FinanzKun.de interviewt zertifizierte Berater

Serie Interview: Interview mit Holger Scheve Grundlage für eigenständige Entscheidungen

Ich nehme mir Zeit und bin mit meinem Mandanten im Dialog

Was machen Sie in Ihrer täglichen Finanzberatungspraxis anders als die Mehrheit der Berater?

Wie andere beraten, kann ich nur aus Darstellungen von Mandanten, aus Berichten im TV, Artikeln in der Presse usw. ableiten. Ein Unterschied dürfte sein, dass ich mir Zeit nehme und mit dem Mandanten im Dialog bin, ich seine Bedürfnisse, Vorstellungen und Ideen sehr ernst nehme. Wichtig ist mir, dass meine Mandanten verstehen, was ich tue und wie ich es tue. Ich stelle Alternativen zur Wahl, zeige Vor- und Nachteile auf. Ich verschaffe ihm die Grundlage (Informationen), auf der er eine eigenständige Entscheidung treffen kann. Beratung ist für mich auch Weitergabe von (Finanz)wissen.

(Finanz)-beratung soll ein dauerhafter Prozess sein, der auf Partnerschaft angelegt ist – so jedenfalls lebe ich es. 

Mit welchen Mitteln versuchen Sie dem Interessenten ein gutes Beratungserlebnis zu ermöglichen?

Heutzutage gehören wohl Notebook usw. zur Beratung dazu. Das nutzen wir natürlich auch, vor allem bei Webmeetings geht es nicht anders – das ist sinnvoll für Termine, wo nur bestimmte Aspekte besprochen werden. Doch im persönlichen Gespräch – vor allem in der Anfangsphase - nutze ich gerne Wort, Blatt und Stift. Zuhören, erklären, helfen. Zu vielen Mandanten habe ich im Verlauf der Zusammenarbeit ein sehr persönliches Verhältnis entwickelt. Wir sprechen oft über Dinge, die mit Finanzen nichts zu tun haben. Mir sind die Menschen, ihre Freuden und ihre Sorgen wichtig – ich bin nah dran. 

Wenn Sie ein Jahr nach der Beratung fragen würden, was in Erinnerung geblieben ist, was wäre Ihre Lieblingsantwort?

Herr Scheve hat mir in einigen Bereichen die Augen geöffnet und mir geholfen, einiges auf den Weg zu bringen. Und wir werden weiter gemeinsam daran arbeiten. In dieser Branche ist es nicht einfach, einen passenden Partner zu finden – ihm vertraue ich und ich bin froh, ihn an meiner Seite zu wissen.

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Wodurch möchten Sie die Finanzberatungslandschaft in Deutschland ein Stück weit verändern?

Mit unserer Herangehensweise – und der vieler meiner Kollegen in diesem Netzwerk – wollen wir beweisen, dass tragfähige Unternehmensmodelle auch mit fairer, ehrlicher und bedarfsgerechter Beratung möglich sind. Wir müssen mit gutem Vorbild vorangehen, die Menschen aufklären und damit allmähliche Prozesse in Gang setzen. Ein deutlich verbessertes Finanzwissen in der Bevölkerung wird sicherlich dazu beitragen, zweifelhaftes Geschäftsgebaren zu reduzieren. 

Welche konkreten Wünsche haben Sie an die politisch Verantwortlichen?

Vereinheitlichung und Angleichung der neuen und alten Erlaubnis-Paragraphen. Da wird mal hier, dann mal da was geregelt und führt zu totaler Unübersichtlichkeit. Steuerliche Gleichbehandlung von Honorar- und Provisionswelt wäre auch nett.

Auch wäre es schön, den Einfluss diverser Strömungen etwas zurückzudrängen. Bei einigen politischen Entscheidungen drängt sich der Verdacht auf, dass uns wirklich unabhängigen Beratern weitere (bürokratische) Steine in den Weg gelegt werden. An dieser Stelle sollten die Politiker auch daran denken, dass der ohnehin schon geringe Nachwuchs in der Branche zusätzlich abgeschreckt wird, wenn er sich mit übermäßiger Haftung und überbordender Regulierung konfrontiert sieht. 

Dann diese ganzen neuen Begriffe wie Honorar-Finanzanlagenberater, Honorar-Anlageberater oder Finanzanlagenvermittler – soll das dem Verbraucher nützen? Da blickt doch keiner mehr durch. Sogar ich muss nachschlagen, welche Begrifflichkeiten es da jetzt genau gibt!?

Und ob das alles überhaupt hilft, solange der Bürger nicht bereits in der Schule besser auf das Thema Finanzen vorbereitet wird. Daher sollte Finanzwissen schon so früh wie möglich gelehrt werden. Je mündiger der Einzelne, umso eher wird er in der Lage sein, die Spreu vom Weizen zu trennen.

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