Jahre Haft für kriminellen Vermittler
Er verkaufte überteuerte Wohnungen als Geldanlage und trieb damit unerfahrene Kunden in den finanziellen Ruin. Laut Aussage des Richters bekam das kriminelle Geschäft Unterstützung von Notaren und einer Bank.
5 Jahre Haft für kriminellen Vermittler
Dem Vermittlerkreis um Kai-Uwe Klug gingen viele unerfahrene Kunden auf den Leim. Sie stimmten zu, in Berlin die „Partnerschaft für eine Immobilie“ einzugehen – als Steuersparmodell. Tatsächlich aber unterschrieb ein Ehepaar aus dem Harz den Kaufvertrag für eine Wohnung in Berlin, die sie als Kapitalanlage nutzen wollte.
Die Käufer erhielten kurze Zeit später einen Kreditvertrag von der DKB, der Deutschen Kredit Bank, damit sie die überteuerte Eigentumswohnung finanzieren konnten. Diese Schrottimmobilie hatte die Vertriebsfirma KK Royal Basement vermittelt, dessen Vorsitzender Kai-Uwe Klug gewesen ist. Genauso war er auch in den Firma „Steuerfüchse“ anzutreffen, die sich später in „Steuerlupe“ umbenannte und dafür zuständig war, die Kunden vom angeblichen Steuersparmodell zu überzeugen. Der Kauf war in der Regel schnell abgewickelt, weil die Vermittler auf einen zeitnahen Vertragsabschluss drängten und zusammen mit dem Kunden einen überstürzten Besuch beim Notar machten, um das Geschäft zu beurkunden.
Etliche Anleger wurden auf diese Weise von Klug und seinen knapp zehn weiteren Immobilienbetrügern in den Ruin getrieben. Damit ihre Vermittlungen zustande kommen konnten, hatten sie etliche Firmen gegründet oder übernommen. Dabei erzielten die Kriminellen eine Rendite von bis zu 35 Prozent. Ihnen wurde ein Gesamtschaden in Millionenhöhe zur Last gelegt. Klugs Komplizen wurden zu Freiheitsstrafen über einen Zeitraum bis zu drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Kai-Uwe Klug selbst muss für fünf Jahre hinter Gitter. Von dem Urteil soll nach Angaben der Richter eine Signalwirkung ausgehen und Menschen abschrecken, die sich an ähnlichen Geschäftsideen versuchen. Mittlerweile wird gegen die betreffenden Notare ermittelt und auch das Verhalten von Bauträgern und Banken wird auf Strafbarkeit hin überprüft.
Kai-Uwe Klug
Nach Angaben von Finanztest wusste die DKB um die Praxis der Vermittler-Firmen, nämlich Kosten zulasten der Kunden in die Höhe zu treiben. Die DKB soll Vermittlern schon seit 2008 erlaubt haben, durch einen Aufschlag auf die Bankkonditionen die Höhe ihrer Provisionen mitzubestimmen. Davon wussten jedoch die Kunden nichts. Ein ehemaliger Mitarbeiter der DKB gab als gerichtlicher Zeuge an: Von den Vertriebsmitarbeitern für die Kunden aufgestellte Berechnungen für die Darlehnsfinanzierung wurden sogar zu Bestandteilen der Kreditakten der Bank.
Damals wies die Deutsche Kredit Bank solche Vorwürfe gegenüber Finanztest zurück. Sie sehe sich lediglich als Kreditgeberin und wolle nicht für die Schäden einstehen, die ihre Darlehnskunden erlitten haben. Immerhin seien für Beratung und Vermittlung Andere zuständig gewesen. Die besagten Unterlagen seien der Bank nur zwecks Darlehnsanfrage für die Immobilienfinanzierung zugesandt worden. Davon abgesehen hätte sie alle Kaufpreise mithilfe eines „zertifizierten Bewertungsverfahrens“ überprüft und konnte dabei keine Überteuerungen feststellen.