Unilever-Gebäude, Rotterdam

Unilever Wirksamer Druck

Die Zeiten, in denen es bei der Bewertung und Beurteilung von Unternehmen nur um Renditeaussichten ging, sind schon lange vorbei. Heute sind Unternehmen auch anderen Zielen verpflichtet - die Nachhaltigkeit besitzt zentrale Bedeutung. Nachhaltigkeit ist dabei mehr als Umweltschutz. Sie kann auch Lebensmittelqualität bedeuten - zum Beispiel bei Unilever.

Der britische Konzern Unilever ist einer der weltweit größten Hersteller von Konsumgütern. Neben Kosmetika, Körperhygiene-, Haushalts- und Textilprodukten gehören auch Nahrungsmittel zum Portfolio des Umsatzriesen. Mit einem Umsatz von gut 60 Mrd. Euro spielt Unilever in der Liga der weltweit größten Unternehmen mit. Im Lebensmittelbereich ist Unilever einer der fünf größten Produzenten auf dem Globus. Bekannte Unilever-Marken in Deutschland sind u.a. Knorr, Langnese, Mondamin oder Rama.

Aktive Investoren-Einflussnahme für gesunde Ernährung

Nicht jedes Lebensmittelprodukt von Unilever ist frei von Kritik. Ungesunde Inhaltsstoffe wie Zucker, Fette, Trans-Fettsäuren und andere findet man auch in vielen Unilever-Produkten. Nach Berechnungen der "Access to Nutrition Initiative" (ATNI) können nur 17 Prozent der Unilever-Lebensmittelerzeugnisse als gesund eingestuft werden. ATNI ist eine internationale Non-Profit-Organisation. Sie veröffentlicht einen Index, in dem der Beitrag der 25 größten Nahrungsmittelhersteller weltweit zur guten Ernährung bewertet wird. Trotz der Kritik an vielen Unilever-Erzeugnissen belegt der Konzern in dem Ranking immerhin Platz 2 nach Nestlé.

Dem Vermögensverwalter Candriam reicht das nicht aus. Candriam hält an Unilever einen Anteil von mehr als drei Prozent. Das ist genug, um Einfluss auf die Geschäftspolitik von Unilever nehmen zu können. Bereits seit 2018 wirkt Candriam in einer ATNI-Arbeitsgruppe mit und versucht, bei Unilever stärker auf gesunde Nahrungsmittel zu drängen. Gemeinsam mit anderen "gesundheitsbewussten" Investoren wurde 2022 ein Beschlussvorschlag zu Ernährungszielen und Ernährungstransparenz für die Unilever-Hauptversammlung eingereicht.

Das Unilever-Beispiel zeigt, wie Investoren jenseits von Renditezielen die Unternehmenspolitik beeinflussen können."

Übergeordnete Ziele für Unternehmenserfolg immer wichtiger

Dieses Engagement zeigt Früchte: im vergangenen Jahr ist Unilever als weltweit erstes Nahrungsmittelunternehmen von Rang eine Selbstverpflichtung eingegangen, sein Lebensmittel-Produktportfolio auf den Prüfstand zu stellen. Dies geschieht in 16 Märkten anhand von Nutrition Profile-Modellen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Modelle sollen ein Instrument sein, um ungesunde Nahrungsmittel zu identifizieren und Maßnahmen zur Abhilfe einzuleiten.

Das Unilever-Beispiel zeigt, wie Investoren jenseits von Renditezielen die Unternehmenspolitik beeinflussen können. Die Erfüllung übergeordneter, gesamtgesellschaftlicher Zielsetzungen wird für den Erfolg von Unternehmen immer wichtiger.

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