Tech-Überbewertung befeuert Rekordjagd in Schwellenländern
Die Dynamik kann anhalten, solange Dollar und US-Technologiebewertungen unter Druck bleiben.
Schwellenländer erleben eine bemerkenswerte Aufwärtsbewegung. Aktien, Währungen und Anleihen markieren neue Höchststände. Auslöser ist weniger eine isolierte regionale Stärke als vielmehr eine globale Umschichtung von Kapital. Zweifel an der Bewertung hochkapitalisierter US-Technologiewerte und ein schwächerer US-Dollar wirken als Katalysatoren. Die Bewegung betrifft mehrere Anlageklassen gleichzeitig. Das spricht für eine strukturelle Verschiebung in der Asset-Allokation.
Kapitalabzug aus US-Technologiewerten
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Die Bewertungen großer US-Technologiekonzerne haben in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen in vielen Fällen deutlich über historischen Durchschnittswerten.
Solche Bewertungsniveaus erhöhen die Sensibilität gegenüber Zinssignalen, Gewinnrevisionen und regulatorischen Risiken.
Institutionelle Investoren reagieren zunehmend mit Diversifikation. Ein Teil der Mittel fließt in Regionen, die vergleichsweise günstiger bewertet erscheinen. Schwellenländer profitieren davon unmittelbar.
Die Umschichtung wird zusätzlich durch einen schwächeren Dollar begünstigt. Fällt die US-Währung, gewinnen Anlagen in Lokalwährungen relativ an Attraktivität.
Breite Rally über mehrere Anlageklassen
Die aktuelle Entwicklung ist nicht auf Aktien beschränkt. Auch Devisen- und Anleihemärkte zeigen Stärke.
Der MSCI Emerging Markets Currency Index stieg mehrere Tage in Folge. Währungen wie der südafrikanische Rand oder der südkoreanische Won legten spürbar zu.
Parallel dazu erreichten Anleiheindizes neue Höchststände. Dazu zählen:
- Indizes für in US-Dollar denominierte Staatsanleihen aus Schwellenländern
- Indizes für Lokalwährungsanleihen
Im vergangenen Jahr erzielten in wichtigen Währungen denominierte Schwellenländeranleihen eine Rendite von 12,2 Prozent – die beste Performance seit 2012. Diese Zahlen verdeutlichen, dass nicht nur Aktien von der Kapitalrotation profitieren.
Aktienmärkte mit dynamischer Entwicklung
Die aktuelle Rekordjagd in Schwellenländern ist das Ergebnis globaler Kapitalrotation, relativer Bewertungsunterschiede und Währungseffekte. Aktien, Anleihen und Währungen profitieren gleichzeitig von einer Neubewertung internationaler Allokationen."
Schwellenländeraktien legten im Jahr 2025 um mehr als 30 Prozent zu. Besonders asiatische Märkte wie Taiwan und Südkorea trugen zu dieser Entwicklung bei. Technologieorientierte Unternehmen außerhalb der USA gewinnen an Bedeutung, da Investoren globale Lieferketten breiter aufstellen.
Gleichzeitig sind viele Emerging Markets im Vergleich zu US-Aktien niedriger bewertet. Günstigere Kurs-Gewinn-Verhältnisse und höhere Gewinnwachstumsraten wirken als zusätzliche Argumente.
Diese Kombination aus relativer Bewertung, Währungsdynamik und Gewinnperspektiven verstärkt den Kapitalzufluss.
Währungs- und Zinseffekte als Verstärker
Ein schwächerer Dollar wirkt doppelt positiv. Erstens steigen in Lokalwährungen denominierte Vermögenswerte relativ an Wert. Zweitens sinkt der Schuldendienst für in Dollar verschuldete Länder.
Währungsgewinne können einen erheblichen Anteil an der Gesamtrendite ausmachen. Gleichzeitig bleibt das Risiko bestehen, dass sich dieser Effekt bei erneuter Dollarstärke umkehrt.
Auch die Zinspolitik spielt eine Rolle. Mehrere Schwellenländer haben früher und konsequenter auf Inflation reagiert als Industrieländer. Dadurch entstanden teilweise attraktive Realzinsen, die Kapital anziehen.
Nachhaltigkeit der Bewegung
Die Frage nach der Dauer der Rally hängt von mehreren Faktoren ab:
- Entwicklung des US-Dollars
- Gewinnwachstum in Asien und Lateinamerika
- Stabilität geopolitischer Rahmenbedingungen
- relative Bewertung zu US-Aktien
Langfristige Anpassungen in der Asset-Allokation sprechen für strukturelle Unterstützung. Gleichzeitig bleiben Schwellenländer anfällig für externe Schocks.
Vergleich zu US-Märkten
Während Emerging Markets zweistellige Renditen verzeichneten, war die Performance vieler US-Indizes stärker von wenigen Technologieunternehmen abhängig. Eine breitere Marktdynamik blieb begrenzt.
Die Umschichtung signalisiert keine Abkehr von den USA, sondern eine Diversifikation. Investoren reduzieren Klumpenrisiken, ohne den US-Markt vollständig zu verlassen.
Fazit
Die aktuelle Rekordjagd in Schwellenländern ist das Ergebnis globaler Kapitalrotation, relativer Bewertungsunterschiede und Währungseffekte. Aktien, Anleihen und Währungen profitieren gleichzeitig von einer Neubewertung internationaler Allokationen. Die Dynamik kann anhalten, solange Dollar und US-Technologiebewertungen unter Druck bleiben. Schwellenländer bleiben jedoch konjunktur- und währungssensitiv. Diversifikation wirkt in beide Richtungen.
Freiräume schaffen für ein gutes Leben.











