Das Aktien-Investment ist eine Frage des Anlagehorizonts und der persönlichen Risikoeinstellung

Je nach Lebensalter unterschiedlich Die richtige Aktienquote

Wie hoch soll der Aktienanteil im persönlichen Vermögens-Portfolio sein? Diese Frage beschäftigt nicht nur Anleger und Finanzberater, auch in zahlreichen Untersuchungen hat man sich näher damit befasst. Ein häufig untersuchter Punkt ist, wie das Lebensalter die "richtige" Aktienquote beeinflusst.

Zunächst einmal ist das Aktien-Investment eine Frage des Anlagehorizonts und der persönlichen Risikoeinstellung. Wer langfristig Vermögen aufbauen will und bereit ist, für höhere Rendite auch Risiken einzugehen, wird seine Aktienquote höher ansetzen als ein Anleger, der auf kurze oder mittlere Sicht Geld benötigt oder risikoscheu ist. Das Lebensalter ist ein weiterer Faktor, der ggf. berücksichtigt werden sollte.

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Eine umstrittene Faustformel 

In der Finanzberatung gilt hierfür häufig die Faustformel: Aktienquote = 100 minus Lebensalter. Danach sollte ein 30jähriger 70 Prozent seines Vermögens in Aktien halten, ein 70jähriger dagegen nur noch 30 Prozent. Dahinter steht der Grundgedanke, dass ältere Menschen nur noch vergleichsweise begrenzte Zeit haben, Durststrecken bei Aktien oder Crashs durch spätere Gewinne wieder auszugleichen. Daher sollte der Aktienanteil mit zunehmendem Alter sinken, um ein möglichst hohes "sicheres" Vermögen zu garantieren, aus dem sich der Ruhestand (mit)finanzieren lässt. 

Die Faustformel scheint plausibel und wird häufig angewandt, wissenschaftlich belegt ist sie nicht. Im Gegenteil, eine Reihe an Untersuchungen stellt sie in Frage. Die ersten waren bereits 1969 die Nobelpreisträger Samuelson und Merton. Sie konnten in einem idealtypischen Modell nachweisen, dass es am besten ist, die Aktienquote unabhängig vom Lebensalter konstant zu halten. Die Begründung ist verblüffend einfach: die Wahrscheinlichkeit, noch zu Lebzeiten Crashs zu erleben, ist für ältere Menschen geringer als für jüngere, die noch eine lange Lebensspanne vor sich haben. Daher müssen sie dieses Risiko weniger berücksichtigen. 

Pauschale Regeln für die Aktienquote sollten skeptisch betrachtet werden."

Neuere Untersuchungen kommen sogar zum Ergebnis, dass es sinnvoll sein kann, im Alter die Aktienquote zu erhöhen. Hier wird mit dem "Langlebigkeitsrisiko" argumentiert. Lebt der Anleger länger als erwartet, ist das Risiko, sicher angelegtes, aber wenig rentierliches Vermögen vorzeitig zu verbrauchen größer als bei höheren Aktien-Anteilen. Hier bieten die besseren Renditen auch im Alter noch einen Vermögensbildungseffekt, der die finanzielle Absicherung unterstützt.  Danach ist es durchaus empfehlenswert, auch im Alter noch hohe Aktienquoten anzustreben. 

Es kommt auf die individuelle Situation an 

Solche Untersuchungen sind im Rahmen ihrer idealtypischen Modellannahmen immer "richtig". Die Frage ist, inwieweit sie für die Praxis taugen. Sie zeigen vor allem eins: pauschale Regeln für die Aktienquote sollten skeptisch betrachtet werden. Es kommt immer auf die individuelle Situation an. Kompetente Finanzberatung hilft Ihnen dabei, die für Ihre Situation beste Lösung zu finden.

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