Finanzlexikon Sparplan: Neues Vorsorgedepot
Staatlich gefördertes Depotmodell ab 2027.
Mit dem geplanten Vorsorgedepot ab 2027 soll die private Altersvorsorge stärker an den Kapitalmarkt angebunden werden. Anders als klassische Versicherungsverträge basiert das Modell auf einem Depot, in dem Fonds oder ETFs gehalten werden. Die Förderung erfolgt nicht über Garantiezinsen, sondern über steuerliche Vorteile oder Zuschüsse.
Ziel der Reform ist es, die langfristige Ertragskraft des Kapitalmarkts mit staatlicher Förderung zu verbinden. Das Modell verzichtet auf starre Garantien und setzt auf Beteiligung an Produktivkapital.
Struktur und Förderung
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Nach bisher diskutierten Konzepten sollen Einzahlungen bis zu einer bestimmten Höchstgrenze steuerlich begünstigt oder mit Zulagen versehen werden.
Die Erträge im Depot könnten während der Ansparphase steuerfrei gestellt werden. Die Besteuerung erfolgt voraussichtlich in der Auszahlungsphase.
Ein Beispiel zur Einordnung:
Wer 200 Euro monatlich über 30 Jahre einzahlt, investiert 72.000 Euro. Erzielt das Depot – etwa über einen globalen Aktienfonds oder ein Aktien-ETF – langfristig 6 Prozent Rendite, entsteht ein Kapital von rund 202.000 Euro vor Kosten und Steuern.
Erfolgt zusätzlich eine steuerliche Förderung oder Zulage, erhöht sich das investierte Kapital weiter. Die tatsächliche Wirkung hängt von der konkreten gesetzlichen Ausgestaltung ab.
Die wirtschaftliche Logik unterscheidet sich damit von klassischen Versicherungen. Die Rendite entsteht primär aus dem Kapitalmarkt, die Förderung verbessert die Nettostruktur.
Kosten und Flexibilität
Ohne Förderung entspricht das Vorsorgedepot wirtschaftlich einem normalen Fonds-Sparplan. Der Unterschied liegt ausschließlich in der steuerlichen Behandlung oder möglichen Zuschüssen."
Ein zentrales Merkmal des Vorsorgedepots ist die Kostenstruktur. ETFs auf breite Indizes wie den MSCI World weisen häufig laufende Kosten von unter 0,3 Prozent pro Jahr auf. Damit liegt die Belastung deutlich unter vielen Versicherungsmodellen.
Gleichzeitig bleibt das Kapital marktabhängig. Schwankungen während der Ansparphase sind unvermeidlich. Eine Garantie des eingezahlten Kapitals ist im aktuellen Reformansatz nicht vorgesehen.
Vorteile des Depotmodells:
- niedrige laufende Kosten
- transparente Kapitalanlage
- direkte Beteiligung am Kapitalmarkt
Herausforderungen:
- keine Garantieelemente
- politische Rahmenbedingungen können sich ändern
- Disziplin erforderlich, um Marktschwankungen auszuhalten
Vergleich zur klassischen Fonds/ETF-Lösung
Ohne Förderung entspricht das Vorsorgedepot wirtschaftlich einem normalen Fonds- oder ETF-Sparplan. Der Unterschied liegt ausschließlich in der steuerlichen Behandlung oder möglichen Zuschüssen.
Erhält ein Anleger beispielsweise eine jährliche Steuerersparnis von 600 Euro, die ebenfalls investiert wird, erhöht sich der langfristige Kapitaleffekt erheblich. Über 30 Jahre kann allein dieser Zusatzbetrag ein fünfstelliger Mehrwert entstehen lassen, sofern er kapitalmarktorientiert angelegt bleibt.
Die Förderung wirkt somit wie ein zusätzlicher Einzahlungshebel. Die Rendite selbst stammt weiterhin aus der gewählten Kapitalanlage.
Fazit
Das neue Vorsorgedepot verbindet staatliche Förderung mit kapitalmarktorientierter Anlage. Bei 200 Euro monatlicher Einzahlung kann ein langfristiger Kapitalmarktertrag von 6 Prozent zu einem Vermögen von rund 200.000 Euro führen – zuzüglich möglicher Förderwirkungen. Niedrige Kosten stärken die Ertragsbasis, fehlende Garantien erhöhen jedoch die Schwankungsanfälligkeit.
Die wirtschaftliche Attraktivität hängt entscheidend von der konkreten Ausgestaltung der Förderung ab. Das Modell ist renditeorientiert und transparent, verlangt jedoch Risikobereitschaft und langfristige Disziplin.
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