Aktiv-Passiv-Studie Aktive Manager schlagen passive Indizes
Outperformance-Quote steigt 2025 deutlich.
Die Debatte um aktives versus passives Investieren erhält neue Impulse. Laut der aktuellen Aktiv-Versus-Passiv-Studie der Scope Ratings konnten 2025 mehr aktive Fondsmanager ihre jeweiligen Vergleichsindizes übertreffen als im Vorjahr. Knapp ein Drittel der untersuchten aktiven Aktienfonds erzielte eine bessere Wertentwicklung als die zugeordnete Benchmark. Damit kehrte sich der Trend der vergangenen Jahre um, in denen die Outperformance-Quoten tendenziell gesunken waren.
Fast 30 Prozent schlagen ihre Benchmark
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Scope analysierte rund 2.000 aktive Aktienfonds in acht zentralen Vergleichsgruppen. Jede Gruppe wird einer festen Benchmark zugeordnet, an der sich alle Fonds der jeweiligen Kategorie messen lassen müssen.
Im Jahr 2025 gelang es 571 Fonds, ihren Vergleichsindex zu übertreffen. Das entspricht einer Outperformance-Quote von 29,1 Prozent. Gegenüber 2024 bedeutet dies einen Anstieg um rund zehn Prozentpunkte.
Damit ist die Quote zwar weiterhin unter 50 Prozent – die Mehrheit der Manager bleibt also hinter dem Index zurück –, doch die Verbesserung fällt deutlich aus. Laut Scope zeigt sich hier, wie stark sich Marktumfeld und Stiltrends auf die Erfolgschancen aktiver Strategien auswirken können.
Trendwende nach mehreren schwachen Jahren
In den vier Jahren zuvor war die Outperformance-Quote kontinuierlich gesunken. 2025 stellt daher eine erkennbare Gegenbewegung dar. Sechs der acht untersuchten Peergroups verzeichneten höhere Outperformance-Raten als im Vorjahr.
Die Verbesserung um rund 50 Prozent gegenüber 2024 verdeutlicht, dass aktive Strategien nicht in jedem Marktumfeld die gleichen Chancen haben. Phasen mit klaren Markttrends und hoher Konzentration auf wenige Schwergewichte begünstigen häufig passive Strategien. Breitere Marktbewegungen oder stärkere Differenzierung zwischen einzelnen Titeln können hingegen aktiven Managern zugutekommen.
Deutsche Aktienmanager besonders erfolgreich
Die Trendwende unterstreicht, dass aktive Strategien in bestimmten Marktphasen bessere Chancen haben. Dennoch bleibt die Mehrheit der Fonds hinter dem Index zurück."
Auffällig ist laut Studie insbesondere die Entwicklung bei Fonds mit Schwerpunkt auf deutschen Aktien. In dieser Gruppe gelang es vergleichsweise vielen Managern, ihre Benchmark zu übertreffen.
Der deutsche Aktienmarkt war 2025 von stärkeren sektoralen Verschiebungen und einer höheren Streuung der Einzelrenditen geprägt. In solchen Marktphasen können aktive Manager durch gezielte Titelauswahl Mehrwert generieren.
Die Studie deutet darauf hin, dass Marktbreite und Volatilität entscheidende Einflussfaktoren für die Erfolgswahrscheinlichkeit aktiver Strategien sind.
Aktiv gegen Passiv – eine strukturelle Frage
Passive Produkte, insbesondere ETFs, bilden Indizes kostenarm und regelbasiert ab. Ihr Vorteil liegt in niedrigen Gebühren und transparenter Struktur. Aktive Fonds hingegen versuchen, durch gezielte Auswahl einzelner Titel oder Sektoren eine Mehrrendite zu erzielen.
Die Scope-Studie zeigt, dass aktive Strategien durchaus in der Lage sind, Indizes zu schlagen. Gleichzeitig bleibt die Mehrheit der Fonds hinter ihrer Benchmark zurück. Für Anleger bedeutet das:
- Erfolg aktiver Strategien ist stark vom Marktumfeld abhängig.
- Die Auswahl des Managers ist entscheidend.
- Kosten spielen eine zentrale Rolle bei der Nettorendite.
Die Outperformance-Quote von 29,1 Prozent zeigt eine deutliche Verbesserung, belegt aber dennoch die generelle Schwierigkeit, einen kapitalgewichteten Index und damit den Durchschnitt dauerhaft zu schlagen. Die Glaubensfrage, ob AKTIV oder PASSIV der überzeugendere Ansatz ist, sollte sich allerdings nicht an der in der Öffentlichkeit zumeist plakativ gewählten 50%-Schwelle messen müssen. Schließlich gilt nicht nur in der Fondswelt, sondern in allen Lebensbereichen, dass nur wenige Anbieter in der Lage sind, überdurchschnittliche Leistungen zu vollbringen. Die Mehrheit ist stets durchschittlich oder gar schlecht. Dennoch ist der Durchschnitt für uns nicht per se die ultima ratio.
Es geht vielmehr darum, stets zu prüfen, wo die überdurchschnittlich Guten zu finden sind. Diese Erkenntnis muss bei Anlegern wieder in den Fokus gelangen. Der vermeintlich überlegene Weg des Index-Durchschnitts ist zwar plakativ und bequem, dafür aber zu pauschal und letztlich zu kurz gesprungen.
Fazit
Die aktuelle Studie von Scope Ratings zeigt für 2025 eine spürbare Erholung aktiver Fondsmanager. Rund 29 Prozent der analysierten Aktienfonds übertrafen ihre Benchmark – deutlich mehr als im Vorjahr.
Die Trendwende unterstreicht, dass aktive Strategien durchaus Mehrwert schaffen können. Dennoch bleibt die Mehrheit hinter dem Durchschnitt zurück. Das wird sich auch nie ändern, denn dieser Erkenntnis liegt eine einfache mathemathische Regel und Lebensweisheit zugrunde. Die Entscheidung zwischen aktivem und passivem Investieren bleibt damit eine Frage von Marktumfeld, individueller Anlagestrategie und Managerselektion.
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