Robo advisors and investing concept

Serie Meinung: Computersysteme kamen ins Straucheln Robo-Advisor bekommen Stress und sind zeitweise Offline

Bisher kannten die Anleger nur eine Richtung, nämlich nach oben.

Als am vergangenen Montag erstmals eine Korrektur an den Aktienmärkte einsetze, rutschten nicht nur die Aktien in den Keller, sondern kamen auch die Computersysteme der beiden größten US-Robo-Advisors ins Straucheln. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg konnten die Kunden der beiden Digitalen Vermögensverwalter für etwa eine halben Stunde nicht auf ihre Kundenkonten zugreifen. Wealthfront und Betterment setzen auf automatisierte Prozesse und kostengünstige Indexfonds, gleichwohl wie zwischenzeitlich auch viele neugegründete digitale Robo-Advisor in Deutschland. Von dort gab es aber Entwarnung und deren IT-Systeme laufen nach Angaben der Unternehmen stabil.

Es stellt sich daher die Frage, ob dies nur ein amerikanisches Problem ist, oder kommt die Bewährungsprobe erst noch? 

Auslastung diverser IT-Systeme

Die ersten Anzeichen, dass es auch in Deutschland zu einer erhöhten Auslastung diverser IT-Systeme kam, konnte man gestern schon feststellen. Die bei Privatinvestoren sowie auch bei Profianlegern beliebte Informationsplattform „Guidants“ hatte massive IT-Probleme, was auch zeitweise zu Ausfällen der Systeme führte. Der Grund hierfür waren die massiv angestiegenen Abrufe von Kursinformationen. 

Wenn man bedenkt, dass der Dow Jones Indes seit 2009 um etwa 195% gestiegen ist und am vergangen Montag in der Spitze 6% verlor, dann relativiert sich das ganze doch etwas. Von einem Crash, wie in vielen Zeitungen geschrieben wurde, würde ich nicht sprechen, sondern eher von einer gesunden Korrektur, welche sich durchaus noch ein paar Tage hinziehen kann.

Interessant an dem Rückgang vom Montag ist auch die Tatsache, dass nicht die Profianleger in der letzten Handelsstunde in Amerika ihre Aktien verkaufen wollten, sondern es massive Verkaufsorders der Privatkunden waren, die den Rückgang auslösten. Diese Verkaufsorders trafen auf nicht genügend Nachfrage und daher fielen die Kurse deutlich ab.

Die Börse ist keine Einbahnstraße."

Entscheidend für den weiteren Verlauf des Börsenjahrs wird sein, wie sich die professionellen Geldverwalter und Pensionsfonds verhalten. Denn dort sind die Risikosysteme noch auf „grün“. Sollten dort die Risikobudgets belastet werden und es kommt zu Verkäufen, dann könnte sich die Korrektur deutlich ausweiten.

Psychologie der Geldanlage

Jeder Anleger sollte sich daher im Klaren sein, dass die Börse keine Einbahnstraße ist und sich über seine Risikotragfähigkeit Gedanken machen. Dies beinhaltet auch die Frage, wie lange ist mein Anlagehorizont und wieviele kurzfristige Schwankungen halte ich aus.

Meinung von: Karl-Heinz Stroscher

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