Eine etwas in die Jahre gekommene Sparkasse in Berlin

Serie Meinung: Feiertag für die Sparkassen Alle Jahre wieder – „Weltspartag“

Es ist wieder soweit – der „Weltspartag“ steht vor der Tür. Während sich immer mehr Banken in den letzten Jahren zurückzogen, halten die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen an der Tradition fest.

Die Idee des Sparens wurde erstmals 1925 vom Weltinstitut der Sparkassen ausgerufen und soll weltweit die Sparkultur fördern und über das Sparen informieren.

Die Banken sind sehr kreativ und lassen sich auch einiges einfallen, um vor allem kleine Sparer anzulocken. Zu gerne strömen deshalb die Kinder mit ihrem „klassischen Sparschwein“ in die Bankfilialen und erhalten als Belohnung noch ein Geschenk wie Plüschteddys, Schlüsselanhänger oder Farbstifte. Gute Sache!

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Solange es noch auskömmliche Zinsen gab, war dies auch (für die älteren „Sparer“) noch reizvoll(er), denn die Banken boten den Anlegern sehr attraktive Festzinsprodukte. Mit einem Zinsaufschlag von 0,1% p.a. bei einem fünfjährigen Festgeld jedoch können die Sparer heute nun nicht mehr begeistert werden. 

Aber auch hier sind die Banken kreativ und bieten neuerdings andere Anlageformen wie Bausparen oder gerne Kombiprodukte an. Hierbei wird bspw. ein Festgeld mit einem "hohen" Zins beworben. Der Haken dabei: der Zins gilt nur für kurze Zeit und die Anlagesumme teilt sich auf, denn neben dem Festgeld muss zwangsweise noch in einen Fonds oder ein Zertifikat investiert werden. Und das kostet mitunter bis zu 5% Ausgabeaufschlag!

Was auf den ersten Blick also attraktiv erscheint, erkauft sich der Kunde wegen der hohen Kosten teuer. Gewinner ist die Bank - sie hat ihr Ertragsziel mit Provisionen erreicht. Denn bei den klassischen Festgeldern lässt sich für sie nichts mehr verdienen! 

Mit dem eigentlichen Kerngedanken des „Sparens“ hat dies freilich weniger zu tun. Sinnvoll wäre es daher, das kontinuierliche Sparen im eigentlichen Sinne zu unterstützen. Mit monatlichen Sparplänen können ebenso Fondsprodukte gewählt und langfristig sinnvoll auch mittels Beimischung von Aktien zur wirklichen Vermögensbildung beitragen. Das tun die Deutschen nämlich im internationalen Vergleich leider viel zu wenig und schon deshalb wäre hier im Sinne der Spareraufklärung gut daran gelegen. 

Ach ja: ...und als Belohnung zum Weltspartag bekommt der Kunde einfach mal fair und transparent an der Gebührenschraube gedreht – und einen Rabatt für’s Sparen eingeräumt. Das wär doch mal was!

Meinung von: Volker Hildebrand

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