ETFs bilden einen Index nach und kommen mit deutlich geringeren Verwaltungsstrukturen aus

Rolle im Gesamtportfolio Aktive Fonds im Umbruch

ETF-Wachstum als strukturelle Herausforderung.

Das starke Wachstum der ETF-Sparpläne verändert die Landschaft der Fondsindustrie. Während immer mehr Anleger auf kostengünstige Indexprodukte setzen, geraten aktive Fonds unter Druck. Gebühren, Transparenz und Ergebnisse stehen stärker im Fokus, und traditionelle Strategien müssen sich in einem Markt behaupten, der klarer strukturiert und stärker preisbewusst geworden ist. Der Wandel betrifft nicht nur Anbieter, sondern die gesamte Wertschöpfungskette der Vermögensverwaltung.


Warum aktive Fonds unter Wettbewerbsdruck geraten

Aktive Fonds verfolgen das Ziel, einen Vergleichsindex zu übertreffen.

Dafür benötigen sie Analysten, Research-Teams und komplexe Prozesse – all das verursacht Kosten.

ETFs hingegen bilden einen Index nach und kommen mit deutlich geringeren Verwaltungsstrukturen aus.

Dieser Unterschied wirkt sich zunehmend auf die Mittelströme aus:

  • Kostenvorteile der ETFs beeinflussen Entscheidungen vieler Anleger.
  • Transparente Indexregeln erleichtern Vergleich und Bewertung.
  • Durch Sparpläne entstehende planbare Zuflüsse stärken die Marktstellung passiver Produkte.
  • Steigende Regulierung erhöht den Aufwand für aktive Fonds zusätzlich.

Aktive Fonds müssen daher überzeugender darlegen, welchen Mehrwert sie bieten.


Wo aktive Fonds weiterhin Vorteile besitzen

Trotz des Drucks gibt es Bereiche, in denen aktive Strategien ihre Stärke ausspielen. Märkte mit niedriger Transparenz, kleineren Unternehmen oder geringerer Liquidität bieten aktiven Fonds Chancen, Ineffizienzen auszunutzen. Auch Themen, die stark von Managementqualität oder strukturellen Trends abhängen, eignen sich häufig besser für aktive Ansätze.

Stärken aktiver Fonds:

  • flexiblere Reaktionsmöglichkeiten bei Marktveränderungen
  • individuelle Risikosteuerung abseits starrer Indexregeln
  • Chance auf Überrendite in wenig beachteten Marktsegmenten
  • Möglichkeit thematischer Schwerpunkte, die nicht durch Indizes abgebildet werden

Aktive Fonds verlieren also nicht an Bedeutung – aber ihr Profil wandelt sich.


Wie Anleger zwischen aktiv und passiv unterscheiden

Der Markt entwickelt sich in Richtung einer ausbalancierten Kombination: stabile Basis durch ETFs, gezielte Akzente durch aktives Management. Die Zukunft der Branche liegt nicht im Gegensatz, sondern im Zusammenspiel beider Ansätze."

Der Markt entwickelt sich nicht in Richtung eines Entweder-oder, sondern eines klareren Nebeneinanders. Viele Anleger kombinieren inzwischen ETF-Sparpläne für den grundlegenden Vermögensaufbau mit gezielten aktiven Bausteinen für ergänzende Themen.

Drei Überlegungen bestimmen die Auswahl:

  1. Kosten-Nutzen-Verhältnis: Wo Märkte effizient sind, fällt es aktiven Fonds schwerer, ihren Mehrwert zu zeigen.
  2. Anlagehorizont: Für langfristige Strategien eignen sich breit streuende ETFs, während aktives Management bei taktischen oder spezialisierten Themen stärker gefragt bleibt.
  3. Rollenverständnis: ETFs bilden Märkte ab, aktive Fonds versuchen, sie zu interpretieren.

Der Trend führt zu einer klareren Rollenverteilung – mit ETFs als Fundament und aktiven Fonds als gezielter Ergänzung.


Auswirkungen auf die Fondsindustrie

Der Erfolg der ETFs zwingt die Branche zur Neuorientierung. Viele aktive Anbieter überdenken Gebührenmodelle, Strategiefokus und Produktgestaltung. Auch Mischfonds und Nachhaltigkeitsfonds stehen stärker unter Beobachtung, da ihre Mehrwerte präziser begründet werden müssen.

Marktveränderungen:

  • Gebührenreduktionen in vielen aktiven Fonds
  • größere Spezialisierung statt breiter Standardprodukte
  • vermehrter Einsatz von Datenanalyse zur Verbesserung von Entscheidungen
  • wachsende Bedeutung hybrider Modelle, bei denen quantitative Methoden aktives Management unterstützen

Der Strukturwandel verläuft nicht abrupt, aber stetig.


Fazit

ETFs haben die Fondsindustrie tiefgreifend verändert. Sie bringen Transparenz, niedrige Kosten und klare Regeln – und damit neue Erwartungen an aktive Fonds. Diese stehen vor der Aufgabe, ihren spezifischen Mehrwert deutlicher zu zeigen und ihre Rolle im Gesamtportfolio klarer zu definieren. Der Markt entwickelt sich in Richtung einer ausbalancierten Kombination: stabile Basis durch ETFs, gezielte Akzente durch aktives Management. Die Zukunft der Branche liegt nicht im Gegensatz, sondern im Zusammenspiel beider Ansätze.

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