Banken konkurrieren nicht mehr über „digital oder nicht digital“, sondern über die Qualität der Umsetzung

Next Gen Studie 2026 Digitale Qualität als neuer Normalzustand

Junge Bankkunden fordern digitale Exzellenz als Mindeststandard. Intuitive Anwendungen, klare Informationen und reibungslose Self-Services sind Voraussetzung, nicht Differenzierung.

Digitale Angebote sind für junge Bankkundinnen und -kunden längst keine Zusatzleistung mehr. Sie gehören zur Grundausstattung. Banking wird selbstverständlich mobil genutzt, Informationen sollen klar strukturiert sein, und Self-Services müssen reibungslos funktionieren – unabhängig vom Endgerät. Genau dieses Bild zeichnet die Next Gen Studie 2026 der Gesellschaft für Qualitätsprüfung, für die mehr als 1.000 junge Erwachsene zu ihren Erwartungen und Nutzungserfahrungen befragt wurden.

Für Banken und Sparkassen ergibt sich daraus ein klarer Befund: Digitale Exzellenz ist keine Kür mehr, sondern Voraussetzung. Wer diese Erwartung nicht erfüllt, verliert Relevanz – nicht schrittweise, sondern strukturell.


Digitale Qualität als neuer Normalzustand

Die Studie zeigt, dass junge Kundinnen und Kunden digitale Angebote nicht mehr bewusst bewerten, solange sie funktionieren.

Erst wenn Prozesse haken, Informationen unverständlich sind oder Anwendungen instabil laufen, entsteht Frustration.

Digitale Qualität wird damit unsichtbar, solange sie vorhanden ist – und sofort sichtbar, wenn sie fehlt.

Dieser Befund verändert die strategische Einordnung.

Digitale Exzellenz ist kein Profilierungsmerkmal mehr, sondern Teil der hygienischen Grundanforderungen.

Banken konkurrieren nicht mehr über „digital oder nicht digital“, sondern über die Qualität der Umsetzung.


Was junge Kunden konkret erwarten

Die Erwartungen konzentrieren sich weniger auf spektakuläre Innovationen als auf funktionierende Grundlagen. Gefragt sind Angebote, die den Alltag vereinfachen und Orientierung geben. Dabei stehen drei Aspekte besonders im Vordergrund:

  • Intuitive Apps: klare Navigation, schnelle Ladezeiten, konsistente Nutzerführung
  • Strukturierte Informationen: verständliche Produktdarstellung, transparente Konditionen
  • Reibungsloser Self-Service: einfache Abwicklung über alle Geräte hinweg

Auffällig ist, dass viele dieser Anforderungen keine Neuentwicklung erfordern. Häufig geht es um Optimierung bestehender Lösungen, nicht um zusätzliche Funktionen.


Finanzbildung und Dialog als digitale Stellhebel

In einem Umfeld mit hoher Wechselbereitschaft wird Stabilität damit zum Wettbewerbsvorteil. Digitale Exzellenz ist kein Marketingthema, sondern ein Strukturthema."

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von Finanzwissen. Junge Menschen erwarten keine klassische Beratung im traditionellen Sinn, sondern verständliche Einordnung. Digitale Inhalte, die erklären, einordnen und vergleichen, gewinnen an Bedeutung.

Dabei spielen auch soziale Medien eine Rolle. Sie werden nicht primär als Vertriebskanal gesehen, sondern als Informations- und Orientierungspunkt. Banken, die dort präsent sind, müssen jedoch klar, sachlich und konsistent kommunizieren. Oberflächliche Inhalte oder reine Werbebotschaften verfehlen die Erwartungshaltung.

Ebenso wichtig sind digitale Dialogkanäle. Chatfunktionen, Rückrufoptionen oder hybride Beratungsmodelle werden dann akzeptiert, wenn sie zuverlässig funktionieren und klar strukturiert sind. Geschwindigkeit ersetzt dabei nicht Qualität, sondern ergänzt sie.


Optimierung statt Neuerfindung

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass viele Institute bereits über die notwendigen Bausteine verfügen. Die Herausforderung liegt weniger in fehlender Technologie als in deren konsequenter Ausgestaltung. Brüche zwischen Kanälen, unklare Zuständigkeiten oder inkonsistente Nutzerführung schwächen das Gesamterlebnis.

Digitale Exzellenz entsteht durch:

  • saubere Prozesse
  • klare Verantwortlichkeiten
  • kontinuierliche Verbesserung bestehender Angebote

Nicht die Anzahl der Features entscheidet, sondern ihre Verlässlichkeit.


Langfristige Bindung statt kurzfristiger Aufmerksamkeit

Digitale Qualität wirkt langfristig. Sie erzeugt Vertrauen durch Verlässlichkeit, nicht durch Aufmerksamkeit. Junge Kundinnen und Kunden honorieren funktionierende Angebote nicht sofort, bleiben ihnen aber treu, wenn sie über Jahre hinweg konsistent sind.


Fazit

Die Next Gen Studie 2026 macht deutlich: Junge Bankkunden fordern digitale Exzellenz als Mindeststandard. Intuitive Anwendungen, klare Informationen und reibungslose Self-Services sind Voraussetzung, nicht Differenzierung. Banken und Sparkassen müssen ihre digitalen Angebote weniger neu erfinden als konsequent optimieren. Ergänzend gewinnen verständliche Finanzbildungsinhalte und hochwertige digitale Dialogkanäle an Bedeutung. Wer diese Erwartungen erfüllt, schafft nicht kurzfristige Aufmerksamkeit, sondern langfristige Kundenbindung. In einem reifen Markt entscheidet digitale Qualität über Relevanz.

Kontakt zu mir

Hallo!
Schön, dass Sie mich kennenlernen möchten.