Die Rückkehr der Kontoführungsgebühren – und was diese mit sich bringen

Die Zeiten kostenloser Girokonten mit Eröffnungsprämien und hohen Zinsen sind längst vorbei – mittlerweile ist es am Kunden, die Kosten der Bank teilweise zu decken. Doch warum?

Vor der schlechten Konjunktur des Euros konnten die Banken ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank „parken“ und haben als Gegenleistung hohe Zinsen erhalten, die direkt an die Kunden weitergegeben werden konnten. Nachdem der Euro jedoch schwankt und die EZB selbst nichts mehr am eingelagerten Geld verdient, verlangt sie mittlerweile einen sogenannten Strafzins – sprich, sie gibt keine Zinsen mehr auf eingelagertes Kapital, sondern verlangt für dieses Geld Zinsen von den Banken.

Niedrige Zinsen dank Leitzins der EZB

Da der Leitzins ebenfalls von der EZB vorgegeben wird, können Banken auch für Kredite keine hohen Zinsen mehr verlangen, ohne dass sich die Kunden ein neues Kreditinstitut suchen. Für die Banken ist es aber genauso schlecht ihr Geld in Form von Krediten auszugeben – schließlich steigt damit das Ausfallrisiko, das es bei der EZB nicht oder nur in sehr geringem Maße gibt.  

Die Idee: Kunden zahlen einen Zins auf das Geld, das sich auf ihrem Konto befindet. Die Statistik zeigt, dass sich diese Geschäftspraktik durchaus lohnt: Ungefähr 8,7 Milliarden Euro könnten Banken alleine durch die Gebühren pro Jahr mehr einnehmen.  Wie vermeide ich Kontoführungsgebühren?

Zunächst kann es sich lohnen, dass eigene Konto auf eine andere Bank zu übertragen. Der Grund weshalb das selten geschieht ist, dass sich viele Kunden vor vergessenen Lastschriften und Daueraufträgen fürchten – allerdings gibt es hier keinen Grund zur Sorge. Denn die alte Bank ist verpflichtet, alle Informationen über die Buchungen der letzten 13 Monate an die neue Bank weiterzugeben.

Falls die Eröffnung eines Girokontos noch bevorsteht, sollte eine Entscheidung zwischen Direkt- oder Filialbank getroffen werden. Beide bieten einige Vorteile, auf die nicht jeder Kunde verzichten will oder kann.

Die Direktbank:

Direktbanken haben keine eigenen Filialen und kein Personal. Oft gibt es nur den Kundenservice, eine Hotline und/oder ein Live-Chat. Die Kosten, die dadurch gespart werden, geben die Banken an ihre Kunden weiter. Aus diesem Grund gibt es bei Direktbanken deshalb auch noch kostenlose Girokonten.

Die Filialbank:

Filialbanken sind Banken im klassischen Sinne. Sie zeichnen sich durch ein deutschlandweites Netz aus Filialen aus, haben Personal vor Ort und dadurch direkten Kontakt zum Kunden. Da Filialbanken aber auch nicht mehr verdienen als Direktbanken und noch dazu mehr Ausgaben haben, bekommt der Kunde in vielen Fällen die Kosten in Form der Kontoführungsgebühren zu spüren.

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