Seit die Umsätze schwächelten hat ein Umdenken bei Aldi eingesetzt

Tabu-Bruch führt zum Erfolg Qualitätsmarken bei Aldi

Lange galt es bei Aldi als undenkbar, neben den eigenen Handelsmarken auch echte Qualitätsmarken ins Sortiment aufzunehmen. Schließlich schien das dem Unternehmenskonzept des Niedrigpreis-Anbieters im Lebensmittelhandel zuwider zu laufen. Doch seit die Umsätze schwächelten, hat ein Umdenken eingesetzt. Und der Strategiewechsel scheint sich auszuzahlen.

Tatsächlich musste Aldi nach einer langen Erfolgsgeschichte in den letzten Jahren zunehmend um Umsätze kämpfen. Es waren nicht nur neue Discounter wie Lidl und Netto, die das Billig-Konzept erfolgreich nachahmten, sondern auch Edeka und Rewe holten mit ihren eigenen Handelsmarken mächtig auf. Dies führte u.a. dazu, dass der Marktanteil der Disounter zwischen 2013 und 2015 von fast 44 Prozent auf 42 Prozent gesunken ist. Das mag überschaubar aussehen, doch eine Veränderung in dieser Größenordnung innerhalb eines so kurzen Zeitraums bedeutet schon eine markante Verschiebung.

Erste Versuche schon vor zehn Jahren 

Markenprodukte bei Aldi sind nicht ganz neu. Schon vor über zehn Jahren führte man bei Süßwaren einige Fremdmarken ein. Seither sind in den Regalen auch Haribo, Balisto oder Toblerone zu finden. Aber es blieb die große Ausnahme von der Regel und jahrelang änderte sich daran nichts. 2012 nahm Aldi Nord dann Coca Cola mit ins Sortiment auf, wenig später folgten sowohl bei den Nord- als auch den Süd-Märkten Nivea-Produkte. Im vergangenen Jahre beschritt man dann erstmals die Aufnahme von Qualitätsmarken im großen Stil. Seither sind im Sortiment von Funny Frisch, über Lenor-Weichspüler und Labello-Lippenschutz, bis hin zu Leibniz-Butterkeksen deutlich mehr Markenprodukte zu finden. 

Aldi bietet diese Produkte zu Tiefstpreisen an, die unter denen der Konkurrenz liegen, und will damit wieder mehr Umsätze an sich ziehen. Ein Konzept, das aufzugehen scheint. Bei den Produktgruppen, in denen Fremdmarken angeboten werden, gab es im  vergangenen Jahr Umsatzzuwächse von mehr als einem Drittel. Dies hat sich zwar etwas abgeschwächt, dennoch verbleibt immer noch ein Plus von rund 30 Prozent. Inzwischen beträgt der Umsatzanteil der Marken am Geschäft bereits 40 Prozent, 2015 waren es noch 35 Prozent. 

Der Strategiewechsel scheint sich auszuzahlen."    

Unter dem Strich ein deutliches Plus 

Als die Markenprodukte eingeführt wurden, gab es zunächst die Befürchtung, dies werde zu Lasten der Aldi-Handelsmarken gehen. Was man an Zusatzumsätzen auf der einen Seite gewinne, verliere man auf der anderen Seite. Tatsächlich sind die Umsätze in diesem Bereich um rund 22 Prozent zurückgegangen. Doch unter dem Strich verbleibt ein deutliches Plus. Und das ist es, was letztlich zählt. Der Strategiewechsel hat Deutschlands führendem Discounter neuen Schwung beschert und dem ohnehin harten Wettbewerb im Lebensmittel-Einzelhandel zusätzliche Dynamik verliehen.

Kontakt zu mir

Hallo!
Schön, dass Sie mich kennenlernen möchten.