Es ist noch nicht lange her, da galten Robo Advisors als eine Lösung für die Beratungslücke

Unerwartete Entwicklung Robo Advisors konnten sich nicht durchsetzen

Es ist noch nicht lange her, da galten Robo Advisors als eine Lösung für die Beratungslücke, die der Rückzug vieler Banken aus dem Beratungsgeschäft gerissen hat. Jetzt - nach einigen Jahren am Markt - ist eine gewisse Ernüchterung eingekehrt. Mehr als ein Nischenangebot stellen die elektronischen Vermögensverwalter nicht dar.

Auch wenn nicht alle Betreiber von Robo Advisors regelmäßig Daten veröffentlichen, wird das verwaltete Vermögen in Deutschland nur auf etwa 25 Mrd. Euro geschätzt. Gemessen an dem Geldvermögen bundesdeutscher Haushalte in Höhe von über sieben Billionen Euro ist das nahezu nichts. Nennenswerte Anlagesummen können nur wenige Anbieter vorweisen.

Nur knapp zwei Dutzend Anbieter mit überschaubarem Volumen

Derzeit gibt es knapp zwei Dutzend Robo Advisor-Angebote am Markt. Die meisten sind in den 2010er Jahren gestartet. Seit 2020 sind nur noch wenige Angebote dazugekommen. Einer der jüngsten Marktantritte, die Investment-Plattform "Invest" der Fondsgesellschaft Vanguard, wurde bereits nach einem Jahr wegen mangelnder Resonanz wieder eingestellt. Lediglich fünf Robo Advisors bringen es auf ein verwaltetes Vermögen von einer Mrd. Euro und mehr. Einige bleiben sogar unter der 100 Mio. Euro-Marke. Die Marktführer Visualvest, Scalable Capital, Quirion, Raisin Invest und Cominvest teilen sich etwa die Hälfte des Marktes.

Gerade ältere Anleger setzen bei Investments nach wie vor auf eine persönliche Finanzberatung."

Die Gründe für die mangelnde "Durchschlagskraft" der Robo-Advisors sind vielschichtig. Der deutsche Markt gilt als nicht einfach. Die Bundesbürger setzen bei Geldanlagen nach wie vor auf (vermeintliche) Sicherheit und bevorzugen verzinsliche Anlageformen. Da es mittlerweile wieder nennenswerte Zinsen gibt, wird diese Präferenz sogar noch verstärkt. Robo Advisors können da mit ihren ETF-basierten Anlagen aktuell nicht punkten. Gerade ältere Anleger setzen bei Investments nach wie vor auf eine persönliche Finanzberatung und stehen der elektronischen Vermögensverwaltung eher skeptisch gegenüber. Für jüngere Anleger sind Robo Advisors nicht "hip" genug. Wer aus der Generation Z Geld anlegen möchte, ist zwar durchaus risikofreudig und für Aktieninvestments aufgeschlossen, entscheidet aber lieber selbst.

Bisher fehlt ein überzeugender Performance-Beweis

Ein weiteres Hindernis für mehr Robo Advisor-Nutzung sind die Gebühren. Die elektronische Vermögensverwaltung ist zwar günstiger als klassische Vermögensverwaltung, trotzdem schmälern die Verwaltungskosten die Performance. Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld müssen die Robo Advisors zeigen, dass sie ihr Geld wert sind. Bisher fehlt es hier an einem überzeugenden Beweis.

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