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Teil 4 unserer Betrachtungen Ist Ihr Portfolio ausreichend diversifiziert? (4)

Was sind die wahren Erfolgsfaktoren bei der Kapitalanlage?

1. Stock-Picking / Markt-Picking

Während bei professionellen und privaten Anlegern derzeit passive Investments im Fokus stehen, ist die Fähigkeit, aktiv die richtigen Aktien oder Märkte auszuwählen, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Kapitalanlage. Das Problem daran: Es gibt lediglich wenige, die dies gut können.

Und weil dies so ist, versteckt sich die Finanzindustrie hinter der Geschichte mit der Diversifikation.

Das alles bedeutet übrigens nicht, dass passive Investments wie ETFs nicht sinnvoll sein können. Die Historie hat lediglich gezeigt, dass eine Kapitalanlage zu einem unbefriedigenden Chance/Risiko-Verhältnis führt, sofern die Portfoliozusammensetzung statisch erfolgt. Wer einzelne Märkte aktiv über indexorientierte ETFs picked, kann durchaus zu überzeugenden Ergebnissen kommen. Ausschlaggebend ist hier jedoch die Fähigkeit, aktiv die richtigen Märkte zu picken.

Die Tatsache, dass es Fondsmanager gibt, die exzellente Stock- bzw. Markt-Picker sind, ist Grund genug, sich auf die Suche nach diesen zu machen.

2. Timing - der rechtzeitige Ein- und Ausstieg

Während es auf den ersten Blick für Laien äußerst nachvollziehbar klingt, dass der rechtzeitige Ein- und Ausstieg bei Aktien & Co. entscheidend ist, sind viele professionelle Marktteilnehmer davon überzeugt, dass nachhaltig erfolgreiches Timing nicht möglich ist.

Und in der Tat: Die von Fondsmanagern in der Breite erzielten Ergebnisse lassen auf den ersten Blick Zweifel aufkommen, ob mit aktivem Timing ein Mehrwert zu erreichen ist.

Wie überall im Leben ist das Gute einfach nur rar gesät."

Betrachtet man die Ergebnisse von Fondsmanagern in den letzten 20 Jahren (siehe hierzu Teil 2), muss man zweifelsfrei attestieren, dass es dem Durchschnitt der Fondsmanager nicht gelungen ist, die Richtung der Märkte überzeugend vorherzusehen. Zu hoch waren die zwischenzeitlichen Verluste und zu lang die Dauer der Verlustphasen.

Doch nur, weil es dem Durchschnitt der Fondsmanager nicht gelingt, die Märkte richtig zu timen, bedeutet das nicht, dass es sie nicht gibt, die guten Fondsmanager.

Wie überall im Leben ist das Gute einfach nur rar gesät. Man muss sich lediglich auf den Weg machen, sie zu suchen, statt sich von pauschalen Verallgemeinerungen in die Irre führen zu lassen.

Wer diese beiden, für die Kapitalanlage wichtigsten Fähigkeiten besitzt, kann eine weitere Disziplin zu seinen Gunsten nutzen, die eine weitere Verbesserung des Chance/Risiko-Verhältnisses ermöglicht. 

3. LONG und SHORT - Die Unabhängigkeit von der Marktrichtung

Als Anleger ist man in aller Regel darauf aus, diejenigen Investments zu finden, die die größten Kurschancen erwarten lassen.

Das bringt allerdings ein Problem mit sich: Man ist auf steigende Kurse und damit auf ein positives Marktumfeld angewiesen. 

Ist es da nicht sinnvoller, in positiven Marktphasen auf steigende Kurse und in negativen Marktphasen auf fallende Kurse zu setzen? Oder die guten Aktien zu kaufen, um von steigenden Kursen zu profitieren und gleichzeitig bei den schlechten auf fallende Kurse zu setzen?

Der Kapitalmarkt bietet uns als Anlegern diese Möglichkeiten bereits seit langem. Im Ergebnis lässt sich so ein Portfolio zusammenstellen, welches in sämtlichen Marktphasen positive Erträge erwirtschaften kann.

Fondsmanager, die derartige Strategien erfolgreich umsetzen, sind zwar ebenfalls selten, heute aber deutlich häufiger anzutreffen, als noch vor einigen Jahren. Der Grund ist klar: Mit traditionellen Anlagekonzepten konnte in den letzten zwei Jahrzehnten schlicht kein überzeugendes Chance/Risiko-Verhältnis erzielt werden. Vor diesem Hintergrund sucht eine zunehmende Anzahl an Fondsmanagern nach tragfähigeren Lösungen. 

Natürlich muss man auch hier die überdurchschnittlich guten Manager suchen.

Doch auch hier gilt: Besser suchen und finden, als weiterhin überholten Börsenregeln zu folgen. 

F A Z I T:

(1) Die wenig überzeugenden Ergebnisse, die in den letzten Jahrzehnten mit traditioneller Risikostreuung erzielt worden sind, verdeutlichen, dass Diversifikation im Allgemeinen überschätzt wird. Zeitgemäßere Ansätze sind daher zwingend erforderlich.

Die wichtigsten, nachhaltigen und langfristigen Erfolgsfaktoren bei der Kapitalanlage sind:

- Stock- bzw. Markt-Picking

- Timing

- Marktunabhängigkeit durch Long/Short-Strategien

(2) Bei der Bewertung des Anlageerfolgs ist ein Umdenken erforderlich. Im Fokus sollte stets stehen, in welchem Verhältnis die erzielten Erträge zu den eingegangenen Risiken stehen. Dabei sollten Risiken heute weniger theoretisch und finanzmathematisch berechnet werden, als vielmehr praxisnah.

Die abstrakte Kennzahl Volatilität, die lediglich die Schwankungsbreite der Kursbewegungen misst, hat als Risikomaß keine nachhaltige Aussagekraft.

Um es bildlich zu formulieren: Es bringt herzlich wenig, zu wissen, dass die Temperatur am Urlaubsort eine Schwankung von 10 Grad aufweist, wenn die Umfeldbedingungen bei -30 bis -40 Grad liegen.

Die deutlich nachvollziehbareren Größen Maximaler Verlust und Längste Verlustphase sollten vor diesem Hintergrund in den Vordergrund rücken.

Summa summarum...      

...benötigt ein nachhaltig erfolgreiches Portfolio eine pro-aktive DNA, die auf aktivem Stock- und Markt-Picking sowie auf Timing fußt - gegebenenfalls ergänzt um eine marktunabhängige Long/Short - Strategie.

Die einzelnen Instrumente, die hierbei zum Einsatz kommen, dürfen dabei durchaus passiv sein. Es spricht somit nichts dagegen, einen aussichtsreichen Markt über ein passives ETF abzubilden.

Die Tatsache, dass lediglich wenige Fondsmanager über eine überzeugende pro-aktive DNA verfügen, sollte uns nicht davon abhalten, diese zu suchen.

So überholt manche Regeln an den Kapitalmärkten heute auch sind, diese hat unverändert Gültigkeit:

Wer suchet, der findet.

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