Es gibt kaum verlässliche Richtlinien für Qualitätsurteile

Dickicht von Bewertungen Welches Siegel hätten Sie gerne?

Wenn Verbraucher online nach einer Versicherung suchen, entscheiden oft die Siegel auf den Webseiten der Anbieter. Genau an diesen Testsiegeln und Auszeichnungen übt die nordrhein-westfälische Verbraucherzentrale harsche Kritik. Bei der Transparenz zeigen sich enorme Defizite und Formulierungen wie Testsieger oder Top-Anbieter werden mit inflationärer Häufigkeit verwendet.

Versicherungsnehmer sehen sich einer Vielzahl von Anbietern gegenübergestellt, für sie sind daher Testsiegel eine effiziente Methode, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Schließlich bürgen Siegel für die Qualität des Anbieters und dessen Produktportfolio, jedenfalls geht Ähnliches aus den Beschreibungen hervor. Oft sind Verbraucher im Bezug auf das offerierte Versicherungsprodukt noch unsicher, ein Siegel auf der Webseite gibt ihnen den entscheidenden Hinweis auf die Richtigkeit ihrer Wahl.

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Die Branche kennt ihre Kunden

Natürlich ist die Versicherungsbranche bestens über das Verhalten der Verbraucher informiert. Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es fast keinen Webauftritt der Assekuranz ohne Siegel, welches über Güte und Qualität des dahinterstehenden Anbieters Aufschluss geben soll. Die Versicherer stehen unter hohem Konkurrenzdruck und neigen bei der Selbstdarstellung ebenso zu inflationären Übertreibungen wie bei der Produktinformation. Sie sind allerdings nicht die Erfinder der Siegel, sondern bekommen diese von Zeitschriften wie Focus Money oder Finanztest der Stiftung Warentest verliehen.

Einzelne Bewertungen kaum nachvollziehbar

Wirklich hilfreich sind diese Siegel allerdings nicht, denn was sagt Verbrauchern die Bezeichnung "fairster Versicherer", wenn diese Formulierung auf vier von zwanzig Anbieterseiten sichtbar ist. Dem genauen Wortlaut folgend kann der fairste Versicherer immer nur ein Unternehmen sein. Welche Macht die Tester mit ihren Siegeln haben, zeigt sich am Beispiel ADAC: Die Versicherungssparte des Automobilklubs stand im Bezug auf Gesamtzufriedenheit jahrelang an der Spitze der Anbieter, aufgrund der Affäre "Gelber Engel" stieg das Unternehmen auf den neunten Platz ab.

Den ADAC kann die schlechtere Bewertung von Focus Money nur wenig stören, immerhin sind auf seiner Webseite weitere 29 Siegel vertreten.  Ebenso wenig informativ ist für Verbraucher die Formulierung Top, denn sie wird verwirrend oft benutzt und ist bei jedem zweiten Anbieter auf der Webseite ersichtlich. Zur Information: Mit Top ist immer die Spitze von etwas gemeint, und auf der können sich nicht alle Versicherer gleichzeitig tummeln.

Bestenfalls eine grobe Orientierung bieten derartige Siegel."

Fazit

Verbraucher sollten sich bei ihrer Anbieter-Einschätzung nie von einem Siegel leiten lassen. Die vermeintlich informativen Auszeichnungen sind von inflationären Übertreibungen geprägt und dienen nur dem Zweck der Kundenakquise. Die Versicherungsbranche erwirbt diese Siegel zu Werbezwecken, die testenden Institute erzielen attraktive Einnahmen mit dem Verkauf von Testsiegeln.

Verbraucher sollten sich vielmehr auf das gewünschte Produkt konzentrieren und bei mangelnder Verständlichkeit der Beschreibung einen unabhängigen Finanzexperten hinzuziehen.

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