Neues Jahr, alte Vorsätze Deutschland bleibt das Land der Sparer
Der Umfrage zufolge bleibt das Sparen mit großem Abstand für 40,6 Prozent der Befragten Vorsatz Nummer eins.
Finanzielle Vorsätze zum Jahresbeginn folgen in Deutschland einem vertrauten Muster. Sicherheit steht an erster Stelle. Auch für 2026 zeigt sich ein klares Bild: Sparen bleibt das dominierende finanzielle Ziel. Trotz Inflationserfahrungen, Zinswende und wachsender Anlageangebote dominiert weiterhin der Wunsch nach Rücklagen und Stabilität.
Das belegt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life. Für die Untersuchung hat das Meinungsforschungsinstitut Civey rund 2.500 Erwachsene über 18 Jahre befragt, die sich für das laufende Jahr konkrete finanzielle Ziele gesetzt haben.
Sparen bleibt klarer Spitzenreiter
Mit deutlichem Abstand nennen die Befragten das Sparen als wichtigsten Vorsatz. Knapp 41 Prozent wollen 2026 mehr Geld zur Seite legen. Kein anderes finanzielles Ziel erreicht eine vergleichbare Zustimmung.
Die weiteren Prioritäten zeigen ein breiteres, aber ebenfalls sicherheitsorientiertes Bild:
- Rücklagen für einen konkreten Zweck wie Auto oder Reise: 22,4 Prozent
- Absicherung gegen Krankheiten und gesundheitliche Risiken: 22,1 Prozent
- Erhöhung der Altersvorsorge: rund 16 Prozent
Sparen ist damit nicht nur ein abstraktes Ziel, sondern Teil einer vorsorgenden Grundhaltung.
Sicherheit vor Rendite
box
Auffällig ist die klare Motivlage.
Der Wunsch nach finanzieller Sicherheit überlagert andere Zielsetzungen.
Es geht weniger um Vermögensaufbau oder Renditeoptimierung als um Kontrolle und Verlässlichkeit.
Diese Haltung ist tief verankert.
Sparen dient als Puffer gegen Unsicherheit, nicht als Instrument aktiver Kapitalvermehrung.
Selbst in einem Umfeld mit wieder attraktiveren Zinsen bleibt der Fokus defensiv.
Zweckgebundenes Sparen gewinnt an Bedeutung
Mehr als jeder fünfte Befragte spart gezielt für einen bestimmten Zweck. Diese Form des Sparens ist stärker handlungsorientiert als allgemeine Rücklagenbildung. Sie verbindet Sicherheit mit konkreten Lebenszielen.
Typisch für diese Vorsätze ist:
- klar definierter Zeithorizont
- konkreter Verwendungszweck
- geringere Risikobereitschaft
- hohe Planungsorientierung
Sparen wird damit stärker funktional und weniger abstrakt.
Vorsorge rückt langsam nach vorn
Deutschland bleibt auch 2026 ein Land der Sparer. Knapp 41 Prozent setzen das Zurücklegen von Geld an die Spitze ihrer finanziellen Vorsätze. Sicherheit steht klar vor Rendite, Zweckbindung vor Spekulation."
Gesundheitsabsicherung und Altersvorsorge spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, liegen jedoch deutlich hinter dem allgemeinen Sparziel zurück. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass langfristige Vorsorgethemen zwar präsent sind, aber nicht die gleiche Dringlichkeit besitzen.
Das spricht weniger für mangelndes Problembewusstsein als für Prioritätensetzung. Kurz- und mittelfristige Sicherheit wird höher gewichtet als langfristige Optimierung.
Kontinuität im Finanzverhalten
Die Umfrage zeigt eine bemerkenswerte Stabilität im deutschen Finanzverhalten. Neue Anlageformen, Digitalisierung und Marktveränderungen haben die grundlegende Haltung bislang kaum verschoben. Sparen bleibt kulturell verankert.
Diese Kontinuität erklärt auch, warum innovative Finanzprodukte oft langsamer angenommen werden. Veränderungen erfolgen schrittweise, nicht sprunghaft.
Fazit
Deutschland bleibt auch 2026 ein Land der Sparer. Knapp 41 Prozent setzen das Zurücklegen von Geld an die Spitze ihrer finanziellen Vorsätze. Sicherheit steht klar vor Rendite, Zweckbindung vor Spekulation. Gesundheits- und Altersvorsorge gewinnen an Bedeutung, bleiben jedoch nachrangig. Die Ergebnisse zeigen ein stabiles, sicherheitsorientiertes Finanzverständnis, das sich nur langsam wandelt.
Erst der Mensch, dann das Geschäft











