Bitcoin & Co. Mit Kryptowährungen handeln

Als Anfang 2009 die ersten Bitcoins an den Start gingen, wurde dies kaum wahrgenommen und so sollte das in den folgenden zwei, drei Jahren auch erst mal bleiben. Nur eine eingefleischte Internet-Community interessierte sich für die erste Kryptowährung der Welt.

Erst ab 2013 begann sich das zu ändern. Seither hat eine atemberaubende Entwicklung stattgefunden. Heute gibt es schätzungsweise 5.400 Kryptowährungen. Zusammen bringen sie es auf eine Marktkapitalisierung von rund 250 Mrd. US-Dollar. Bitcoins sind dabei mit einem "Marktanteil" von etwa zwei Drittel immer noch das mit Abstand wichtigste Krypto-Geld.

Phantastische Gewinne - phantastische Verluste

Bereits 2015 und 2016 zeigten die Bitcoin-Kurse deutlich nach oben. Das war aber nichts gegen die Entwicklung im Jahr 2017. Erreichte ein Bitcoin zum Jahresbeginn 2017 einen Kurs um die 1.000 US-Dollar, kam es ab dem Sommer zu einem dramatischen Kursanstieg. Er gipfelte am 17. Dezember 2017 im bisher erreichten Höchststand von gut 19.000 US-Dollar für einen Bitcoin. Seither zeichnen sich die Kurse durch starke Schwankungen aus. In den letzten 12 Monaten lag der Höchststand bei 13.829,07 Dollar (26.06.2019), der Tieststand bei 3.956,58 Dollar (13.03.2020). Das zeigt die Bandbreite. Kein Wunder, dass viele Krypto-Akteure sich für eine fundierte Bitcoin Prognose interessieren.

Das ist angesichts des Auf und Ab der Kurse seit Ende 2017 nur zu verständlich. Mit Bitcoin-Handel lassen sich innerhalb kurzer Zeit große Summen verdienen, aber auch verlieren, wenn in die falsche Richtung gehandelt wird. Wer am 13. März Bitcoins auf Dollar-Basis kaufte, hätte das investierte Vermögen bis heute mehr als verdoppelt. Wer Ende Juni letzten Jahres einstieg, hätte bis jetzt einen Verlust von rund einem Drittel seines Kapitals erzielt.

Das zeigt vor allem eins: Bitcoin-Handel lebt von Spekulation. Das ist ein Merkmal aller gängigen Kryptowährungen wie Ethereum oder LiteCoin. Hinter dem Krypto-Geld steht keine Zentralbank und keine Volkswirtschaft. Die Kurse werden alleine von den Gesetzen von Angebot und Nachfrage bestimmt. Dabei ist die Hoffnung auf schnelle hohe Gewinne ein maßgeblicher Faktor.

Das erklärt auch die starken Kursschwankungen. Bitcoins & Co. sind kein offizielles Zahlungsmittel, Kryptowährungen leben von der Akzeptanz der Netz-Gemeinde. Die hat zumindest bei den gängigen Kryptowährungen in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht.

Wo der Handel stattfindet

Der Handel mit Kryptowährungen findet weitgehend außerhalb amtlicher Börsenplätze statt. Dafür hat sich ein Vielzahl an privaten Marktplätzen im Internet etabliert. Wer seinen Krypto-Handel dort abwickeln möchte, sollte auf einen bekannten und großen Anbieter setzen, der schon einige Jahre am Markt ist. Denn anders als die amtlichen Börsen sind solche Marktplätze nicht reguliert und unterliegen keiner Finanzaufsicht. In Deutschland bietet die Stuttgarter Börse als erste amtliche Börse ebenfalls den Krypto-Handel an. Trading mit Kryptowährungen ist auch bei vielen Online-Brokern möglich - oft in Form von Derivaten, bei denen Kryptowährungen als Basiswert dienen.

Warum Prognosen so schwierig sind

Bleibt noch die Frage der Prognose. Der Blick in die Zukunft ist bei allen Börsenwerten eine Kunst für sich. Bei Kryptowährungen gilt dies in besonderer Weise. Da weder eine zentral gesteuerte Geldpolitik, noch ein reales Wirtschaftsgeschehen mit dem Krypto-Geld verbunden ist, fehlen wichtige Daten, um Vorhersagen zu begründen. Angesichts der starken und kurzfristigen Kursschwankungen versagen auch herkömmliche Instrumente der Charttechnik. Die Algorithmen zur Geldschöpfung bei Bitcoins und anderen Kryptowährungen sorgen zwar dafür, dass das Angebot knapp bleibt und Geldschwemme wie bei vielen offiziellen Währungen nicht möglich ist. Das ist ein Wert an sich. Trotzdem bleibt eine große Unsicherheit auf der Nachfrage-Seite. Diese ist stark von spekulativen Erwartungen geprägt. Fazit: zuverlässige Kursprognosen - insbesondere auf längere Sicht - sind kaum möglich.

Deshalb ähnelt der Handel mit Kryptowährungen Kurswetten mit hohem Glücksfaktor. Das Kalkül kann aufgehen, dann winken erfreuliche Gewinne. Man sollte aber auch in der Lage sein, empfindliche Verluste zu verkraften. Wer bei Anlagen auf Sicherheit aus ist, hält sich vom Krypto-Handel lieber fern.