Nur Bares ist Wahres

Bundesbank positioniert sich Kein Bargeldlimit

Geht es nach dem Willen der Europäischen Kommission, sollen Barzahlungen in Zukunft auf 10.000 Euro begrenzt werden. Der Vorstand der Deutschen Bundesbank lehnt diesen Vorstoß ab.

Nur Bares ist Wahres, meint der Volksmund und viele Deutsche scheinen diesen Spruch besonders stark verinnerlicht zu haben. Im Vergleich zu Kunden in anderen Ländern zücken die Bundesbürger sehr viel seltener die Karte, um ihre Einkäufe oder das Busticket zu bezahlen. Die Angst vor der Verbreitung des Virus hat jedoch dazu geführt, dass die Zahl elektronischer Zahlungen während der Corona-Pandemie auch hierzulande stark angestiegen ist. Trotzdem möchte die Mehrheit der Deutschen auch in Zukunft frei entscheiden können, ob und in welcher Höhe bar gezahlt werden kann.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

  • In Schweden werden bereits fast alle Zahlungen elektronisch abgewickelt. Selbst in der Kirche ist es üblich, mit Karte zu spenden.
  • In Portugal erlaubt der Gesetzgeber Bargeldzahlungen lediglich bis 1.000 Euro.
  • In Belgien dürfen Waren und Leistungen im Wert bis zu 3.000 Euro bar bezahlt werden.

Bargeldlimit soll Geldwäsche erschweren

Eine Begrenzung der Bargeldzahlungen auf 10.000 Euro würde nach Ansicht der Europäischen Kommission Kriminellen die Geldwäsche erschweren. Johannes Beermann, der im Vorstand der Deutschen Bundesbank für Bargeld zuständig ist, widerspricht dieser Forderung. Nach seiner Erfahrung gäbe es bisher keinerlei Beleg dafür, dass eine Limitierung von Bargeldzahlungen ein wirksamer Schutz gegen Geldwäsche wäre. Ein Bargeldlimit würde vor allem ehrbare  Bürger treffen und den Eindruck erwecken, dass Bargeld (das einzige gesetzliche Zahlungsmittel) etwas Dubioses wäre.

Menschen machen sich Sorgen, dass sie durch die Verdrängung des Bargeldes noch mehr zum gläsernen Bürger werden könnten."

Zahlen mit Münzen und Scheinen - ein Auslaufmodell?  

Mit Karte oder Handy zu zahlen, wird auch in Deutschland zunehmend beliebter. Aber es sind nicht nur ältere Menschen, die die Vorteile von Bargeld immer noch zu schätzen wissen. Wer mit Münzen und Scheinen zahlt, hat seine Ausgaben im Blick. Kinder können den verantwortungsvollen Umgang mit Geld auf diese Weise wesentlich leichter erlernen. Außerdem machen sich viele Menschen Sorgen, dass sie durch die Verdrängung des Bargeldes noch mehr zum gläsernen Bürger werden könnten.

Politiker beschwichtigen und erklären häufig, dass eine Abschaffung des Bargeldes nicht zur Debatte stünde. Andererseits gibt es weltweit intensive Bestrebungen, schon bald digitale Währungen einzuführen.

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