Der Anteil der überhaupt an Finanzthemen Interessierten nimmt kontinuierlich ab

Das Interesse sinkt leider immer weiter Finanzthemen sind enorm wichtig

Fast ein Viertel der Bundesbürger macht um Finanzthemen einen weiten Bogen - Tendenz steigend. Einschlägige Umfragen zeigen ein zunehmendes Desinteresse, was angesichts der großen Unsicherheiten umso nachdenklicher machen sollte.

Die großen Themen Altersvorsorge und Niedrigzinsen erfordern ein Umdenken in Bezug auf die private Anlagestrategie, um überhaupt noch eine Rendite erwirtschaften zu können. Allerdings haben offensichtlich viele Deutsche die Flinte bereits ins Korn geworfen: Viele beschäftigen sich gar nicht mehr mit Finanzthemen, wobei das Engagement entsprechend des Einkommens und Bildungsniveaus ausgeprägt ist: Je höher, desto intensiver - so lauten zumindest die Ergebnisse einer Studie der Postbank. Die Ursachen scheinen jedoch komplexer zu sein.

 

Die Krux mit den Statistiken - nur Bestandsaufnahme

Der Anteil der überhaupt an Finanzthemen Interessierten nimmt also kontinuierlich ab - mit all den Abstufungen hinsichtlich Einkommen, Bildungsniveau und Geschlecht. Aufschlussreicher jedoch sind die Ergebnisse zum Anlageverhalten: Ersparnisse werden von rund der Hälfte der Befragten auf dem Girokonto deponiert, von jedem Vierten sogar im eigenen Heim. Nach wie vor beliebt ist immer noch das Sparbuch, aber auch die Lebensversicherung. Im Gegensatz dazu werden Festgeld- oder Tagesgeldkonten nur von einem Bruchteil der Befragten und Wertpapiere nur von der Hälfte derjenigen genutzt, die sich überhaupt gerne mit diesen Themen befassen.

Ermittelt die Postbank dann jedoch, dass das beliebteste Finanzprodukt das Girokonto wäre, grenzt das schon an Ironie: Ohne Girokonto ist ein Bürger vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen, weder Gehaltseingänge noch Steuerzahlungen wären ohne überhaupt möglich. Die Kreditkarte wird bei einer guten Bank direkt mit ausgereicht, so ist auch der Anteil von 43 Prozent der Befragen nicht verwunderlich, auch wenn hier wieder die Beziehung zum Bildungsstand bezüglich der Verteilung hergestellt wird. Was ist also aus den Ergebnissen abzuleiten?

Einkommensverhältnisse und das Bildungsniveau spielen mit Sicherheit eine große Rollen."

Frust, Resignation und Fatalismus in Kombination mit fehlendem Fachwissen

Einerseits spielen die Einkommensverhältnisse und das Bildungsniveau mit Sicherheit große Rollen: Gibt es keinen finanziellen Spielraum, lohnt sich auch nicht das Befassen mit Finanzthemen. Diese Situation ist schizophren: Insbesondere die Bezieher kleiner Einkommen müssten mehr für das Alter zurücklegen, können es aber ganz einfach nicht. Einige wollen es auch nicht mehr, weil schon die staatliche Förderung der Riester-Rente in vielen Tarifen von den Kosten aufgefressen wird - warum also investieren?

Andererseits macht sich Frust breit, wenn Anleger wegen Missmanagement, oder Insolvenzen von Initiatoren Geld verlieren. Kein Wunder also, wenn die Menschen misstrauisch sind und ihr Geld nicht anlegen. Schlechte Beratung und zweifelhafte Empfehlungen tun ihr übriges.

Der Gesetzgeber hat erkannt, dass den herrschenden Strukturen etwas entgegengesetzt werden muss und stärkt mit den jüngsten Gesetzesinitiativen zur honorarbasierten Beratung auch Anleger und Vorsorgesparer. Es bleibt zu hoffen, dass dank neuer Gesetze baldmöglichst das Vertrauen in die Branche zurückkehrt und das Interesse an Finanzthemen wieder zunimmt, denn Honorarberater vermitteln in erster Linie Wissen und nicht Produktinteressen.

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