Die Honorarberatung bleibt eine Nische, gewinnt aber Schritt für Schritt an Gewicht

DIHK-Statistik Rekordhoch bei Honorar-Anlagenberatern

Eine kleine Gruppe wächst weiter.

Die Gruppe der Honorar-Finanzanlagenberater bleibt im deutschen Vermittlermarkt klein, wächst aber weiter. Nach den aktuellen Bestandszahlen der Deutschen Industrie- und Handelskammer waren zum Stichtag 1. April 2026 insgesamt 361 Honorar-Finanzanlagenberater nach § 34h GewO im Vermittlerregister eingetragen. Das ist nicht nur ein Plus von elf gegenüber dem Jahresbeginn, sondern zugleich der höchste Stand seit Beginn der Registrierung im Jahr 2016.

Diese Entwicklung fällt vor allem deshalb auf, weil der Markt für provisionsgebundene Vermittlung weiterhin um ein Vielfaches größer ist. Die Honorarberatung bleibt also eine Nische, gewinnt aber Schritt für Schritt an Gewicht. Das spricht dafür, dass sich trotz der dominierenden Provisionsmodelle ein kleiner, aber stabil wachsender Bereich etabliert, in dem Beratung gegen direktes Kundenhonorar angeboten wird.

34f und 34i leicht rückläufig

Im Gegensatz dazu haben sich zwei andere Vermittlergruppen im ersten Quartal 2026 leicht verkleinert. Die Zahl der Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO lag zu Jahresbeginn noch bei 41.243 und sank bis zum 1. April auf 41.211. Der Rückgang ist mit 32 Einträgen gering, zeigt aber, dass das zuvor erreichte Rekordniveau nicht weiter ausgebaut wurde.

Ähnlich sieht es bei den Immobiliardarlehensvermittlern nach § 34i GewO aus. Laut DIHK-Statistik verringerte sich ihre Zahl von 57.929 zu Jahresbeginn auf 57.874 Anfang April. Auch die kleine Gruppe der Honorar-Immobiliardarlehensberater wurde wieder etwas kleiner. Fonds Professionell berichtet hier von aktuell 609 Beratern, also elf weniger als drei Monate zuvor.

Zur Einordnung der Entwicklung helfen drei Punkte:

  • 34h wächst weiter, bleibt aber sehr klein.
  • 34f bleibt auf hohem Niveau, verliert aber leicht.
  • 34i schrumpft ebenfalls leicht, ebenso die Honorar-Variante im Immobilienbereich.

Warum die Honorarberatung weiter besonders bleibt

Die Zahl von 361 zeigt vor allem eins: Honorarberatung existiert im Markt, ist aber weiterhin weit von einer breiten Durchsetzung entfernt. Verglichen mit mehr als 41.000 Finanzanlagenvermittlern nach § 34f ist die Gruppe der 34h-Berater verschwindend klein. Gerade deshalb hat jeder weitere Anstieg Signalwirkung. Er deutet darauf hin, dass sich ein Teil des Marktes bewusst für ein Modell ohne klassische Produktprovisionen entscheidet – auch wenn dieses Segment strukturell eng begrenzt bleibt.

Für Verbraucher ist dabei wichtig, dass § 34h nicht einfach eine freundlichere Variante von § 34f darstellt, sondern ein eigenständiger rechtlicher Status mit anderer Vergütungslogik ist. Die Honorarberatung basiert auf der direkten Bezahlung durch den Kunden und ist damit klar vom provisionsgebundenen Vermittlermodell getrennt. Genau diese Differenz erklärt, warum die Zahlen deutlich niedriger sind, aber zugleich stetig wachsen können.

Ein Markt mit stabiler Grundstruktur

Die DIHK-Zahlen zum 1. April 2026 zeigen ein klares Bild. Die Honorar-Finanzanlagenberater nach § 34h GewO erreichen mit 361 Registrierungen erneut ein Rekordhoch, während Finanzanlagenvermittler nach § 34f und Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i leicht zurückgehen."

Die aktuellen Zahlen sprechen insgesamt nicht für einen Umbruch, sondern eher für eine vorsichtige Verschiebung innerhalb einer stabilen Marktstruktur. Der provisionsgebundene Vertrieb dominiert weiterhin klar. Honorarberatung gewinnt zwar hinzu, bleibt aber ein Spezialsegment. Im Bereich der Wohnkreditvermittlung zeigt sich zugleich, dass selbst große Registergruppen leicht rückläufig sein können, ohne dass sich ihre grundsätzliche Bedeutung ändert.

Für die Marktbeobachtung bleiben deshalb vor allem zwei Fragen spannend: ob die Honorarberatung ihr langsames Wachstum fortsetzen kann und ob die Rückgänge bei 34f und 34i nur eine kurzfristige Bewegung oder der Beginn einer längeren Seitwärtsphase sind. Im Moment spricht vieles eher für eine Marktberuhigung auf hohem Niveau als für eine grundlegende Neuordnung.

Fazit

Die DIHK-Zahlen zum 1. April 2026 zeigen ein klares Bild. Die Honorar-Finanzanlagenberater nach § 34h GewO erreichen mit 361 Registrierungen erneut ein Rekordhoch, während Finanzanlagenvermittler nach § 34f und Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i leicht zurückgehen. Damit wächst ausgerechnet die kleinste Gruppe weiter, während die beiden großen Vermittlerlager nach einem starken Jahresstart etwas nachgeben.

Für die Praxis bedeutet das vor allem eines: Die Honorarberatung bleibt eine kleine, aber stabile Besonderheit im deutschen Vermittlermarkt. Sie verändert das Gesamtbild nicht grundlegend, setzt aber ein erkennbares Zeichen dafür, dass sich neben dem provisionsorientierten Massengeschäft ein alternatives Beratungsmodell weiter etabliert.

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