Nennenswerte Verzinsung gibt es schon lange nicht mehr

Universität Marburg Die Realszinsfalle

Seit der Jahrtausendwende verdoppelte sich das Vermögen deutscher Privathaushalte. Die Rendite ist jedoch zu gering, weil ein großer Teil des Ersparten als Bargeld aufbewahrt oder auf dem Girokonto geparkt wird.

Die Deutschen werden ihrem Ruf als Sparweltmeister noch immer gerecht. Das Problem: Sie verzichten nicht nur bereitwillig auf Konsum, sondern auch auf Rendite, wie eine Studie der Universität Marburg offenbart. Im Auftrag von Union Investment analysierten Professor Oscar Stolper und seine Mitarbeiter, wie sich das Vermögen der deutschen Privathaushalte in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelte. Dabei zeigte sich, dass der Vermögenszuwachs weniger durch Zinsen oder Kursanstiege, als durch Verzicht auf Konsum entstanden ist.

Zahlen, die jeden Sparer nachdenklich machen sollte:

  • 2021 betrug der Anteil der Ersparnisse in Form von Bargeld oder Sichteinlagen 28 Prozent. 2000 lag der Anteil noch bei 10 Prozent.
  • Das auf Girokonten geparkte Geldvermögen wuchs innerhalb des letzten Jahrzehnts um 960 Milliarden Euro an. In den letzten drei Jahren betrug der Zuwachs 400 Milliarden Euro.
  • Lediglich ein Viertel des Vermögenszuwachses wurde durch Zinsen, Dividenden oder Kursanstiege erzielt. Zehn Jahre zuvor waren es noch 71 Prozent.

Zu viele Sparer sitzen in der Realzinsfalle

Für junge Sparer klingt es märchenhaft, wenn Ältere erzählen, wie sie sich früher am Bankschalter die Zinsen für ihr Sparguthaben gutschreiben ließen. Nennenswerte Verzinsung gibt es schon lange nicht mehr. Tatsächlich ist die Situation noch viel dramatischer, denn die wenigsten Sparer rechnen mit dem Realzins, der als Differenz aus der Verzinsung und der Inflationsrate berechnet wird.

Nach Berechnungen der Union Investment gelingt die private Altersvorsorge sehr effektiv mit einem Aktienfonds."

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ergab sich überwiegend ein negativer Wert. Geht man davon aus, dass in Deutschland 1.900 Milliarden Euro auf Girokonten schlummern, macht im Durchschnitt jeder deutsche Sparer pro Jahr 380 Euro Verlust.

Auswirkungen auf die Altersvorsorge

Wollen Sie für Ihr Alter vorsorgen, brauchen Sie also Anlagen, die rentabel sind. Nach Berechnungen der Union Investment gelingt die private Altersvorsorge sehr effektiv mit einem Aktienfonds. Im langjährigen Durchschnitt erzielen die in Deutschland angebotenen Aktienfonds eine Rendite von 6, 2 Prozent (vor Kosten und Steuern). Bei einer solchen Rendite wären monatliche Sparraten von 61 Euro ausreichend, um bis zum Rentenbeginn ein finanzielles Polster von 72.000 Euro anzusparen.

 

 

Autor: Reiner Braun, Braun Finanzberatung GmbH & Co. KG Bamberg, www.braun-finanzberatung.de

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