Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat erneut einen hohen Gewinn ausgewiesen

Schweizerische Nationalbank Milliardengewinn durch Goldpreis

Bedeutung von Gold als stabilisierendem Bilanzbestandteil in unsicheren Zeiten.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat erneut einen hohen Gewinn ausgewiesen. Treiber der Entwicklung ist vor allem der stark gestiegene Goldpreis. Die umfangreichen Goldreserven der Nationalbank haben sich im aktuellen Umfeld als stabilisierender Faktor erwiesen und einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis geleistet.

Damit rückt ein Vermögenswert in den Fokus, der lange als eher passiver Bestandteil der Notenbankbilanz galt. In Zeiten geopolitischer Spannungen, hoher Unsicherheit und erhöhter Nachfrage nach sicheren Anlagen gewinnt Gold erneut an Bedeutung.


Gold als zentraler Ergebnistreiber

Die SNB hält eine der größten staatlichen Goldreserven weltweit.

Steigt der Goldpreis, wirkt sich das unmittelbar auf den Wert der Aktiva aus.

Anders als Zinserträge oder Devisengewinne unterliegt Gold keinen laufenden Zahlungsströmen, entfaltet seinen Effekt jedoch über Bewertungsgewinne.

Der jüngste Preisanstieg hat diesen Effekt deutlich verstärkt.

Bewertungsgewinne aus Gold haben einen erheblichen Anteil am ausgewiesenen Milliardenüberschuss.

Sie kompensieren zugleich Schwankungen in anderen Teilen der Bilanz, etwa bei Fremdwährungsanlagen.


Bilanzstruktur der Nationalbank

Die Ergebnisse der SNB sind traditionell volatil. Als Notenbank verfolgt sie keine Gewinnmaximierung, sondern geldpolitische Ziele. Die Zusammensetzung der Bilanz spiegelt diese Rolle wider.

Zentrale Bestandteile sind:

  • Goldreserven als langfristiger Stabilitätsanker
  • Fremdwährungsanlagen zur Steuerung des Franken-Wechselkurses
  • Wertpapierbestände aus geldpolitischen Interventionen

Gewinne und Verluste ergeben sich vor allem aus Marktbewegungen. In Phasen steigender Vermögenspreise fallen sie hoch aus, in anderen Jahren können sie deutlich geringer oder sogar negativ sein.


Bedeutung für Bund und Kantone

Die Ergebnisentwicklung darf daher nicht mit einer strategischen Neuausrichtung verwechselt werden. Sie ist Ausdruck der Marktbedingungen, nicht einer aktiven Positionierung."

Die Gewinne der SNB sind nicht nur eine buchhalterische Größe. Sie bilden die Grundlage für Ausschüttungen an Bund und Kantone. Hohe Ergebnisse erweitern diesen finanziellen Spielraum, auch wenn Ausschüttungen über mehrere Jahre geglättet werden.

Dabei gilt ein klarer Grundsatz. Geldpolitik und Ergebnisverwendung sind getrennt. Die SNB richtet ihre Entscheidungen nicht an fiskalischen Interessen aus. Gewinne sind Nebenprodukt, nicht Ziel.


Gold als strategische Reserve

Der aktuelle Gewinn lenkt den Blick auf die strategische Funktion von Gold. In der öffentlichen Debatte wurde der Goldbestand der SNB immer wieder infrage gestellt. Kritiker sahen darin gebundenes Kapital ohne laufenden Ertrag.

Die jüngste Entwicklung zeigt eine andere Perspektive. Gold wirkt als Absicherung gegen extreme Szenarien, gegen Vertrauensverluste in Währungen und gegen geopolitische Verwerfungen. Es stabilisiert die Bilanz, ohne von einzelnen Volkswirtschaften abhängig zu sein.


Keine Aussage über geldpolitische Ausrichtung

Der Milliardengewinn verändert nichts an der geldpolitischen Ausrichtung der Nationalbank. Zinspolitik und Währungsmanagement folgen makroökonomischen Kriterien wie Inflation, Konjunktur und Wechselkursentwicklung. Bewertungsgewinne aus Gold haben darauf keinen direkten Einfluss.


Fazit

Der hohe Gewinn der Schweizerischen Nationalbank ist in erster Linie eine Folge des gestiegenen Goldpreises. Er unterstreicht die Bedeutung von Gold als stabilisierendem Bilanzbestandteil in unsicheren Zeiten. Für Bund und Kantone eröffnet sich finanzieller Spielraum, ohne die geldpolitische Unabhängigkeit der SNB zu berühren. Die Entwicklung zeigt, dass stille Reserven in der Notenbankbilanz in bestimmten Marktphasen erhebliche Wirkung entfalten können.

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