Wenn Online-Shopping auch zukünftig so wächst wie bisher, dürfte der stationäre Handel vielfach verdrängt werden

Auswirkungen des Online-Handels Shoppingcenter schwächeln

2015 dürfte ein Rekordjahr bei Investments in Shoppingcenter- und Einzelhandels-Immobilien gewesen sein. Allein in den ersten drei Quartalen flossen rund 13 Milliarden Euro in solche Objekte, mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr zuvor. Damit zeigte sich eine ähnliche Aufwärtsentwicklung wie generell bei gewerblichen Immobilien.

Gleichzeitig könnte damit auch eine Trendwende markiert sein. Denn der stationäre Einzelhandel kommt durch E-Commerce zunehmend unter Druck. Der Run auf Shoppingcenter & Co. hängt mit dem nachhaltig positiven Konsumklima in Deutschland zusammen. Tatsächlich profitierte der stationäre Handel im vergangenen Jahr von der stabilen Konjunktur. Steigende Löhne und eine niedrige Inflation sorgten dafür, dass den Verbrauchern effektiv mehr im Portemonnaie verblieb. Dies regte die Nachfrage an und führte vielfach zu erfreulichen Umsatzentwicklungen.

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Positives Konsumklima - Trend zum Online-Kauf

Wenn Händler ordentlich verdienen, ist dies auch ein Gewinn für die Eigner der jeweiligen Immobilien. Denn die Perspektiven für Vermietung und Mieterträge verbessern sich ebenfalls. Die Bedrohung kommt von einer anderen Seite - dem sich verstärkenden Trend zum Online-Shopping. Seit Jahren verzeichnet E-Commerce hierzulande zweistellige Wachstumsraten. Davon kann der stationäre Handel nur träumen.

Ein schönes Beispiel ist das zurückliegende Weihnachtsgeschäft. Hier hatte der Einzelhandelsverband ein Umsatzwachstum von zwei Prozent gegenüber 2014 prognostiziert - ein Umsatzplus von 0,7 Prozent für den stationären Handel und von 12 Prozent für Online-Händler. Diese Zahlen sprechen für sich. Dort wo herkömmliche Händler stagnieren oder aufgeben müssen, wird auch die Vermietung schwieriger. 

Einzelhandels-Immobilien: die Spreu vom Weizen trennen 

Tatsächlich sind die Renditen bei Shoppingcenter- und Einzelhandels-Immobilien rückläufig. Dies hängt allerdings derzeit mehr mit den gestiegenen Preisen zusammen. Objekte in Spitzenlagen in Großstädten sind inzwischen so teuer, dass Käufer damit kaum noch vier Prozent Rendite pro Jahr erzielen können. Das Gros der Immobilieninvestments floss in den ersten drei Quartalen 2015 mit 5,5 Milliarden Euro in Shoppingcenter, auf Fachmarktcenter entfielen 3,8 Milliarden Euro und auf innerstädtische Warenhäuser 3,5 Milliarden Euro. Gerade bei ausländischen Investoren sind die vom stationären Handel genutzten Immobilien begehrt. Man weiß die deutsche Wirtschaftslage zu schätzen.

Das Gros der Immobilieninvestments floss 2015 in Shoppingcenter."

Dennoch - die Zweifel mehren sich, dass es immer weiter aufwärts geht. Wenn E-Commerce auch in den kommenden Jahren so wächst wie bisher, dann dürfte der stationäre Handel vielfach verdrängt werden. Die Aussichten für die Vermietung würden entsprechend schlechter. Top-Objekte in hervorragenden Lagen und Premium-Shoppingcenter sind dabei nicht so gefährdet, andere Objekte in weniger gefragten Standorten schon. Mehr denn je wird es beim Immobilieninvestment in diesem Bereich darauf ankommen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

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