Und so bleibt der Eindruck: wir werden warten müssen, bis die Aktienrente Wirklichkeit wird

Vertrauen in die Rente Aktienrente als Alternative

Es ist seit langem bekannt: demografischer Wandel und steigende Lebenserwartung untergraben das System der gesetzlichen Rentenversicherung. Bisher wagt die Politik aber keine tiefgreifenden Rentenreformen, stattdessen behilft man sich mit Milliardenzuschüssen aus Steuermitteln. Die Aktienrente könnte eine alternative Lösung bieten.

Wenn es an die Alterssicherung geht, lässt wohl kein Wahlbürger mit sich spaßen. Mit Rentenkürzungen oder höheren Rentenbeiträgen sind keine Wahlen zu gewinnen. Manchem deutschem Politiker dürften die wütenden Proteste in Frankreich bei der dortigen Rentenreform wie ein Menetekel vor Augen stehen. Aus diesem Grunde wird bei Änderungen am Rentensystem mit äußerster Vorsicht vorgegangen.

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Fonds zur Rentenfinanzierung unter öffentlich-rechtlicher Verwaltung

Immerhin hat die Ampelregierung im Koalitionsvertrag die Einführung der sogenannten Aktienrente vereinbart. Spiritus Rector war die FDP. Bei der Aktienrente handelt es sich um einen systematisch aufzubauenden Fonds, aus dessen Erträgen in der Zukunft ein (immer größer werdender) Teil der gesetzlichen Rente finanziert werden soll. Das bisher ausschließlich umlagefinanzierte System der gesetzlichen Rentenversicherung würde so durch eine kapitalgedeckte Finanzierung ergänzt.

Der Antritt ist sinnvoll, denn die Umlagefinanzierung wird über kurz oder lang an Grenzen stoßen. Schon in wenigen Jahren werden nur noch zwei Beitragszahler einen Rentner finanzieren müssen. Wie die Aktienrente konkret ausgestaltet sein soll, bleibt allerdings nebulös. Im Koalitionsvertrag ist von einer "teilweisen Kapitaldeckung als dauerhafter Fonds" die Rede. Der Einstieg soll mit 10 Mrd. Euro aus Haushaltsmitteln des Bundes erfolgen. Der Fonds soll unter öffentlich-rechtlicher Verwaltung stehen und global breit gestreut in Aktien und andere Wertpapiere investieren.

Die Ampelregierung hat im Koalitionsvertrag die Einführung der sogenannten Aktienrente vereinbart."

Viele Fragen sind noch offen

10 Mrd. Euro reichen aber nicht für einen spürbaren Rentenfinanzierungeffekt. Es handelt sich um den sprichwörtlichen "Tropfen auf den heißen Stein". Um mehr zu erreichen, muss der Fonds im Zeitablauf kontinuierlich aufgestockt werden, was vermutlich letztlich nur aus Beiträgen der Versicherten geschehen könnte. Gedacht ist an einen Kapitalaufbau über 15 Jahre, erst danach sollen Fondserträge in das Rentensystem fließen. Wie sich das dann auf Rentenansprüche, die Beitragshöhe, den umlagefinanzierten Rententeil und benötigte Steuerzuschüsse auswirkt, ist wie viele andere Fragen noch zu klären.

Und so bleibt der Eindruck: wir werden warten müssen, bis die Aktienrente Wirklichkeit wird. Doch viel Zeit ist für die Reform des Rentensystems nicht mehr.

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