Finanzlexikon Sparplan: Vertragsbasierte Altersvorsorge
Rentenmodelle mit Garantieelementen.
Vertragsbasierte Altersvorsorge basiert auf einem Versicherungsvertrag. Beiträge werden regelmäßig eingezahlt, der Anbieter investiert das Kapital und sagt entweder eine Mindestleistung oder eine garantierte Rente zu. Die Kalkulation erfolgt vorsichtig, da langfristige Verpflichtungen abgesichert werden müssen.
Typische Elemente sind:
- garantierter Rechnungszins auf den Sparanteil
- Überschussbeteiligung bei günstiger Kapitalmarktentwicklung
- Verrentungsoption am Ende der Ansparphase
Die Garantie reduziert das Risiko für den Sparer, bindet das Kapital jedoch überwiegend in sicherheitsorientierten Anlagen.
Realistische Ertragsannahmen
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In der aktuellen Zinswelt liegen Garantiezinsen deutlich unter früheren Niveaus. Für neue Verträge bewegen sie sich häufig im Bereich von etwa 0,25 bis 1,0 Prozent auf den Sparanteil. Die tatsächliche Gesamtverzinsung kann durch Überschüsse höher ausfallen, ist jedoch nicht garantiert.
Zur Einordnung dient ein konkretes Beispiel:
Wer 200 Euro monatlich über 30 Jahre einzahlt, bringt insgesamt 72.000 Euro auf.
Unter Annahme einer durchschnittlichen Gesamtverzinsung von 2,5 Prozent pro Jahr – vor Kosten und Steuern – ergibt sich ein Endkapital von rund 107.000 Euro.
Bei 3 Prozent wären es etwa 117.000 Euro.
Im Vergleich zu kapitalmarktorientierten Modellen mit 6 oder 7 Prozent Durchschnittsrendite fällt der Unterschied erheblich aus. Gleichzeitig sind die Schwankungen während der Laufzeit deutlich geringer.
Kostenwirkung
Versicherungsmodelle enthalten Abschluss- und Verwaltungskosten. Diese werden häufig über mehrere Jahre verteilt vom Vertrag abgezogen. Effektivkosten von 1,5 bis 2,0 Prozent pro Jahr sind keine Seltenheit.
Reduziert eine Kostenquote von 1,5 Prozent eine Bruttoverzinsung von 3 Prozent auf netto 1,5 Prozent, sinkt das Endvermögen im 30-Jahres-Beispiel auf rund 91.000 Euro. Der Unterschied zwischen Brutto- und Nettoertrag wird über lange Laufzeiten erheblich.
Die Garantie schützt vor starken Verlusten, begrenzt jedoch auch die Teilnahme an höheren Kapitalmarkterträgen. Der Sicherheitsmechanismus wirkt somit in beide Richtungen.
Verrentung und Langlebigkeit
Vertragsbasierte Altersvorsorge bietet Stabilität und planbare Mindestleistungen, verzichtet jedoch weitgehend auf die langfristige Ertragsdynamik des Kapitalmarkts. Sie eignet sich für Personen mit hohem Sicherheitsbedürfnis oder dem Wunsch nach garantierter Verrentung."
Ein struktureller Vorteil versicherungsbasierter Modelle liegt in der Verrentungsphase. Das angesparte Kapital kann in eine lebenslange Rente umgewandelt werden. Damit wird das sogenannte Langlebigkeitsrisiko abgesichert – also das Risiko, länger zu leben als das Kapital reicht.
Dieser Vorteil hat einen Preis. Die Kalkulation berücksichtigt Lebenserwartung, Sicherheitsreserven und Kosten. Die garantierte Monatsrente fällt daher häufig niedriger aus, als es eine rein rechnerische Kapitalentnahme erwarten ließe.
Chancen und Grenzen
Vertragsbasierte Altersvorsorge bietet:
- hohe Planbarkeit
- Schutz vor starken Kursschwankungen
- Absicherung des Langlebigkeitsrisikos
Dem stehen gegenüber:
- begrenzte Renditeperspektive
- spürbare Kostenbelastung
- eingeschränkte Flexibilität bei Vertragsänderungen
Die wirtschaftliche Logik unterscheidet sich damit grundlegend von marktbasierter Vorsorge. Hier steht Stabilität im Vordergrund, nicht maximale Ertragskraft.
Fazit
Vertragsbasierte Altersvorsorge bietet Stabilität und planbare Mindestleistungen, verzichtet jedoch weitgehend auf die langfristige Ertragsdynamik des Kapitalmarkts. Sie eignet sich für Personen mit hohem Sicherheitsbedürfnis oder dem Wunsch nach garantierter Verrentung. Wirtschaftlich betrachtet ist sie ein Modell mit begrenztem Renditepotenzial gegen reduzierte Schwankungsrisiken.
fair, ehrlich, authentisch - die Grundlage für das Wohl aller Beteiligten








