Die Befragten aus der Schweiz hatten einen Anteil von 67 Prozent Schweizer Aktien im Depot

Serie Finanzwissen: Klumpenrisiken vermeiden Nicht alle Eier in einen Korb

"Kaufe nur Aktien, die du kennst", diesem Motto scheinen vermögende Privatkunden gerne zu folgen, wenn man einer Untersuchung der Linzer Universität im Auftrag der Liechtensteiner LGT-Bank glaubt. Danach setzen Wealth-Management-Kunden bevorzugt auf heimische Titel. Das verleiht ihnen offenbar ein Gefühl von Sicherheit - ein Gefühl, das trügen kann.

Tatsächlich spricht aus investment-theoretischer Sicht wenig bis gar nichts dafür, bei der Aktien-Auswahl auf eine bestimmten Markt zu vertrauen. Gerade für langfristigen Vermögensaufbau sollten Anlagen möglichst breit gestreut erfolgen - sowohl über Anlageklassen hinweg als auch innerhalb einer Anlageklasse. Auf Aktien bezogen bedeutet das weltweites Engagement. Die Verengung auf einen Markt, zum Beispiel DAX-Werte, schafft nur ein Klumpenrisiko, das nicht mit mehr Rendite belohnt wird.

Bevorzugt heimische Aktien im Depot 

Obwohl sich das theoretisch wie empirisch nachweisen lässt und gerade vermögende Kunden über Erfahrung bei Geldanlagen verfügen, lassen sie sich bei ihrer Präferenz für heimische Werte nicht beirren. In einer Befragung im Rahmen der Linzer Studie wurde festgestellt, dass das Aktienportfolio der Teilnehmer aus Deutschland im Schnitt zu 59 Prozent aus deutschen Aktien bestand. Die Befragten aus der Schweiz hatten einen Anteil von 67 Prozent Schweizer Aktien im Depot. Nach Feststellung des Studienleiters kann das Phänomen nicht nur in diesen beiden Ländern beobachtet werden, es existiert überall.

Insgesamt wurden 360 vermögende Privatkunden befragt. "Vermögend" heißt dabei in Deutschland und Österreich, ein frei verfügbares Anlagevermögen von 500.000 Euro zu besitzen. Bei Schweizern waren 900.000 Franken gefordert. Bei diesen exklusiven Kunden hat sich der Aktienanteil am Vermögen - trotz sehr guter Aktien-Performance - in den letzten beiden Jahren kaum verändert. Erklärt wird das mit dem Zwiespalt zwischen der Alternativlosigkeit von Aktien einerseits und der bereits erreichten hohen Bewertung andererseits. 

Die Risikoeinstellung der Depot-Inhaber und die Risikostruktur ihres Aktienportfolios stimmten oft nicht überein." 

Der persönliche Berater wird geschätzt

Noch ein anderes überraschendes Bild ergab die Analyse. Die Risikoeinstellung der Depot-Inhaber und die Risikostruktur ihres Aktienportfolios stimmten oft nicht überein. In vielen Fällen war das tatsächliche Risiko größer als die Risikobereitschaft. Hier bestehen offenbar Fehleinschätzungen. 

Bei der Vermögensberatung setzen die betuchten Kunden nach wie vor auf den Berater "aus Fleisch und Blut". Robo-Advising wird eher skeptisch gesehen. Wenn digitale Finanzleistungen genutzt werden, dann für Standard-Lösungen, zum Beispiel bei Kontoführung und Zahlungsverkehr.

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