Hintergründe erkennen Was ist ein "CFD-Broker"?

Mit geringem Kapitaleinsatz in kurzer Zeit hohe Gewinne an Finanzmärkten erzielen - wer wünscht sich das nicht! Der CFD-Handel macht das möglich. Es gibt eine Vielzahl an CFD-Brokern, die sich auf die Spekulation mit Differenzkontrakten ausgerichtet haben.

Dabei bestehen Unterschiede, was die Breite des Angebots, aber auch was die Handelskosten oder das Handling betrifft. Natürlich möchte jeder CFD-Broker am Handel mitverdienen. Wer in das CFD-Trading einsteigen will, sollte daher stets einen Broker-Vergleich vornehmen.

Differenzkontrakte - Handel mit starkem Hebeleffekt

Aber wie funktioniert der CFD-Handel eigentlich und wie ist er zu beurteilen? Dazu zunächst eine Erklärung, was CFDs sind. Das Kürzel "CFD" steht für "Contract For Difference" - deutsch: (Kurs-)Differenzkontrakt. Finanztechnisch sind das Total Return Swaps, eine besondere Form von Finanzderivaten. Bei Total Return Swaps wird der Tausch von Wertentwicklung und Erträgen eines Basiswerts gegen Zinszahlungen vereinbart. Faktisch vollzieht ein CFD die Kursentwicklung seines Basiswertes als Differenz zum Ausgangswert zum Zeitpunkt der CFD-Vereinbarung nach.

Dazu ein einfaches Beispiel: ein Basiswert möge einen Ausgangskurs von 100 haben. Wird ein (Kauf-)CFD bezogen auf diesen Ausgangskurs eingegangen, ist dessen Wert zunächst 0. Steigt der Kurs des  Basiswertes auf 120, steigt der Wert des CFD auf (120 - 100) = 20. Für den CFD ist eine Margin einzusetzen, im Beispiel seien als Margin 10 % auf den Ausgangskurs = 10 angenommen. Mit einem Kapitaleinsatz von 10 wäre dann ein Gewinn von 20 erzielt worden.

In CFDs ist ein starker Hebeleffekt eingebaut. Selbst kleine Kursveränderungen haben große Auswirkungen. Das ist der Vorteil im Vergleich zum direkten Erwerb des Basiswerts, sofern der Kurs sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Passiert das Gegenteil, ist der Kapitaleinsatz allerdings schnell verbraucht und es droht der Totalverlust. Der CFD-Handel ist hochspekulativ und hochriskant. Man spekuliert nicht auf Entwicklung von Kursen, sondern auf Entwicklung von Kursdifferenzen. Dessen sollte man sich stets bewusst sein.

Das Instrument beim Daytrading

Es lässt sich dabei sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse bzw. Kursdifferenzen setzen. Als Basiswerte können praktisch alle Finanzinstrumente dienen, die an Börsen gehandelt werden - Aktien,  ETFs, Anleihen, Indizes, Währungen, Rohstoffe, Metalle, Nahrungsgüter. Die einzelnen CFD-Broker sind unterschiedlich aufgestellt. Mal ist das Auswahlspektrum größer, mal eingeschränkter. Der Handel findet über entsprechende Online-Plattformen statt und erfolgt "per Klick" nahezu in Echtzeit.

Der CFD-Handel ist das Mittel schlechthin beim sogenannten Daytrading - der Spekulation auf Kursentwicklungen auf Tagesbasis. Positionen können dabei während der Handelsstunden jederzeit eröffnet und wieder geschlossen werden. Oft geschieht das in Zeitabständen von Minuten oder gar Sekunden. Die Schließung erfolgt durch Glattstellung, indem eine gleichwertige Gegenposition eingegangen wird.

Kein Daytrading ohne Konto

Um mit CFDs bei einem Broker traden zu können, wird dort ein Konto benötigt. Das Konto kann für (bargeldlose) Ein- und Auszahlungen genutzt werden. Über das Konto werden Gebühren verrechnet, Gewinne und Verluste gutgeschrieben bzw. belastet und das Kapital dient dazu, die Margins bei Handelsaktivitäten zu stellen. Es kann immer nur über Kapital verfügt werden, das nicht durch Margins gebunden ist.

CFD-Broker berechnen Gebühren - im Handel insbesondere in Form von Spreads, Kommissionen, Stop-Prämien, daneben können weitere Gebühren im Zusammenhang mit der Kontoführung, mit Zahlungstransfers, Währungsumrechnungen usw. anfallen. Die Gebührenwelt ist äußerst vielfältig und auch bei der Höhe gibt es eine erhebliche Bandbreite. Jeder CFD-Broker hat sein eigenes Gebührenmodell. Gerade deswegen macht ein CFD-Broker-Vergleich Sinn.

Gewinne, die mit dem CFD-Handel in Deutschland erzielt werden, unterliegen der Kapitalertragbesteuerung. Das heißt, es fällt Abgeltungsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) an. Gewinne und Verluste werden dabei allerdings gegengerechnet. "Unter dem Strich" wird daher nur der (positive) Saldo besteuert.

Viele CFD-Broker bieten ihren Nutzen Demokonten an. Damit kann das CFD-Trading erst einmal ohne Risiko mit einem fiktiven Geldbetrag geübt werden. Demokonten sind eine gute Möglichkeit, um die Wirkungsweise von CFDs zu testen und ein "Feeling" dafür zu entwickeln.

Kurscharts und ihre Beurteilung

Das entscheidende Handwerkszeug beim Daytrading sind Kurscharts. Die Anbieter der Trading-Plattformen stellen üblicherweise entsprechende Charts zur Verfügung, bei denen die Kursentwicklung sehr zeitnah mitverfolgt werden kann. Fast immer werden auch Kennzahlen wie gleitende Durchschnitte und andere statistische Maße zur Verfügung gestellt, um eine bessere Beurteilung des Kursverlaufs und des jeweiligen Kursstatus zu ermöglichen.

Gewinne, die mit dem CFD-Handel in Deutschland erzielt werden, unterliegen der Kapitalertragbesteuerung."

Die Tools entstammen aus dem Instrumentenkasten der sogenannten technischen Analyse. Diese kam ursprünglich vor allem bei Aktien zum Einsatz, kann aber auch unabhängig davon genutzt werden. Die technische Analyse geht davon aus, dass es an Finanzmärkten sich wiederholende Kursmuster gibt. Sie beruhen auf typischen Verhaltensweisen von Börsenakteuren. Gelingt es ein Kursmuster zu identifizieren, lässt sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Vorhersage über den weiteren Kursverlauf treffen.

Der Daytrader setzt darauf und versucht mit seinem Handeln dem Markt zuvorzukommen, indem er via CFDs die voraussichtliche Kursentwicklung vorwegnimmt. Ob dies dauerhaft gelingen kann, wird unter Finanztheoretikern bereits seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. CFD-Broker bauen jedenfalls ihr Geschäftsmodell auf der Vorhersagbarkeit von Kursen  auf. Broker mit Sitz in der EU unterliegen europäischen aufsichtsrechtlichen Regelungen. In Deutschland ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Überwachung zuständig.