Diversifikation rückt wieder ins Zentrum

Cambridge Associates Ausblick für 2026 – Substanz statt Hype

Diversifikation gewinnt angesichts hoher Bewertungen und Marktkonzentration wieder an Gewicht.

Der Blick auf das Jahr 2026 ist von Unsicherheit geprägt. Hohe Bewertungen an den Aktienmärkten, eine starke Konzentration auf wenige große Titel und geopolitische Risiken erschweren klare Prognosen. Vor diesem Hintergrund hat Cambridge Associates, ein weltweit tätiger, unabhängiger Berater für langfristige Kapitalanlagen, einen aktuellen Ausblick veröffentlicht. Im Zentrum steht eine klare Leitlinie: weniger Trendgläubigkeit, mehr strukturelle Substanz.

Cambridge Associates formuliert insgesamt 15 Beobachtungen über verschiedene Anlageklassen hinweg. Drei Themen stechen besonders hervor, weil sie grundlegende Verschiebungen in der Kapitalanlage adressieren und über kurzfristige Marktbewegungen hinausweisen.


Diversifikation rückt wieder ins Zentrum

Ein zentrales Motiv des Ausblicks ist die wachsende Bedeutung von Diversifikation. Nach Jahren, in denen wenige große Aktienmärkte und einzelne Technologietitel die Wertentwicklung dominierten, sieht Cambridge Associates zunehmende Risiken in stark konzentrierten Portfolios. Hohe Bewertungen und eine enge Marktführung erhöhen die Anfälligkeit für Korrekturen.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Berater, bestehende Aktienallokationen kritisch zu überprüfen. Ziel ist keine Abkehr von Aktien, sondern eine breitere Streuung über unterschiedliche Renditequellen. Besonders hervorgehoben werden alternative Strategien, die weniger stark mit klassischen Aktien- und Anleihemärkten korrelieren.

Genannt werden unter anderem:

  • Hedgefonds mit klar definierten Risikoprofilen
  • Strategien mit absolutem Renditeanspruch
  • diversifizierende Ansätze außerhalb klassischer Marktexponierung

Die Botschaft ist klar: Diversifikation wird nicht mehr als optionaler Zusatz verstanden, sondern als strukturelle Notwendigkeit.


Künstliche Intelligenz: selektiv statt pauschal

Im Zentrum steht eine klare Leitlinie: weniger Trendgläubigkeit, mehr strukturelle Substanz."

Ein zweiter Schwerpunkt betrifft Investitionen rund um künstliche Intelligenz. Cambridge Associates sieht die technologische Bedeutung von KI ungebrochen, warnt jedoch vor pauschalen Engagements. Insbesondere im Bereich der KI-Infrastruktur – etwa bei großen Hyperscalern – seien die Bewertungen bereits sehr ambitioniert.

Stattdessen rückt der Fokus auf Unternehmen, die KI effizient einsetzen, ohne selbst als Infrastrukturplattform positioniert zu sein. Hier sieht Cambridge Associates differenziertere Chancen, da Produktivitätsgewinne und Wettbewerbsvorteile oft weniger stark eingepreist sind.

Der Ausblick plädiert damit für eine Verschiebung:

  • weg von breiten KI-Narrativen
  • hin zu selektiven, anwendungsorientierten Geschäftsmodellen
  • mit klarer wirtschaftlicher Wirkung

KI bleibt ein langfristiges Thema, verliert aber den Charakter eines pauschalen Wachstumstreibers.


Private Credit und Asset-Based Finance als Alternativen

Deutlich kritisch äußert sich Cambridge Associates zum aktuellen Umfeld börsengehandelter Unternehmensanleihen. Diese erscheinen aus Sicht des Beraters teuer und bieten nur begrenzte Risikoprämien. Attraktivere Chancen werden im Bereich Private Credit gesehen, insbesondere bei spezialisierten Asset-Based-Finance-Strategien.

Genannt werden Finanzierungen realer Vermögenswerte, etwa:

  • Infrastrukturprojekte im Kontext der Energiewende
  • Rechenzentren und digitale Infrastruktur
  • ausgewählte Real-Asset-Finanzierungen

Diese Strategien zeichnen sich laut Cambridge Associates durch geringere Korrelationen zu traditionellen Private-Debt-Ansätzen und stabilere Cashflows aus. Zudem tragen sie zur besseren Diversifikation auf Portfolioebene bei.


Einordnung für die Kapitalanlage

Der Ausblick für 2026 ist weniger eine konkrete Prognose als eine strategische Standortbestimmung.

Cambridge Associates beschreibt ein Umfeld, in dem einfache Marktmechaniken an Grenzen stoßen.

Hohe Konzentration, teure Bewertungen und zunehmende Unsicherheit erfordern differenziertere Ansätze.

Gemeinsam ist den drei Schwerpunkten ein nüchterner Blick auf Risiken.

Wachstum bleibt möglich, aber nicht ohne bewusste Strukturentscheidungen.

Substanz ersetzt dabei den Glauben an fortgesetzte Trends.


Fazit

Der Ausblick von Cambridge Associates für 2026 steht unter dem Leitmotiv „Substanz statt Hype“. Diversifikation gewinnt angesichts hoher Bewertungen und Marktkonzentration wieder an Gewicht. KI-Investitionen erfordern selektives Vorgehen statt pauschaler Engagements. Private Credit und Asset-Based-Finance-Strategien bieten attraktive Alternativen zu teuren Anleihemärkten. Der gemeinsame Nenner ist eine stärkere Betonung von Struktur, Risikobewusstsein und langfristiger Tragfähigkeit. In einem anspruchsvollen Marktumfeld rückt strategische Disziplin wieder stärker in den Vordergrund.

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