzunregelmäßigkeiten zeigt zudem, dass Verkaufsdisziplin ein zentraler Teil des Ansatzes bleibt.
Schlussbetrachtung
Das Investmentumfeld wird komplexer. KI, geopolitische Spannungen, Währungsbewegungen und makroökonomische Unsicherheiten überlagern sich zunehmend. Gerade diese Verdichtung macht breite, indexgetriebene Marktgewinne weniger selbstverständlich. Der Markt wird selektiver, und Anleger werden es ebenfalls.
Genau darin liegt die eigentliche Aussage der aktuellen Entwicklung. Nicht der Markt als Ganzes entscheidet, sondern die Auswahl innerhalb des Marktes. Wer robuste Geschäftsmodelle, vernünftige Bewertungen und tragfähige regionale Schwerpunkte erkennt, kann auch in diesem anspruchsvolleren Umfeld Chancen finden. Der Templeton Growth (Euro) Fund setzt genau auf diese Differenzierung. Das erscheint in einer Phase wachsender Streuung nicht nur plausibel, sondern notwendig.
Ich glaube, dass die Zusammenarbeit mit motivierten Menschen auf beiden Seiten zusätzliche Energie freisetzt











