Lange wurde die Dividendenrendite vernachlässigt

Aktien, die Anlagealternative Dividenden auf Rekordniveau

Lange wurde die Dividendenrendite vernachlässigt. Die Dividenden galten als ein "Add on" bei Aktien, bei denen man vor allem auf Kursgewinne hoffte. Doch in der Niedrigzinsphase geraten die Ausschüttungen verstärkt in den Blick - bieten sie doch alleine oft schon mehr Rendite als festverzinsliche Wertpapiere.

Zwar können sich die Dividenden, was die Sicherheit der Zahlungen betrifft, nicht mit Zinskupons messen. Obwohl die meisten Aktiengesellschaften auf Dividendenkontinuität achten, die Ausschüttungen bleiben letztlich erfolgsabhängig. Auch Großunternehmen können sich dabei gezwungen sehen, die Dividende ganz zu streichen - aktuell beweisen das zum Beispiel die Deutsche Bank oder RWE. Dennoch sind die Dividenden im Vergleich zu Kursschwankungen eine vergleichsweise stabile Ertragskomponente. Und wer auf Dividendenwerte setzt, für den verspricht 2016 ein sehr gutes Jahr zu werden. 

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Dividenden - von Rekord zu Rekord

Schätzungen zufolge werden die 30 DAX-Unternehmen 2016 über 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Rechnet man noch die Aktien im MDAX und SDAX hinzu, belaufen sich die Zahlungen auf insgesamt 38 Milliarden Euro - so viel wie nie zuvor. Manche Analysten gehen davon aus, dass das nicht einmal das Ende der Fahnenstange ist. Im nächsten Jahr könnte mit 42 Milliarden Euro ein neuer Rekord erreicht werden. Dabei handelt es sich nicht nur um ein deutsches Phänomen. Auch im europäischen Aktien-Maßstab werden Höchstausschüttungen erwartet. 

Beim DAX dürften diesmal Daimler und die Allianz-Versicherung die Dividendenkönige sein. Ihre Ausschüttungen machen mit 3,5 Milliarden bzw. 3,3 Milliarden Euro alleine knapp ein Viertel der DAX-Dividenden aus. Auf den nächsten Plätzen folgen Siemens (2,8 Milliarden Euro, die schon gezahlt wurden) und BASF (2,7 Milliarden Euro). Setzt man die Ausschüttungen in Relation zum jeweils aktuellen Aktienkurs, ergibt sich bei Daimler eine voraussichtliche Dividendenrendite von 4,9 Prozent, bei Allianz sogar von 5,2 Prozent. Das erreicht kaum eine verzinsliche Anlage. 

Schätzungen zufolge werden die 30 DAX-Unternehmen 2016 über 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten."

Dividendenwerte - gezielt auswählen 

Es gibt dabei Branchen, die besser oder schlechter  "performen". Rohstoffwerte und Energieversorger sind dividendenmäßig derzeit eher kritisch zu bewerten. Auch bei den Finanztiteln empfiehlt es sich, genauer hinzusehen. Ansonsten gelingt bereits mit einer überschaubaren Mischung dividendenstarker Werte ein gutes Ergebnis. Wer breiter streuen will, kann in Fonds investieren, die auf Dividendenwerte setzen. Es gibt auch entsprechende ETF im Angebot. Die gute Nachricht dabei ist, dass ausschüttungsstarke Aktien oft auch überdurchschnittlich positive Kursentwicklungen zeigen. 

Schade nur, dass deutsche Anleger vom Dividendenboom vergleichsweise wenig profitieren werden. Denn nur etwa ein Drittel der DAX-Aktien befinden sich in inländischem Besitz. Das heißt, zwei Drittel der Dividenden fließen ins Ausland.

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