Deutsche-Bank-Chef Sewing hat eine Million Euro mehr
Die Vergütung von Führungskräften in der Finanzbranche sorgt regelmäßig für Diskussionen. Besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stehen hohe Gehälter und Bonuszahlungen oft in der Kritik. Nun zeigt sich erneut, dass Top-Manager großer Banken zu den großen Gewinnern der aktuellen Marktentwicklung gehören.
So hat sich die Deutsche Bank im Jahr 2024 entschieden, ihre Vorstandsgagen deutlich anzuheben – allen voran die ihres Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing. Dessen Vergütung steigt um eine Million Euro, was ihn zu einem der bestverdienenden Bankchefs in Deutschland macht.
Doch Sewing ist nicht der einzige, der sich über ein Gehaltsplus freuen kann. Insgesamt gibt die Deutsche Bank in diesem Jahr rund zehn Millionen Euro mehr für die Vergütung ihrer Vorstandsmitglieder aus. Und auch unterhalb der obersten Führungsebene wächst die Zahl der Einkommensmillionäre weiter an.
Ein lukratives Jahr für den Vorstand
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Die Gehaltserhöhung von Christian Sewing ist Teil einer insgesamt großzügigeren Vergütungspolitik der Deutschen Bank. Während der Vorstand im Vorjahr insgesamt bereits auf ein hohes Gehaltsniveau kam, legt die Bank in diesem Jahr noch einmal nach. Die zusätzlichen zehn Millionen Euro verteilen sich auf die verschiedenen Mitglieder des Vorstandsgremiums, wobei insbesondere die erfolgsabhängigen Komponenten eine Rolle spielen.
Wie bei vielen Banken setzt sich die Vergütung des Managements aus mehreren Bausteinen zusammen:
- Fixgehalt: Ein vertraglich festgelegtes Grundgehalt, das unabhängig von der Geschäftsentwicklung gezahlt wird.
- Variable Vergütung: Bonuszahlungen, die sich an der Performance des Unternehmens orientieren.
- Langfristige Incentives: Aktien- oder Optionsprogramme, die darauf abzielen, die Interessen der Führungskräfte mit denen der Aktionäre in Einklang zu bringen.
Sewings Gehaltserhöhung fällt vor allem in den Bereich der variablen Vergütung. Die Deutsche Bank begründet dies mit der positiven Geschäftsentwicklung, dem anhaltenden Turnaround des Unternehmens und Sewings entscheidender Rolle bei der Neuausrichtung der Bank.
Steigende Zahl an Einkommensmillionären
Letztlich bleibt die Entscheidung über Managergehälter ein Drahtseilakt zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Und so wird wohl auch in Zukunft jede größere Gehaltserhöhung in der Führungsetage für Gesprächsstoff sorgen."
Nicht nur in der Vorstandsetage wird gut verdient. Die Zahl der Einkommensmillionäre – also jener Angestellten, die durch Gehalt und Boni auf eine Vergütung von mehr als einer Million Euro pro Jahr kommen – wächst weiter. Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich dieser Trend abgezeichnet, nun setzt sich die Entwicklung fort.
Die Gründe dafür liegen unter anderem in den international wettbewerbsfähigen Gehältern, die die Bank zahlen muss, um Top-Talente zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen. Insbesondere in Bereichen wie Investmentbanking und Vermögensverwaltung sind hohe Gehälter und Boni üblich, da hier große Summen bewegt werden und die besten Köpfe stark umworben sind.
Diese Entwicklung dürfte allerdings auch für Diskussionen sorgen. Während Banken ihre Vorstände und Spitzenkräfte großzügig entlohnen, stehen sie oft gleichzeitig in der Kritik, wenn es um Themen wie Filialschließungen, Stellenabbau oder den Umgang mit Kunden geht.
Kritik an hohen Gehältern und Boni
Wie bei jeder Gehaltserhöhung im Top-Management bleibt auch die Entscheidung der Deutschen Bank nicht ohne Kritik. Besonders vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Herausforderungen, steigender Zinsen und zunehmender Unsicherheit an den Märkten fragen sich viele Beobachter, ob solch hohe Vergütungen gerechtfertigt sind.
Kritiker argumentieren, dass Banken oft nicht nur durch unternehmerisches Geschick erfolgreich sind, sondern auch von externen Faktoren wie Niedrigzinsen, Staatsinterventionen oder konjunkturellen Entwicklungen profitieren. Sie fordern daher, dass Boni stärker an nachhaltigen und langfristigen Erfolgsfaktoren ausgerichtet werden sollten.
Gleichzeitig ist es für Großbanken ein Balanceakt: Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen und hochqualifizierte Manager zu halten, müssen sie attraktive Vergütungsmodelle bieten. Viele Finanzexperten verweisen darauf, dass die Deutsche Bank im Vergleich zu globalen Investmentbanken wie Goldman Sachs oder JPMorgan Chase trotz der jüngsten Gehaltserhöhungen noch immer moderater vergütet.
Fazit: Ein Zeichen des Erfolgs oder der Maßlosigkeit?
Die Gehaltserhöhung für Christian Sewing und die gestiegenen Vergütungen für den Vorstand der Deutschen Bank zeigen, dass das Unternehmen weiterhin auf Erfolgskurs ist und sich für die Leistungen seines Managements erkenntlich zeigt. Die Bank befindet sich nach Jahren des Umbaus wieder in einer stabilen Lage, was sich auch in der Vergütungspolitik widerspiegelt.
Allerdings bleibt die Frage, wie diese Entwicklung in der Öffentlichkeit und unter Aktionären wahrgenommen wird. Während die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren immer wieder auch mit Sparmaßnahmen und Kostensenkungen beschäftigt war, könnte das steigende Gehaltsniveau für Diskussionen sorgen – insbesondere wenn sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen verschlechtern oder der Aktienkurs nicht im gleichen Maße wächst.

Ich glaube, dass Menschen, die sich ihrer Ziele und Werte bewusst werden, sorgenfreier leben.