Wirtschaftsdenker: Franco Modigliani (1918–2003) & Merton Miller (1923–2000) Kapitalstruktur und die Logik der Unabhängigkeit
Warum Unternehmenswert und Finanzierung getrennte Wege gehen
Unternehmen treffen täglich Finanzierungsentscheidungen: mehr Eigenkapital, mehr Fremdkapital, neue Anleihen oder Rückkäufe. Intuitiv scheint es, als würde die richtige Mischung den Wert eines Unternehmens entscheidend verändern. Modigliani und Miller stellten diese verbreitete Annahme infrage. Ihr Ansatz zeigt, dass unter bestimmten Bedingungen nicht die Form der Finanzierung den Unternehmenswert bestimmt, sondern die Fähigkeit, Gewinne zu erwirtschaften. Finanzierung ist damit ein Instrument, nicht der Kern ökonomischer Stärke. Weitere Aphorismen und Konzepte sind hier.
Wert entsteht im Unternehmen, nicht in der Finanzierung
Modigliani und Miller argumentierten, dass der Wert eines Unternehmens von seinem operativen Geschäft abhängt – von Produkten, Prozessen, Märkten und Fähigkeiten. Die Kapitalstruktur kann diesen Wert nicht „herbeizaubern“. Ob ein Unternehmen stärker fremd- oder eigenfinanziert ist, ändert unter idealen Marktbedingungen nicht seinen ökonomischen Kern. Der Fokus verschiebt sich damit weg von Bilanzkosmetik hin zu realen Leistungsgrundlagen.
Gleichzeitig zeigen sie, wie Finanzierungseffekte entstehen können, wenn Steuern, Kosten oder Risiken ungleich verteilt sind. Dadurch wird deutlich, dass Kapitalstruktur zwar Gestaltungsspielräume bietet, aber nicht der Ursprung wirtschaftlicher Stärke ist. Entscheidend bleibt die Frage, wie gut ein Unternehmen wirtschaftlich arbeitet und wie widerstandsfähig es ist.
Zwei Denker, eine prägende Einsicht
Modigliani und Miller verbanden theoretische Strenge mit einer klaren Intuition für wirtschaftliche Realität. Modigliani brachte eine tiefe makroökonomische Fundierung ein, Miller die analytische Präzision der Finanztheorie. Gemeinsam entwickelten sie einen Ansatz, der bis heute das Verständnis moderner Unternehmensfinanzierung prägt. Ihre Arbeit zeigt, wie eng theoretische Modelle und praktische Fragen verknüpft sein können.
Warum dieser Ansatz heute relevant ist
Moderne Märkte sind komplex, und Unternehmen haben mehr Finanzierungswege als je zuvor: Anleihen, hybride Instrumente, Rückkaufprogramme oder externe Beteiligungen. In dieser Vielfalt hilft die Grundidee von Modigliani und Miller, den Blick zu schärfen: Wert entsteht nicht durch Finanzierungsformen, sondern durch unternehmerische Leistungsfähigkeit. Kapitalstruktur kann unterstützen, aber nicht ersetzen.
Zugleich verschieben sich die Bedingungen. Unterschiedliche Steuersysteme, asymmetrische Risiken und regulatorische Anforderungen zeigen, wie stark reale Märkte von den theoretischen Idealfällen abweichen. Gerade deshalb bleibt die Einsicht aktuell: Finanzierung ist ein Werkzeug, dessen Wirkung von Rahmenbedingungen abhängt, nicht ein Garant für Wertschöpfung.
Fazit und Merksätze
Die Arbeit von Modigliani und Miller verdeutlicht, dass Unternehmenswert aus realwirtschaftlicher Stärke entsteht. Finanzierung unterstützt, ersetzt aber keine Substanz.
Drei Merksätze:
- Unternehmenswert hängt primär vom operativen Geschäft ab, nicht von der Kapitalstruktur.
- Finanzierung wirkt über Rahmenbedingungen, nicht über Bilanzkosmetik.
- Kapitalstruktur ist ein Werkzeug – ihre Wirkung hängt von Markt- und Steuerumfeldern ab.
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