Es ist nicht zwingend erforderlich, dass das Zertifikat die Entwicklung eines Basiswertes 1 : 1 widerspiegelt

Serie Finanzwissen: Finanzwissen Zertifikat Der Basiswert

Ein charakteristisches Merkmal von Zertifikaten besteht darin, dass ihre Wertentwicklung an einen Basiswert gekoppelt ist. Dabei lässt sich eine Klassifizierung vornehmen, je nachdem, welcher Basiswert zugrunde gelegt wird.

Es ist nicht zwingend erforderlich, dass das Zertifikat die Entwicklung eines Basiswertes 1 : 1 widerspiegelt. Durch eingebaute Hebel, Caps, Reverse-Regeln oder andere Konstrukte kann die Wertentwicklung davon erheblich abweichen oder sogar gegenteilig verlaufen. Dennoch bleibt der Basiswert-Bezug immer gegeben. Folgende Klassifizierungen sind möglich:

Einzelwertzertifikate

Einzelwertzertifikate beziehen sich immer auf einen einzelnen Basiswert. Als Basiswerte kommen im Prinzip alle Wertpapiere, Güter oder Bezugsgrößen in Betracht, für die ein Börsenhandel und/oder eine "offizielle" Wertermittlung stattfindet. Konkret handelt es sich um:  

  • Aktien: Das Zertifikat bezieht sich immer auf die Entwicklung des jeweiligen Aktienkurses. Außerplanmäßige Kapitalmaßnahmen und Sonderdividenden werden üblicherweise bei der Wertentwicklung berücksichtigt.
  • Währungen: Hier werden Währungspaare als Bezugsgrößen zugrunde gelegt, meist handelt es sich um gängige Paare wie zum Beispiel Euro - US-Dollar oder US-Dollar - Japanischer Yen.
  • Rohstoffe: In Betracht kommen alle gängigen gehandelten Rohstoffe. Als Hauptkategorien unterscheidet man Agrarrohstoffe, Industriemetalle, Edelmetalle und Energie-Rohstoffe. Jede Kategorie umfasst wiederum einzelne Rohstoffe, die als Basiswerte dienen können - zum Beispiel Gold, Silber, Platin und Palladium bei Edelmetallen. 
  • Fonds: Können ebenfalls als Basiswerte von Zertifikaten in Betracht kommen, was zumindest im Hinblick auf einen einzelnen Fonds aber eher selten genutzt wird. 
  • Zinssätze: Zinszertifikate bieten die Möglichkeit, von anderen Zinsniveaus im Ausland zu profitieren und sind in der Regel mit einem Fremdwährungsinvestment gekoppelt. Als Bezugsgröße dienen normalerweise Geldmarktzinssätze. 

Basketzertifikate 

Von einem Basketzertifikat wird im Unterschied zu einem Einzelwertzertifikat gesprochen, wenn als Basiswert ein Korb (= Basket) aus Einzelwerten dient. Das können zum Beispiel mehrere Aktien, aber auch Fonds, Rohstoffe oder andere Einzelwerte sein. Meist werden solche Einzelwerte zu einem Basket zusammengefasst, die bei bestimmten wichtigen Merkmalen Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Zweck besteht darin, die positiven Effekte der Risikostreuung zu nutzen. Im Unterschied zu einem Index werden in einem Basket in der Regel nur wenige Einzelwerte zusammengefasst, die Zusammensetzung bestimmt der Emittent des Zertifikats. 

Ein charakteristisches Merkmal von Zertifikaten besteht darin, dass ihre Wertentwicklung an einen Basiswert gekoppelt ist."

Indexzertifikate  

Bei Indexzertifikaten bildet ein "amtlicher" Index den Basiswert. Das kann ein Aktienindex wie der DAX sein, aber auch Rentenindizes oder andere Indizes sind als Bezugsgrößen denkbar. Konzeptionell weisen Indexzertifikate eine große Nähe zu ETF (= Exchange Traded Funds) auf, die ebenfalls Indizes nachbilden. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass Indexzertifikate als Schuldverschreibungen Gläubigerpapiere darstellen, für die ein Emittentenrisiko besteht. Bei ETF handelt es sich dagegen um Sondervermögen, das treuhänderisch verwaltet wird und im Insolvenzfall der Investmentgesellschaft geschützt ist.

 

 

Die vom Autor als Basis für diesen Artikel verwendeten Informationen sind vom Rechteinhaber des Grundlagenwissen: Investmentfonds und die Risiken, der fundsware GmbH, zur Verfügung gestellt worden.

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